Stadtleben

Einbruchsicherung für Haus und Wohnung

In den dunklen Monaten des Jahres haben Einbrecher ihre Hochsaison. Wenn die Sonne schon am Nachmittag über den Horizont wandert und die Abende lang sind, fühlen sich die meisten Einbrecher weniger beobachtet. Bevorzugt sind dabei jedoch nicht die Nächte, sondern Zeiten, in denen mit großer Wahrscheinlichkeit niemand zu Hause ist: während der Arbeit, Schule oder bei Freizeitaktivitäten.

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Um möglichst wenig aufzufallen, suchen Einbrecher einen schnellen und leichten Einstieg. Finden Sie diesen nicht innerhalb von fünf Minuten, lassen sie in den meisten Fällen von ihrem Vorhaben ab. Schaffen sie es doch, in das Gebäude einzudringen, liegt die Aufklärungsquote in Berlin bei mageren 8,5 % – weniger Einbrüche werden in Deutschland nur in Bremen (6,2 %) aufgeklärt. Es liegt also in Ihrem Interesse, einen schnellen Einstieg zu verteidigen.

Wir haben in diesem Ratgeber Experten-Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, Haus und Wohnung für die entscheidenden ersten fünf Minuten sicherer zu machen.

Zahl der Einbrüche weiter ansteigend

Insgesamt 167.136 Einbruchsdelikte wurden 2015 in Deutschland erfasst – knapp 10 % mehr als noch ein Jahr zuvor. Nicht einbezogen sind dabei Einbrüche in Boden-, Kellerräume und Waschküchen. Hier gab es weitere 104.700 Fälle bei einem Anstieg von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr. Spitzenreiter unter den deutschen Großstädten bei der Zahl der Einbrüche ist dabei die Hauptstadt Berlin. Hier wurden im Jahr 2015 11.815 Wohnungseinbrüche zur Anzeige gebracht. Auf dem zweiten Platz liegt mit 9.006 Einbrüchen Hamburg, Köln liegt mit 5.121 erfassten Einbrüchen auf Platz 3 der Städte, in denen Einbrecher am häufigsten zuschlagen. Die meisten Einbrüche je 100.000 Einwohner gab es im Jahr 2015 mit 697 Fällen in Bremerhaven.

Während die Einbruchszahlen in Hessen (+5,6 %), Niedersachsen (+13,11 %), Sachsen-Anhalt (+7,6 %), Hamburg (+20,2 %), Nordrhein-Westfalen (+18,1 %), Brandenburg (+11,2 %), Schleswig-Holstein (+12,3 %), Thüringen (+50,8 %), Rheinland-Pfalz (+22.4 %), Sachsen (+10,0 %) anstiegen, sind die Einbrüche in Baden-Württemberg (-9,1 %), Berlin (-2,8 %), Bayern (-8,9 %) und Bremen (-9,2 %) im Jahr 2015 rückläufig gewesen.

Hauptschwachstellen in Haus und Wohnung finden

Sie denken, Ihre Wohnung ist ausreichend gegen Einbrecher geschützt? Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit weit gefehlt, wenn Sie keine eigenen Maßnahmen ergriffen haben, um Eindringlinge abzuwehren. Wenngleich Fenster und Türen vor Wind und Wetter schützen – sie sind nicht dafür konstruiert, Einbrecher abzuwehren. Ein Einbrecher benötigt nicht mehr als einen Schraubenzieher, um durch ein ungesichertes Fenster in eine Wohnung einzudringen. Das passiert in Deutschland etwa alle 4 Minuten.

Vergegenwärtigen Sie sich: Auch wenn Sie davon ausgehen, dass es bei Ihnen nichts zu holen gibt – der Einbrecher weiß das nicht. Und auch wenn nur ein geringer materieller Schaden entsteht, den die Versicherung ersetzt: Vielleicht nimmt der Dieb Dinge mit, die von hohem ideellen Wert für Sie sind. Von der psychischen Belastung, die durch einen Einbruch entsteht, mal ganz abgesehen. Schließlich durchwühlt ein fremder Mensch binnen kurzer Zeit Ihre komplette Privatsphäre.

