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Dieter Hallervorden wird 85. Alles Gute, lieber Didi! – eine Fotogalerie zum Jubiläum

Palim-Palim!, Wühlmäuse, „Nonstop Nonsens“, die „Didi“-Filme und „Honig im Kopf“. Dieter Hallervorden hat den Humor in Deutschland immer wieder erneuert, weiter gedacht und ist damit extrem erfolgreich geblieben. Bis heute. Im Fernsehen, im Kino, auf Theater- und Kabarett-Bühnen, als Synchronsprecher und sogar als Sänger.

Dieter Hallervorden, 2018.
Dieter Hallervorden, 2018. Foto: Imago/Sven Simon

Am 5. September 2020 feiert Dieter „Didi“ Hallervorden seinen 85. Geburtstag. Wir gratulieren der lebenden Legende mit einer fotografischen Zeitreise durch sein Leben. Alles Gute, lieber Didi!


Die Hochzeitsreise (1969)

Ein früher Kinofilm mit Dieter Hallervorden, "Die Hochzeitsreise" (1969).
Ein früher Kinofilm mit Dieter Hallervorden, „Die Hochzeitsreise“ (1969). Foto: Imago/United Archives

Dieter Hallervorden wird am 5. September 1935 in Dessau geboren, er studiert Romanistik an der Humboldt Universität, schließt das Studium aber nicht ab und flieht 1958 nach West-Berlin, wo er mit dem Schauspielunterricht beginnt. In seiner Anfangszeit schlägt er sich mit diversen Jobs durch. Unter anderem ist er Fremdenführer, Bauhilfsarbeiter, Bierfahrer und Gärtner.

1960 gründet er die Kabarett-Bühne Die Wühlmäuse, die er bis heute leitet. Ende der 1960er-Jahre spielt er auch in ersten Kino- und Fernsehfilmen. Darunter in der Filmkomödie „Die Hochzeitsreise“ (1969) und in dem Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ (1970).


Nebenjob Musiker

Dieter Hallervorden am Mischpult, Mitte der 1970er-Jahre.
Dieter Hallervorden am Mischpult, Mitte der 1970er-Jahre. Foto: Imago/United Archives

Während seine Karriere als Schauspieler und Komiker in den 1970er-Jahren an Fahrt aufnimmt, widmet sich Hallervorden verstärkt der Musik. Er veröffentlicht mehrere Alben und Singles mit humoristischen Songs, etwa „Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne“ (1977) und „Lachen Sie mit Dieter Hallervorden“ (1978).

In dieser Zeit etabliert er seinen brachialen Humor, der stark von absurdem Sprachwitz, Slapstick-Einlagen und Blödeleien geprägt ist. Ein wichtiges Vorbild für Hallervorden ist in seiner Anfangszeit der britische Komiker Marty Feldman.


Abramakabra

"Abramakabra", die humoristische Fernsehserie lief in den Jahren 1972 bis 1976.
„Abramakabra“, die humoristische Fernsehserie lief in den Jahren 1972 bis 1976. Foto: Imago/United Archives

Ab 1972 beginnt Hallervorden regelmäßig im Fernsehen aufzutreten. Der Grundstein seiner Karriere ist die Kabarett-Sendung „Abramakabra“, in der er gemeinsam mit Helga Feddersen und Uwe Dallmeier zeitkritische und bissige Sketche produziert. Er etabliert einen neuen, frischen Ansatz in der deutschen Humorlandschaft und gilt neben Otto Waalkes als der Pate der modernen Comedy-Shows.


Nonstop Nonsens

"Nonstop Nonsens" lief von 1975 bis 1980.
„Nonstop Nonsens“ lief von 1975 bis 1980. Foto: Imago/United Archives

Den deutschlandweiten Erfolg feiert Dieter Hallervorden spätestens mit der humoristischen Fernsehserie „Nonstop Nonsens“. Insgesamt entstehen in den Jahren 1975 bis 1980 genau 20 Folgen der Show. In den kurzen Sketchen schlüpft Hallervorden in die Rolle des verschmitzten und ziemlich durchtriebenen „Didi“ und erlebt allerlei Abenteuer.

Der legendäre „Palim-Palim“-Sketch wurde ebenfalls im Rahmen von „Nonstop Nonsens“ produziert.


Die „Didi“-Filme

Dieter Hallervorden in "Didi – Der Doppelgänger".
Dieter Hallervorden in „Didi – Der Doppelgänger“. Foto: Imago/United Archives

Ab den späten 1970er-Jahren setzen sich Komödien in Deutschland an die Spitze der kommerziell erfolgreichsten Filme überhaupt. Otto feierte gigantische Erfolge mit seinen Filmen und auch die Supernasen Thomas Gottschalk und Mike Krüger sorgen für gute Umsätze an den Kinokassen.

Dieter Hallervorden ist mit seinen „Didi“-Filmen mit von der Partie. Insgesamt entstehen in den 1980er-Jahren vier Spielfilme mit dem Pechvogel Didi, der sich den Widrigkeiten des Lebens stellen muss. Hallervorden verbindet Slapstick und Klamauk mit absurd-komischen Geschichten und wird zum Kassenschlager unter anderem mit „Didi – Der Doppelgänger“ (1983) und „Didi und die Rache der Enterbten“ (1985).


