Stadtleben

Die ungewöhnlichsten Vereine Berlins

LachyogaAll eins e.V.
All eins im Mellowpark
Seit acht Jahren praktizieren die Köpe­nicker erfolgreich die Zwischennutzung der brachliegenden Industriefläche.
Der Verein All eins veranstaltet hier Skate-Contests, Konzerte und ein Sommercamp, es gibt ein Hostel mit 28 Betten und den Jugendclub All auf dem Gelände. Im Mai wird der „Highway to Hill“ traditionell den Mellowpark eröffnen. 2010 soll er dann in der Wuhlheide ausgetragen werden. Ob der Verein die ehemalige Paul-Zobel-Sport­anlage zwischen FEZ und dem Stadion des 1. FC Union tatsächlich bekommt, ist noch nicht raus. Geplant wird aber schon: Neben Wassersportangeboten und Ausbildungsmöglichkeiten für Tischler, Eventmanager und Grafiker soll es auch eine Wettkampfstätte mit internationaler Bedeutung geben: Mit einer neuen BMX-Race-Strecke will der Mellowpark zum Olympiastützpunkt werden.

Friedrichshagener Straße 10, Köpenick,
Tel. 65 26 03 77, www.mellowpark.de,
1.5. Saisoneröffnung,
21.-24.5. Highway to Hill – BMX Dirt und Street Contest,
14.6. Family meets Mellowpark – Indianerfest/Thema Erde,
8.8. Frontbrake Gallery – BMX meets Art,
24.-29.8. Ladiez First -Workshopwoche, 19.+20.9. Mellowpark Jam

Anne Frank Zentrum e.V.
Ihr Tagebuch schrieb sie versteckt im Exil in den Niederlanden. Die Veröffentlichung nach dem 2. Weltkrieg machte Anne Frank posthum weltbekannt – als Opfer der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten. Der Verein Anne Frank Zentrum erinnert an ihre Geschichte und macht pädagogische Präventionsarbeit gegen Rechts­extremismus, Diskriminierung und Antisemitismus. Er hat einen 35-köpfigen Freundeskreis, zu dem prinzipiell jeder gehören kann.

Rosenthaler Straße 39, Mitte, Tel. 28 86 56 00, www.annefrank.de, Di-So 10-18 Uhr,
Freundeskreis trifft sich unregelmäßig an verschiedenen Orten

autofrei leben! e.V.
Dass es auch ohne Auto geht, beweisen die Aktiven des Vereins autofrei leben! Seit ihrer Gründung 1999 machen sie mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie dem „PARK(ing) Day“ – der Besetzung und Umgestaltung eines öffentlichen Parkplatzes für einige Stunden oder einen Tag – auf sich aufmerksam.

Koppenplatz 12, Mitte, Tel. 280 79 40
(Markus Heller), www.autofrei.de/wb

Berliner Unterwelten e.V.
Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Der Berliner Unterwelten-Verein bietet unterschiedliche Touren an, in denen der geneigte Besucher Geister-U-Bahn-
Stationen des Kalten Krieges, zugeschüttete Flaktürme, die Berliner Kanalisation und andere Kuriositäten unter Tage bestaunen kann. Damit leistet der Verein nicht nur Aufklärungsarbeit sondern nimmt auch aktiv am Denkmalschutz teil.

Brunnenstraße 105, Wedding,
Tel. 49 91 05 17, Info-Tel. 49 91 05 18,
www.berliner-unterwelten.de, Tour 1:
„Dunkel Welten“ Sa-Mo 12, 14, 16 Uhr + Do, Fr 12 Uhr; April bis Oktober Do+Fr 14,
Sa + So 11, 13, 15 Uhr : Tour 2: „Vom Flakturm zum Trümmerberg“; April bis Oktober Sa+So 11, 13, 15 Uhr, Do+Fr 14 Uhr, Tour 3: „U-Bahn, Bunker und Kalter-Krieg-Untergrund­führungen“ Sa+So 12, 14, 16 Uhr, April bis
Oktober auch Do+Fr 16 Uhr, Touren 9/7 Euro

Bund der polnischen Versager – Polenmarkt e. V.
„Es ist nichts Außergewöhnliches, ein Versager zu sein, vielen Menschen gelingt nicht alles, ob beruflich oder familiär.“ So beschreibt Adam Gusowski das Zustandekommen des Vereinsnamens. Natürlich klingt dabei auch eine gewisse Ironie mit. Der Club will eine Plattform –
„ein offenes Wohnzimmer“- für Künstler und Kunstbegeisterte darstellen. Theaterprojekte, ein Hörspielverlag und ein eigenes Magazin dienen als Medien der Verwirk­lichung ihres Konzepts. Und da Versagen natürlich nicht nur ein polnisches Phänomen ist, gibt es neben 30 Prozent Polen eine „bunte Berliner Mitgliedermischung“.