Um Ihr Haus oder Ihre Wohnung effektiv vor Einbrechern schützen zu können, müssen Sie zunächst die Schwachstellen ermitteln. Wo können Einbrecher am leichtesten Zugang zum Gebäude erlangen? Bereits einige wenige mechanische Maßnahmen steigern die Wahrscheinlichkeit, dass Einbrecher scheitern: In den vergangenen zehn Jahren stieg diese allein durch den Einsatz von Sicherungstechnik von 30 auf 42 % an.

Unterstützung bieten auch polizeiliche Berater, die vor Ort die Schwachstellen ermitteln und im Anschluss an weitere Beratungsmöglichkeiten durch Fachberater, die LKA-anerkannt sind, verweisen.

Terrassentür und Fenstergriffe ohne Schließzylinder sind leicht zu öffnen – dafür braucht es nur einen Schraubenzieher.  Foto: fotolia.de ©Gina Sanders #76744578

Die häufigsten Einbruchsmethoden

Wer Haus und Hof vor unbefugten Zugriffen schützen möchte, sollte einige Gedanken an die Arbeitsweisen von Einbrechern verwenden. Nur wer sich im Klaren darüber ist, wie Einbrecher arbeiten, kann Fenster und Türen auch wirksam schützen.

  • Aufhebeln ungesicherter Fenster und Türen mit einem Schraubenzieher. Mehr als 77 % der Täter nutzen diese Arbeitsweise. Abhilfe schaffen hier Pilzkopfzapfen und Aufschraubsicherungen.
  • Durchstechen der Glasdichtung: So erreichen Einbrecher den Fenster- und Terrassentürgriff, diesen bewegen und ganz leicht einsteigen – Abhilfe schaffen abschließbare Fenster- und Türgriffe.
  • Abbrechen der Profilzylinder und anschließendes Herausziehen führt zum leichten Türöffnen – Abhilfe schaffen innenverschraubte Schutzbeschläge.
  • Glasdurchgriff: Die Methode ist vor allem aus Filmen bekannt: Der Täter schlägt die Scheibe ein oder verwendet einen Glasschneider, um in der Griffnähe ein Loch zu erzeugen, das er nutzt, um den Griff zu bedienen. Aufgrund von Lärm und Verletzungsgefahr ist die Methode jedoch nur in 10 % aller Einbrüche beteiligt. Abhilfe schaffen hier abschließbare Fenstergriffe und eventuell eine einbruchhemmende Verglasung.
  • Glasdurchstieg: Hier entfernt ein Täter direkt die komplette Scheibe und steigt so in die Wohnung ein. Das Verletzungsrisiko ist hier ebenso groß wie die Gefahr entdeckt zu werden, sodass nur etwa 1 % der Schadensfälle darauf zurückzuführen sind. Abhilfe schafft hier nur eine einbruchhemmende Verglasung.
  • Flippermethode bezeichnet nichts anderes, als die Tür mit einer Kreditkarte zu öffnen, durch die die Falle im Schloss zurückgedrückt wird. Abhilfe schafft hier ganz simpel das Abschließen der Haustür.
  • Bei der Schlüsselschlagmethode muss der Einbrecher nicht nur über einen Zylinder der Tür passenden Rohling, sondern auch über jede Menge Fachwissen verfügen. Entsprechend selten wird diese komplizierte Methode genutzt, um einzubrechen.

Quelle: www.safetyclick.de

Sicherung der Einstiegsstellen

Von den wenigen Fällen abgesehen, in denen Einbrüche von langer Hand geplant, die Opfer ausgespäht und mögliche Sicherheitslücken erfasst werden, sind die meisten Einbrecher Gelegenheitstäter, die oft nicht viel mehr als einen Schraubenzieher oder Kuhfuß dabei haben. Sie machen ganze 80 % aus: sie haben kein konkretes Objekt im Blick, sondern nutzen spontan die Gelegenheit einer vermeintlich leer stehenden Wohnung nutzen. Entsprechend hilft es bereits, einige kleine Maßnahmen zu ergreifen, um Einbrecher mit großer Wahrscheinlichkeit aus den eigenen vier Wänden fernzuhalten.

