Stadtleben

Ein perfekter Tag mit Lisa Bassenge

Bateau IvreDer Tag beginnt bei Lisa Bassenge mit dem bes­ten Latte Macchiato der Stadt im Bateau Ivre am Heinrichplatz. Am liebsten sitzt die Sängerin draußen in der Sonne und isst das kleine Frühstück mit spanischem Käse und würziger Wurst – sie meint, es sei mit Abstand das beste Berlins, das man für vier Euro bekommen könne. Glauben wir ihr natürlich sofort. Dort kann man locker bis in den Abend hinein sitzen bleiben und zu den Tapas wechseln, aber Verliebte haben bekanntermaßen Hummeln im Hintern. Also weiter.
Der Weg führt zum Landwehrkanal und zur Kottbusser Brücke. Oberschleuse / Reederei RiedelLisas Tipp: ein Schiff besteigen und in aller Ruhe über die Spree schippern. Zusammenrücken, die alten Pärchen auf den anderen Plätzen anlächeln und den Kindern am Ufer zuwinken.
Mit der Brückenrundfahrt ist man etwa drei Stunden unterwegs – danach hält das Schiff erneut an der Kottbusser Brücke.
Ein paar Schritte weiter lärmt dienstags und freitags der Markt am Maybachufer. Wir stürzen uns ins Gewühl und lassen uns von türkischen Muttis an Ständen mit Obst und Gemüse, Stoffbahnen, Spielzeug und Kofferradios vorbeischieben, alles unschlag­bar günstig. Das kann auf die Dauer aber auch ein bisschen nervig werden, also weiter, auf die andere Seite des Kanals. Türkischer MarktDort erreicht man bald den Bouleplatz, wo man den Liebsten oder die Liebste zu einer Partie herausfordern kann oder den Profis zuguckt. Alte und junge Spieler sind gleichermaßen ernsthaft bei der Kugelsache, aber irgendjemand hat auch meistens einen Kasten Bier dabei. Das muss dann wohl ein gutes Zielwasser sein.
Sport macht aber nicht nur durstig, sondern auch hungrig. Sogar, wenn man nur zuguckt. Gut, dass es auf der Görlitzer Straße den ­Salon Sucrй von Eric Muller und Katia Barcellos gibt, der mit Crois­sants, Confiserie und Kaffeespezialitäten lockt. Der frühere Garderobier aus dem Boogaloo (jetzt Sage Club) ist Chef-Patissier geworden und hat diesen Laden aufgemacht, nebenan schneidet seine Frau Haare. Man kann eben wirklich jederzeit ein neues Leben anfangen.
Lisa BassengeEin paar Schritte weiter liegt der Görlitzer Park, der sich hervorragend für ein kleines Chill-out anbietet. Neben der ­gro­ßen Kuhle zum ­Frisbeespielertricksgucken gibt’s auch ein paar verwinkelte Ecken zum ungestörten Händchenhalten. Oder man schlen­dert am Wasser entlang.
Und danach? Abends schaut die Nylon-Sängerin gern bei Pizza a Pezzi in der Oranienstraße vorbei. Das ist zwar nur ein Steh­imbiss, aber sie findet die Pizza fantastisch, die Leute hinterm Tresen extrem nett, und überhaupt sieht der Laden aus, als ob sich bei der Einrichtung verschiedene Künstler ausgetobt hätten.
Danach sollte auf jeden Fall noch der eine oder andere Cocktail im Club der Visionäre geschlürft werden. Der Weg dorthin führt zurück – die Oranienstraße gen Osten, dann die Wiener Straße entlang, am Görlitzer Park vorbei bis zum Flutgraben. Und der Weg lohnt sich. In einer der wahrscheinlich schönsten Locations der Stadt kann man gemütlich auf dem Wasser sitzen, in dem sich die Lichter spiegeln und wo sich die Musik in der Dunkelheit verliert.

Fotos: Betty Myller, Constance Werner/Reederei Riedel GmbH, Claudia Müller/tip


Bateau Ivre
, Barcellos Salon Sucrй, Club der Visionäre, Pizza a Pezzi

 

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