Stadtleben

Einladungen

Manche Galeristen sind komisch. Sie bauen eine Ausstellung auf und schreiben in ihre Pressemitteilung, die Ausstellung sei vom 28. März an geöffnet, die Vernissage aber finde erst am 3. April statt – so wie Chris Ehlers in der Produ­zentengalerie Hundertmark. Das finden sie ganz normal. Das ist zwar alles ein wenig merkwürdig, aber auch sympatisch. Andere Galerien, andere Sitten. Manche bitten um Ankündigung ihrer Ausstellung, möchten aber auf gar keinen Fall den Zeitpunkt der Eröffnung veröffentlicht sehen. Aber voll ist es dann bei solchen gesellschaftlichen Ereignissen trotzdem. Das muss dann auch gar nicht daran liegen, dass es dort ein Glas Wasser oder Saft gibt.

Die neueste Art, klammheimliche Aufmerksamkeit zu erregen, ist die Einladung zur Ausstellungseröffnung, zu der man dann noch eine „private“ Einladung haben muss. Das nennt sich dann wohl Exklusivität oder Wichtigtuerei.
Gott sei Dank sind die meisten Galeristen normal geblieben. Die wissen zwar auch, dass bei Eröffnungen an und für sich viel Laufpublikum die Räume füllt, ohne dass Kunst den Besitzer wechselt. Aber es ist dann immer doch die Freude zu spüren, dass sich der Laden füllt. Dabei ist es dann auch völlig gleichgültig, ob es freie Getränke gibt oder man sein Bier bezahlen muss. Es ist einfach die Einstellung, Öffentlichkeit herzustellen, ein wenig Kunst zu feiern. Aber egal, ob es eine kleine Galerie ist, die Eröffnung der Ausstellung eines Sammlers wie in den Haubrock-Shows oder bei Sprüth Mager, wo sich die Massen hineinschieben.

Das ist immer noch ein bisschen etwas für Kulturflaneure des demokratischen Berlin. Dort ist jeder willkommen. Das ist ein Reiz, der anderen Kulturveranstaltungen abgeht, wo man am liebsten unter sich ist und der Türsteher sagt, ob man dazugehört oder auch nicht.
Und dann gibt es doch noch eine weitere Erfindung der Einladung zur Eröffnung, die auch einem sehr angesehenen Menschen zu verdanken ist. Renй Block teilt einfach mit, dass die nächste Ausstellung am kommenden Samstag, dem 4. April, ab 11 Uhr jedem Besucher in der Heidestraße 50 offen steht. Man sieht sich.

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