Türen

Sowohl bei Fenstern als auch bei Türen gilt: Alle Gebäudeöffnungen, die ein Einbrecher ohne Hilfsmittel wie Leitern erreichen kann, sollten zunächst mit einem mechanischen Einbruchsschutz versehen werden. Dazu gehören sowohl Fenster und Türen im Souterrain und Erdgeschoss, als auch Balkontüren, die ein Einbrecher mit etwas Klettergeschick leicht erreichen kann.

Bei Mehrfamilienhäusern stellt vor allem die Wohnungseingangstür eine Schwachstelle dar. Mit 47 % verschaffen sich Einbrecher in mehr als einem Drittel der Fälle Zugang über die Eingangstür – bei Einfamilienhäusern ist die Tür hingegen nur in 12 % der Fälle der bevorzugte Zugangsweg.

In Einfamilienhäusern ist hingegen die Terrassentüre die häufigste Schwachstelle. 48 % aller Einbrecher steigen über die sogenannten Fenstertüren in Häuser ein. Doch auch Erdgeschosswohnungen in Mehrfamilienhäusern sind bedroht: Mit 31 % aller Einbrüche stehen die Terrassentüren hier auf Platz 2 der Zugangswege. Bereits das Ersetzen von Standardzapfen durch Pilzkopfzapfen senkt das Einbruchrisiko über die Terrassentür.

Häufig vergessen werden beim Einbruchsschutz Nebeneingangstüren – Kellertüren, die Verbindungstür von der Garage zur Wohnung, die Hintertür, die eigentlich nur in den Garten führt.

Fenster

Nach den Türen nutzen Einbrecher Fenster als häufigste Zugangsmöglichkeit: In Mehrfamilienhäusern stehen sie mit 21 % auf Platz 3, in Einfamilienhäusern mit 32 % auf Platz 2 der Statistik einer Kölner Polizeistudie aus dem Jahr 2011. Dabei machen sich Diebe nicht selten die Arglosigkeit der Bewohner zunutze: Selbst kleine Toilettenfenster, die bei der Sicherung häufig vergessen werden, stellen einen Zugangsweg der Einbrecher dar. Gleiches gilt auch für Lichtschächte. Auch wenn das Kellerfenster klein erscheinen mag: Einbrecher sind meist wendig und nutzen auch vermeintlich unbequeme Gelegenheiten, um in Häuser einzudringen.

Abhilfe bei Fenstern schaffen Aufschraubsicherungen, die dem Einbrecher Zeit nehmen, die er nicht hat, bevor das Risiko steigt, entdeckt zu werden. Weniger ansehnlich, durchaus aber auch hoch effektiv sind Vergitterungen vor den Fenstern im Erdgeschoss. Klassische Rollläden hingegen lassen sich meist leicht nach oben drücken und bieten so keinen allzu guten Einbruchsschutz. Als Abwehrmaßnahme geeignet sind jedoch spezielle einbruchhemmende Rollläden, die sich vor allem für das Erdgeschoss anbieten.

Fenster und Türen in den oberen Geschossen sind nach Bedarf zu sichern. Hier kommt es darauf an, ob es Regenfallrohre, Pflanzenrankgitter oder bauliche Konstruktionen wie Carports gibt, die sich Einbrecher als Kletterhilfe zunutze machen können, um an die Fenster und Türen der oberen Geschosse zu gelangen.

Garagen

Ein Garagentor lässt sich leicht öffnen, wenn kein einbruchhemmendes Tor verbaut wurde. Entsprechend besteht hier eine Schwachstelle, die Einbrecher gern nutzen – insbesondere, wenn Sie vergessen haben, die Verbindungstür zur Wohnung zu sichern, haben sie hier ein leichtes Spiel.

Rollläden

Vorhandene Rollläden lassen sich nachträglich mit einem Einbruchschutz versehen. Zum einen gibt es eine Hochschiebesicherung in Kombination mit einem Antrieb, zum anderen sind einbruchhemmende Rollläden möglich, die als Gesamtelement nach DIN EN 1627 die Widerstandsklasse WK 2 erfüllen.

