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Eis auf Berlins Gewässern betreten? Lasst es lieber sein!

Wenn in Berlin Seen und Flüsse zufrieren, ist es verlockend, das Eis zu betreten – aber eben auch lebensmüde. Wer Eisflächen in Berlin betritt, spielt mit dem Tod. Feuerwehr und DLRG warnen. Das Eis ist selten stabil genug zum Betreten, auch kleine Gewässer sind oft nicht wirklich tragfähig, vor allem dann nicht, wenn mehrere Menschen gleichzeitig auf dem Eis sind. Wir klären auf.

2021 wurden Hubschrauber eingesetzt, um Menschen in der Rummelsburger Bucht zu bitten, das Eis zu verlassen. Auch wenn es verlockend ist, sollten Eisflächen in Berlin nicht betreten werden. Foto: Imago/Sabine Gudath

Berlin gibt grundsätzlich keine Eisflächen offiziell frei

Das Wichtigste vorweg: Berlin gibt grundsätzlich keine Eisflächen offiziell zum Betreten frei. Das ist in anderen Städten anders, zum Beispiel in Hannover. Dort misst die Stadt die Eisdecke auf dem populären Maschsee. Hat das Eis eine gewisse Dicke (13 Zentimeter) erreicht, wird es freigegeben. 

Lebensgefahr: Die Polizei gibt in Berlin grundsätzlich keine Eisflächen offiziell frei. Manche suchen doch immer wieder den Nervenkitzel. Foto: Imago/Sabine Gudath

Der Winter hat in Berlin Einzug gehalten, doch die Eisflächen sind meist noch viel zu dünn. So warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Berlin. Nach ein paar Tagen mit Minustemperaturen ist das Eis noch nicht tragfähig. Es brauche dafür eine langanhaltende Kälteperiode. Auch wenn diese eintreten sollte, ist das Betreten von Eisflächen auf eigene Gefahr und auch bei einer Eisdicke von 15 Zentimetern noch lebensgefährlich.

Eis betreten in Berlin: Immer auf eigene Gefahr

Die Polizei Berlin sagt, das Betreten einer Eisfläche geschehe immer auf eigenes Risiko. Wann Eis tragend ist, lasse sich nur schwer verallgemeinern. „Das kann man nie genau sagen. Die Eisstärken auf einem einzigen Gewässer können sehr unterschiedlich sein. Hier bilden Faktoren wie Strömungsverhältnisse, Zu- oder Ablauf eines Sees, Sonneneinstrahlung, Beschaffenheit und Dichte des Eises eine entscheidende Rolle“, heißt es in einer Erklärung der Behörde.

Das Betreten von Eisflächen auf Berlins Gewässern ist nie offiziell freigegeben und auf eigene Gefahr. Foto: Imago/Fotostand/Gelhot

Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird es auch in den kommenden Wochen nicht kalt genug. Vor allem tagsüber werde es zu mild dafür, ehe sich eine Eisfläche mit ausreichend Tragfähigkeit bilden könnte.

Regeln auf dem Eis: Das sagt die Polizei

Einige Hinweise hat die Polizei auch – gerade für jene, die nun doch unbedingt aufs Eis müssen:

  • Nie allein aufs Eis
  • Niemals im Dunkeln aufs Eis
  • Fließende Gewässer unbedingt meiden, dazu gehören auch Spree, Havel, Großer Wannsee, Tegeler See und der Große Müggelsee
  • Unter Brücken ist Eis dünner 
  • Von Brüchen und Löchern verhalten
  • Checken, ob Rettungseinrichtungen der Berliner Feuerwehr in der Nähe sind 

Jemand ist ins Eis eingebrochen: Wie ihr helfen könnt

Üben für den Ernstfall. Regelmäßig führen DLRG und Feuerwehr Eisrettungsübungen durch. Foto: Imago/Future Image/C. Hardt

Die Wasserschutzpolizei fährt Streife, wenn den Einsatzkräften etwas auffällt, wird sofort die Polizei alarmiert. Wenn ihr jemanden seht, der ins Eis eingebrochen ist solltet ihr als erstes die Polizei (110) oder die Feuerwehr (112) rufen. Wichtig: bringt euch nicht selbst in Gefahr. Checkt, ob ihr in der Nähe Rettungsmittel findet und versucht – mit Stange, Rettungsleiter, Seil oder Rettungsring – eine Rettung vom Ufer. Solltet ihr euch der Stelle nähern, wo die Person eingebrochen ist, dann legt euch flach auf den Bauch und robbt oder gleitet über das Eis. So verteilt ihr am besten euer Gewicht auf der Eisfläche.

Und wenn ihr selbst einbrecht?

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren, auch wenn es schwer fällt.

  • Laut um Hilfe rufen. Macht auf euch aufmerksam!
  • Nicht wild herum zappeln. So verliert der Körper nur noch schneller Wärme.
  • Kommt auf keinen Fall unter das Eis – so verliert man sehr schnell die Orientierung.
  • Versucht euch am Rand der Bruchstelle festzuhalten oder auch auf dickeres Eis hochzuziehen.
  • Wenn das Eis bei dem Versuch, sich hochzuziehen, weiter bricht, dann versucht euch Richtung Ufer durchzuschlagen. Wie ein menschlicher Eisbrecher.

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