Torstraße 66, Mitte, www.polnischeversager.de,
Veranstaltungsort: Club der polnischen Versager, Ackerstraße 168, Mitte
Tel. 28 09 37 79

catwalk.art e.V.
Die ganze Stadt kann bei Aktionen von catwalk.art zum Laufsteg werden. Der Verein sucht urbane, ungewöhnliche Orte, um sie von jungen Künstlern gestalten zu lassen. Erstes Projekt dieses noch jungen Vereins ist eine kreative Fassadenbespielung. Wer sich künstlerisch austoben darf, entscheidet eine vom Verein berufene Jury.

Scharnweberstraße 64, Reinickendorf,
Tel. 417 30 00

Club Neuköllner Hausfrauen
Zwei Mitglieder hat der Club Neuköllner Hausfrauen, die den Drogendealern in der Hasenheide Manieren beibringen wollen. Mit Benimm-Regeln wie „Knigge statt Koks“ und anderen spontanen Aktionen versuchen Marion L. und ihre Nachbarin, die Künstlerin Mo.Skito, den Drogenverkauf zumindest einzudämmen und Kinder und Jugendliche zu schützen. Anwohner und Spaziergänger dürfen sich freuen über das kreative nachbarschaftliche Engagement.
www.myspace.com/clubneukoellnerhausfrauen

Initiative „Hauptstadt lacht“
Initiative für Lachyoga
Die Berliner Schnauze ist zwar herzlich gemeint, aber gelacht wird eher selten. Die Initiative „Hauptstadt lacht“ will das ändern und setzt sich fürs richtige Lachen, mithilfe von Techniken aus dem Lachyoga ein. Denn wer viel lacht, baut Stress ab und erhellt im allgemeinen auch seine Stimmung – und die der Mitmenschen auch.

Straße 3, Prenzlauer Berg,
Tel. 44 31 27 87, www.hauptstadt-lacht.de

Party-Club-Berlin Freizeitkulturgestaltung e.V.
Freier Träger der Jugendhilfe
Früher gab es kaum altersgerechte Möglichkeiten für Jugendliche, auf Partys zu gehen. Diesem Problem hat sich Renй Göpfert angenommen und den Party-Club gegründet. Ohne Alkohol, Drogen und Gewalt werden die Partys für die 14- bis 18-Jährigen in renommierten Berliner Diskotheken wie dem Matrix, dem Dante oder sogar in der Columbiahalle ausgerichtet. Als größter Jugendverein Berlins, in dem sich auch ausgebildete Pädagogen um die Belange der Jugendlichen kümmern, erhielt er im letzten Jahr den Titel
„Träger der Jugendhilfe“.

Gersdorfstraße 75, Tempelhof,
Tel. 706 34 81, www.partylink.de

Sagehospital e.V.
Der Verein wurde im Herbst 2003 gegründet, um für die kommenden zehn Jahre die Patenschaft für das Sage Hospital in Warang, Senegal, zu übernehmen. Da das Projekt auf private Spender angewiesen ist, sind die derzeit sieben ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins vor allem damit beschäftigt, ihr Projekt weiter bekannt zu machen. So finden regelmäßig Charity-Partys im Sage Club statt. Mit den Spenden wird das Krankenhaus, das derzeit sieben Festangestellte hat, mit der notwendigen medizinischen Technik ausgestattet, um die monatlich etwa 700 Patienten versorgen zu können.

Brückenstraße 1, Mitte, Tel. 27 89 83-0, www.sagehospital.de

unter-berlin e.V.
Berlin „von unten“ zu erforschen ist generell kein neues Konzept. Wenn sich aber zwei (Kunst-)Historiker dazu entschließen, einen Verein zu gründen, kann man den Untergrund auch mal anders er­leben. Die Touren befassen sich hauptsächlich mit dem Szenebezirk Prenzlauer Berg und dessen „unterirdischer“ Geschichte. Und was passt hier besser als eine Erkundungstour durch Berliner Brauereien?

Gaudystraße 12, Prenzlauer Berg,
Tel. 31 50 98 66, www.unter-berlin.de

Verein zur Dokumentation der Alltagskultur e.V.
„Kost the Ost!“, ist das Motto. Der Sammlerverein hat derzeit 110 Mitglieder, die sich jeden ersten Mittwoch im Monat im Cafй Sibylle an der Karl-Marx-Allee treffen, um zu tauschen oder zu fachsimpeln. Bereits 27-mal erschien das Vereinsheft‚ die „Illustrierte DDR-Rundschau“. Vor Kurzem hat man in einer sogenannten Raumerweiterungshalle auch mit dem Verkauf von DDR-Produkten begonnen.

Helmstraße 7, Schöneberg, Tel. 788 57 39,
788 90 19 36, www.kost-the-ost.de,
Treffpunkt: 1. Mi i. M., 15-18 Uhr, Cafй Sibylle, Karl-Marx-Allee 162, Friedrichshain;
Intersoup 2000, Ehrenbergstraße 3-7,
Friedrichshain

Mehr putzige Vereine finden Sie im tip 09/09 im Booklet „Sammeln vereint“
oder HIER zum DOWNLOAD

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