Zeitschaltuhren simulieren Ihre Anwesenheit und sorgen dafür, dass die Rollläden auch bei einem längeren Urlaub nur nachts heruntergelassen sind.

Rankhilfen sind eine wahre Hilfe für Einbrecher, wenn es um die oberen Stockwerke geht. Somit sollten auch die Fenster in den oberen Geschossen immer abgeschlossen sein. Foto: fotolia.de ©Jeanette Dietl #64955371

Grundstück

Auch das Grundstück lässt sich schützen. Bereits Hecken oder Zäune sowie Gartentore, die immer abgeschlossen sind, stellen eine Hürde für Einbrecher dar. Ein Problem werden Hecken jedoch spätestens dann, wenn sie so hoch sind, dass Einbrecher diese als Sichtschutz nutzen und hinter diesen – geschützt vor Blick von außen – ihr Werk verrichten können. Türsprechanlagen regeln den Zugang zu Ihrem Grundstück oder dem Mehrfamilienhaus. Mülltonnen, Gartenmöbel und Rankhilfen sind eventuell gern gesehene Hilfen von Einbrechern. Stimmen Sie gegebenenfalls die Position von Regenfallrohren und Außenanlagen mit der Sicherungstechnik ab.

Einbrecher präferieren die Dunkelheit. Leuchten Sie dunkle Ecken deshalb bis ca. 22 Uhr gut aus und beleuchten Sie das Wegeumfeld dauerhaft oder mit einem Bewegungsmelder. Strom an Außensteckdosen sollte stets abgeschaltet sein.

Sicherungsklassen

Fenster und Türen werden nach DIN EN 1627 auf ihre Einbruchhemmung hin getestet und erhalten eine Klassifizierung nach einer sogenannten Widerstandsklasse. Diese gibt es vom einfachen Schutz RC-1 bis zum höchstem Schutz RC-6. RC-1-Fenster werden beispielsweise nur auf die Einwirkung von körperlicher Gewalt ohne Zuhilfenahme von Werkzeug getestet. Entsprechend empfiehlt die Polizei für Privathäuser und Wohnungen mindestens den Schutz RC-2 oder RC-3, die einen Angriff mit Werkzeug überstanden haben. RC-2-Fenster sind mit Pilzkopfzapfen-Beschlägen, einbruchhemmender Verglasung (P4A-Glas) und meist einem abschließbaren Fenstergriff ausgestattet, das RC-3-Fenster hat einen noch höheren Widerstandswert. Die Klassen RC-4 bis RC-6 hingegen kommen eher im gewerblichen Bereich zum Einsatz.

Natürlich kann auch ungeprüfte Technik einem Einbruch standhalten. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nur durch eine Prüfung nach DIN-Norm, zumal mit dieser eine nach DIN vorgeschriebene Montage und Betreuung einhergeht.

Elektronische Absicherung im Smart Home

Grundsätzlich gilt: Mechanik vor Elektronik. 90 % aller Einbrüche lassen sich durch mechanische Maßnahmen verhindern, sodass Elektronik lediglich ein zusätzlicher Schutz sein sollte.

Nichtsdestotrotz ist die elektronische Einbruchssicherung im Zuge der digitalen Vernetzung der Haustechnik stark im Kommen. Positiv wirken sich im Hinblick auf die Abschreckung von Einbrechern vor allem die Anwesenheitssimulation sowie die Möglichkeiten der Videoüberwachung aus. Da Einbrecher vor allem unbewohnt wirkende Gebäude und Wohnungen auswählen, ist insbesondere die Simulation von Anwesenheit durch programmierte Szenarien effektiv:

  • Hoch- und herunterfahren der Rollläden zu bestimmten Zeiten
  • Ein- und Ausschalten von Lampen, Fernseher oder einem Fake-TV zu unterschiedlichen Tageszeiten in verschiedenen Räumen
  • Der Einbau von Schlossanlagen, die über einen Fingerscan und mithilfe von Schließberechtigungen funktionieren

