Stadtleben

Die Jüdischen Kulturtage laden ein

Im August findet in Berlin das größte jüdische Festival Deutschlands statt. Ein fester Bestandteil ist traditionell die Lange Nacht der Synagogen, die erstmals Teil der Langen Nacht der Religionen ist. Am 17. August öffnen insgesamt 100 Kirchen und Religionsgemeinschaften ihre Pforten, darunter acht Synagogen. Jede von ihnen hat ihren eigenen Ritus: von aschkenasisch-orthodox, sefardisch-orthodox über liberal-egalitär bis hin zu liberal-konservativ, wie die in der Rykestraße. Was genau das bedeutet, wird den Besuchern anhand von Vorträgen und Führungen erklärt. Neben Musik und einem kulinarischen Angebot bieten einige Synagogen die Mitfeier eines Schabbat-Gottesdiensts an.

Religion ist allerdings nur ein Teilaspekt der Jüdischen Kulturtage, die sich hauptsächlich um Musik, Kunst und Literatur drehen. Auch in diesem Jahr stehen wieder jüdische Musiker im Mittelpunkt, die entweder selten oder noch nie in Deutschland aufgetreten sind. Ein Star in Israel ist Shlomo Artzi. Mit seiner Mischung aus Folklore, Rock und Chanson füllt er in seiner Heimat Arenen. Im Rahmen des Festivals spielt er erstmals in Berlin in der Synagoge Rykestraße. Sie ist auch Veranstaltungsort einer musikalischen Lesung des israelischen Klarinettisten Giora Feidman und von Schauspieler Ben Becker. Ein weiteres Highlight sind Führungen und eine Ausstellung im Centrum Judaicum in der Oranienburger Straße. Sie gewährt Einblicke in die jüdische Geschichte Berlins. Abgerundet wird das Programm mit Musik, Tanz und Fressbuden auf dem Straßenfest „Shuk Ha’Carmel“ in der Fasanenstraße.      

Text: Wolfgang Altmann
Foto: Martin Kranz

27. Jüdische Kulturtage 15.8.–25.8.
www.juedische-kulturtage.org

 

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