Alles Lüge – Nach der Wende

"Alles Lüge", 1991.
„Alles Lüge“, 1991. Foto: Imago/United Archives

Nach der Wende endet die Ära der „Didi“-Filme. Hallervorden ist längst ein etablierter Star. Er spielt aber wenige Filmrollen in den 1990er-Jahren, stattdessen konzentriert er sich auf seine Shows im Fernsehen.

1992 spielt er allerdings noch die Hauptrolle in Heiko Schiers Komödie „Alles Lüge“, in der humoristisch die Zeit der Wende und das Verhältnis von Ost- und Westdeutschen aufs Korn genommen werden.


Spott-Light

Spott-Light – Kabarett-Show von Dieter Hallervorden.
„Spott-Light“ – Kabarett-Show von Dieter Hallervorden. Foto: Imago/United Archives

In mehr als 100 Folgen kommentierte Dieter Hallervorden mit bissigem Witz und Ironie in seiner Kabarett-Sendung „Spott-Light“ die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse zwischen 1994 und 2003. Im Unterschied zu seinen früheren Shows wie „Nonstop Nonsens“ verzichtete Hallervorden bewusst auf das Blödel-Image und den Klamauk.


Die Wühlmäuse

Dieter Hallervorden in den Wühlmäusen, 2005.
Dieter Hallervorden in den Wühlmäusen, 2005. Foto: Imago/Kai Horstmann

Dieter Hallervorden kann alles, was im Humor möglich ist. Blödeleien und kluges Politkabarett. Klamauk für Millionen und feine Schmunzler für ein bürgerliches Publikum. In seinem Theater Die Wühlmäuse spielte er immer wieder selbst, aber gibt auch Weggefährten und jungen Kollegen die Möglichkeit, aufzutreten. Seit 2001 wird in den Wühlmäusen etwa das „Große Kleinkunstfestival“ veranstaltet.


Hallervordens Schloss

Das neugotische Schloss Costaérès in der Nähe von Ploumanac’h.
Das neugotische Schloss Costaérès in der Nähe von Ploumanac’h. Foto: Public Domain

Didi ist Berliner, seit den 1950er-Jahren gehört er zu der Stadt dazu. Hier begann seine Karriere und stets war er der Stadt innig verbunden. Doch wenn Dieter Hallervorden nicht vor der Kamera oder auf der Bühne steht, zieht er sich gerne auf sein Schloss auf einer Insel vor der bretonischen Küste zurück.


Schlosspark Theater

Dieter Hallervorden (als Matthias Clausen) und Franziska Troegner (als Frau Peters) bei der Fotoprobe zum Stück "Vor Sonnenuntergang" im Schlosspark Theater.
Dieter Hallervorden (als Matthias Clausen) und Franziska Troegner (als Frau Peters) bei der Fotoprobe zum Stück „Vor Sonnenuntergang“ im Schlosspark Theater. Foto: Imago/Pop-Eye

Als das Land Berlin nach einem neuen Betreiber für das Schlosspark Theater in Steglitz sucht, setzt sich Dieter Hallervorden durch, seit 2008 ist er der Chef. Er saniert das Gebäude mit eigenem Geld und konzipiert das Programm des rührigen Volkstheaters.

Das Schlosspark Theater spielt jedes Jahr weit über 300 Vorstellungen, ist aber defizitär und wird von Hallervorden aus seinem Privatvermögen subventioniert. Im Jahr 2012 sorgt er mit dem Stück „Ich bin nicht Rappaport“ für einen Skandal, da der Schauspieler Joachim Bliese, der die Figur des schwarzen Midge Carter spielt, als Blackface auftritt, sich also das Gesicht schwarz anmalt. Hallervorden und dem Stück werden Rassismus vorgeworfen.


Honig im Kopf

"Honig im Kopf" (2014).
„Honig im Kopf“ (2014). Foto: Imago/Prod.DB

Ab 2010 erfindet sich Dieter Hallervorden, damals schon Mitte 70, als Schauspieler neu und übernimmt auch ernste Rollen. So spielt er 2013 in dem Spielfilm „Sein letztes Rennen“ einen alt gewordenen Marathonläufer, der es noch einmal wissen will, und in Til Schweigers „Honig im Kopf“ aus dem Jahr 2014, einen an Alzheimer erkrankten Mann.


Ehen und Ehre

Dieter Hallervorden und Christiane Zander bei der Verleihung der Goldene Henne, 2016.
Dieter Hallervorden und Christiane Zander bei der Verleihung der Goldene Henne, 2016. Foto: Imago/APress

Dieter Hallervorden war zwei mal verheiratet und ist Vater von vier Kindern. Er bekam wohl alle Preise, die man im Bereich der Kabarett-Welt und der Film- und Fernsehunterhaltung so bekommen kann. Er schrieb mehrere Bücher, darunter 2005 die Autobiografie „Wer immer schmunzelnd sich bemüht…: Ein autobiografischer Blick zurück nach vorn“ und ist seit 2015 mit der gut 30 Jahre jüngeren Christiane Zander liiert. Am 2. September 2020 wurde sein neuster Fernsehfilm „Schönes Schlamassel“ in der ARD ausgestrahlt.


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