Achten Sie bei der Smart Home-Technik vor allem auf die Sicherheit der technischen Anlage. Wenngleich Einbrecher üblicherweise keine komplexen technischen Systeme hacken, so lauern hier zukünftig verstärkt Gefahren. Achten Sie deshalb auf:

  • Sichere Passwörter für alle Komponenten (wahllos zusammengesetzte Zeichen, Änderung der Werkseinstellungen, Kombinationen aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen.
  • Verschlüsselung über aktuellen Verschlüsselungsstandard, Zugangs-Passwort selbst wählen.
  • Nutzen Sie Firewall und Virenschutz, installieren Sie regelmäßig Updates.
  • Zugangskontrolle: Welches Gerät muss wann ins Internet?
  • Reduzierung der Datenspeicherung auf das notwendige Minimum.
  • Schalten Sie Geräte bei Nichtnutzung ab.
Ein Smart Home kann sowohl mit verschiedenen Anwesenheits-Szenarien als auch mit alternativen Öffnungs- und Schließmethoden dabei helfen, das Haus abzusichern. Foto: fotolia.de ©michaelheim #121826208

Alarmanlagen

Alarmanlagen haben den Nachteil, dass sie den Einbruch melden, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Selbst wenn sich der Einbrecher durch das Alarmsignal vertreiben lässt, stehen Sie dem psychischen Schaden gegenüber, dass jemand bis zu Ihrer Privatsphäre vorgedrungen ist. Entsprechend sollte eine Alarmanlage den mechanischen Einbruchsschutz nicht ersetzen, sondern maximal ergänzen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um eine geprüfte Überfall- und Einbruchmeldeanlage handelt, die von einem Fachbetrieb installiert und betreut wird. Ein Verzeichnis zu solchen Betrieben gibt es in einem polizeilichen Adressennachweis für Errichter von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen.

Entsprechend der Höhe des Einbruchrisikos gibt es verschiedene Alarmanlagen. Für normale Häuser empfiehlt die Polizei den Schutz nach Grad 2 (Klasse A). Zudem gibt es Differenzierungen nach Art der Nutzung, den örtlichen Gegebenheiten und Umweltfaktoren. Möglich sind beispielsweise:

  • Öffnungsmelder
  • Verschlussmelder
  • Durchbruchmelder
  • Bewegungsmelder
  • Infrarotschranken
  • Lichtschranken
  • Alarmdrahttapeten
  • Körperschallmelder

Einfache Tipps, die ohne große Investition auskommen

Es ist jedoch keine gute Idee, einen Einbrecher zu stellen. Das Ziel des Einbrechers ist es vor allem, unerkannt zu bleiben. Trifft er also auf einen Bewohner und wird erkannt, setzt er sich unter Umständen zur Wehr. Lassen Sie den Täter also möglichst unbehelligt und rufen Sie sofort die Polizei. Bestenfalls können Sie dieser eine exakte Täterbeschreibung abgeben.

Auch die Nachbarn sind ein guter Einbruchschutz: Pflegen Sie einen guten Kontakt zu Ihren Nachbarn. Wissen diese, wer bei Ihnen regelmäßig ein- und ausgeht, ist die Bereitschaft höher, auch mal ein Auge auf Ihr Grundstück zu werfen als bei anonymen Nachbarn. Verdächtige Personen fallen so schneller auf.

Grundsätzlich gilt: Gekippte Fenster und nicht abgeschlossene Wohnungstüren bei Abwesenheit sind eine erste Einladung für Einbrecher, um ohne großen Aufwand in die Wohnung zu gelangen. Schließen Sie entsprechende Fenster und Türen ab und sichern Sie diese gegebenenfalls durch einen zusätzlichen Einbruchschutz. Vor allem bei Wohnungseingangstüren in Mehrfamilienhäusern ist die Zahl stark steigend.

