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Würdigung

Dramatiker Heiner Müller bekommt eine Straße in Berlin

Der Dramatiker Heiner Müller bekommt 25 Jahre nach seinem Tod eine neue Ehrung. Eine Straße in Karlshorst wird ab Anfang 2021 seinen Namen tragen. Der Theatermacher, der auch als Schriftsteller, Lyriker und Intendant wirkte, gehörte zu den bekanntesten Intellektuellen der DDR und setzte bis zu seinem Tod 1995 auch im vereinigten Deutschland wichtige Impulse.

Heiner Müller bei der Frankfurter Buchmesse, 1992. Foto: Imago/Teutopress
Eine Straße für Heiner Müller, hier ist er 1992 bei der Frankfurter Buchmesse zu sehen. Foto: Imago/Teutopress

Müller bekommt Straße: Vielleicht berühmtester Intellektueller der DDR

Die Parkstadt Karlshorst ist eines der wichtigsten neuen Wohnungsbauprojekte im Südosten Berlins. Der Projektentwickler Bonava plant auf der Brachfläche zwischen Blockdammweg, Ehrlichstraße, Trautenauer Straße und Hönower Wiesenweg mehrere hundert Wohnungen, wovon 252 mietpreisgebunden sein sollen. 2022 sollen die ersten Mieter einziehen können.

Schöne neue Welt. Nun soll dort, wie gerade bekannt wurde, eine neue Straße nach Heiner Müller benannt werden. Dem großen Denker, dem zigarrenrauchenden Theatermann, dem vielleicht berühmtesten Intellektuellen der DDR. Brechts Wiedergänger und komplexer Geist. Eine Legende.

Müller geriet immer wieder in Konflikte mit der SED-Politik

Das ist die erste Ehrung dieser Art, die dem zu Lebzeiten vielfach ausgezeichneten Mann zuteil wird. Müller erhielt den Büchner-Preis und den Kleist-Preis und war Präsident der Akademie der Künste (Ost). Ab den 1950er-Jahren prägte der 1929 in Sachsen geborene Reimund Heiner Müller das Kulturleben der DDR. Anfangs als Kritiker und Redakteur, schon bald als Dramatiker, Essayist und Lyriker. Immer wieder geriet er auch mit den Einschränkungen der SED-Politik in Konflikte, hielt aber an Ost-Berlin fest und verließ die DDR auch nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns nicht.

Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtische Friedhof, der zu den schönsten Friedhöfen in Berlin gehört, zudem erinnern zwei Gedenktafeln, eine in Friedrichsfelde und eine in Kreuzberg, an Häuser, in denen Müller gelebt hat. Nun kommt die Straße in Karlshorst hinzu.


Lohnenswert ist auch der Besuch der mosaischen Friedhöfen – sie sind ein Beispiel des jüdischen Berlins der Vergangenheit und Gegenwart. Diese Route für eine Radtour verbindet prominenten Gräber der Stadt. Wer die Stille in der Stadt sucht, findet hier ruhige Orte in Berlin.

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