Auch ein Hund kann Einbrecher davon abhalten, in eine Wohnung einzudringen. Weniger beeindruckend ist sicherlich das Kläffen eines offensichtlich kleinen Rehpinschers hinter der Tür – Eindruck macht hingegen der Rottweiler im Garten mit dem entsprechenden Warnhinweis am Gartentor.
Nicht der Urlaub, sondern die Dunkelheit ist die Hauptzeit der Einbrüche. So hilft es, bei kürzerer Abwesenheit ein Licht brennen zu lassen.

Ein überquellender Briefkasten wirkt wie eine Einladung. Besser: Die Nachbarn u regelmäßige Leerung bitten. Dabei können sie dann gleich auch die Blumen gießen. Foto: fotolia.de ©spuno #90495133

Haus und Wohnung für den Urlaub sichern

Die Urlaubszeit mag nicht die Hochzeit aller Einbrüche sein, bietet sich aber vor allem deshalb an, weil Ihre Wohnung oder Ihr Haus längere Zeit unbeleuchtet sind – wenn Sie keine geeigneten Maßnahmen treffen. Einige Tipps für den Einbruchschutz im Urlaub:

  • Fenster und Türen verschließen – am besten mit abschließbaren Fenstergriffen. Den Schlüssel nicht sichtbar zur Seite legen.
  • Den Klingelton unterbrechen. So wird das Läuten verhindert – der Einbrecher kann nicht abschätzen, ob Sie die Klingel nicht gehört haben, oder tatsächlich nicht zu Hause sind.
  • Ein Fake-TV (Fernsehsimulator) imitiert die Lichteffekte eines Fernsehers und simuliert so Ihre Anwesenheit. Die Steuerung erfolgt per Zeitschaltuhr oder Fernsehattrappe.
  • Haus- oder Wohnungstür nicht einfach zuziehen, sondern zweifach abschließen.
  • Gartentore mit einem Kettenschloss abschließen.
  • Das Auto abschließen, wenn es zu Hause bleibt.
  • Fahrräder mit einem Schloss an etwas anketten, das nicht bewegt werden kann.
  • Schlüssel niemals draußen verstecken – Einbrecher kennen alle Verstecke.
  • Haus- und Autoschlüssel, die Sie nicht benötigen, nehmen Sie mit oder geben sie an eine vertrauenswürdige Person.
  • Rollläden nur (!) während der Nacht schließen. Auch hier kann eine Steuerung per Smart Home-Vernetzung erfolgen, oder Ihre Nachbarn sind behilflich.
  • Bei längerer Abwesenheit keine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, sondern eine Rufumleitung auf das Handy schalten.
  • Keine Abwesenheitsnotizen an die Tür hängen. Erwarten Sie Pakete, informieren Sie die Nachbarn.
  • Die Nachbarn sind sicherlich auch behilflich beim Leeren des Briefkastens und dem Blumengießen, oder parken auch mal in Ihrer Einfahrt.
  • Gummistiefel vor der Haustür tragen ebenfalls zur Simulation von Anwesenheit bei.
  • Das Smart Home kann auch bei der Lichtsteuerung in verschiedenen Räumen zu unterschiedlichen Zeiten helfen.
  • Zeitungen und eventuell weitere regelmäßige Lieferungen abbestellen, damit sich diese nicht vor der Tür stapeln.
  • Leitern, Gartengerät und Mülltonnen wegschließen. Diese können eine Aufstiegshilfe für Einbrecher darstellen.
  • Wertgegenstände in einem polizeilich empfohlenen Safe deponieren. Zusätzlich eine Liste aller Wertgegenstände erstellen, die bei der Bank aufbewahrt wird.
  • Für Einbrecher interessantes Diebesgut nicht sichtbar platzieren.
  • Alarmanlage einschalten und dem Nachbarn mitteilen, was im Schadensfall zu tun ist.
  • Eine vertrauenswürdige Person über die Dauer der Abwesenheit informieren.
  • Kontaktdaten weder auf den Schlüsselanhänger noch das Gepäck schreiben. Stattdessen eine Kontaktnotiz im Koffer platzieren.
  • Das Haus oder die Wohnung vor einer längeren Abwesenheit ohne großes Aufsehen verlassen.

 

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