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Gefroren

Eis auf Berlins Gewässern betreten: Verlockend – und lebensmüde

Es ist verlockend – aber auch lebensmüde. Wer sich auf die derzeit zugefrorenen Seen und Flüsse in Berlin wagt, spielt mit dem Tod. Das sagt die Feuerwehr. Das Eis sei nicht stabil genug zum Betreten, auch bei kleinen Gewässern sei nicht hundertprozentig gegeben, dass sie wirklich tragfähig sind – vor allem, wenn mehrere Menschen gleichzeitig auf dem Eis sind. 

Mittwoch auf dem Landwehrkanal: Die Berliner*innen haben entschieden, dass das Eis dick genug zum Betreten ist. Foto: Spieler
Mittwoch auf dem Landwehrkanal: Die Berliner*innen haben entschieden, dass das Eis dick genug zum Betreten ist. Foto: Spieler

Berlin gibt grundsätzlich keine Eisflächen offiziell frei

In Berlin gibt die Stadt grundsätzlich keine Eisflächen offiziell zum Betreten frei. Das ist in anderen Städten anders, zum Beispiel in Hannover. Hier misst die Stadt die Eisdecke auf dem populären Maschsee. Hat das Eis eine gewisse Dicke (13 Zentimeter) erreicht, wird es freigegeben. 

An mehreren Orten in Berlin waren in den vergangenen Tagen bereits Menschen auf zugefrorenen Seen und unter anderem auch am Landwehrkanal in Kreuzberg nahe der Admiralbrücke zu sehen. Eine mutige Aktion, betont die Feuerwehr. Ja, es sei kalt, und das auch schon länger, aber gerade nicht stehende Gewässer frieren deutlich langsamer zu als andere.

Betreten einer Eisfläche in Berlin immer auf eigene Gefahr

Die Polizei Berlin sagt, das Betreten einer Eisfläche geschehe immer auf eigenes Risiko. Wann Eis tragend ist, lasse sich nur schwer verallgemeinern. „Das kann man nie genau sagen. Die Eisstärken auf einem einzigen Gewässer können sehr unterschiedlich sein. Hier bilden Faktoren wie Strömungsverhältnisse, Zu- oder Ablauf eines Sees, Sonneneinstrahlung, Beschaffenheit und Dichte des Eises eine entscheidende Rolle“, heißt es in einer Erklärung der Behörde.

Einige Hinweise hat die Polizei auch – gerade für jene, die nun doch unbedingt aufs Eis müssen:

  • Nie allein aufs Eis
  • Niemals im Dunkeln aufs Eis
  • Fließende Gewässer unbedingt meiden, dazu gehören auch Großer Wannsee, Tegeler See und der Große Müggelsee
  • Unter Brücken ist Eis dünner 
  • Von Brüchen und Löchern verhalten
  • Checken, ob Rettungseinrichtungen in der Nähe sind 
An der Autofähre zwischen Konradshöhe und Spandau auf der sonst zugefrorenen Havel sammeln sich die Wasservögel. Die vertragen das Eiswasser besser als Menschen. Foto: Imago/Petra Schneider

Die Wasserschutzpolizei fährt Streife. Sollte es zu einem Unglück kommen, hat die Polizei Hinweise zur Rettung – zuerst sollten sofort Rettungskräfte alarmiert werden. „Versuchen Sie nach Möglichkeit die Rettung vom Ufer, zum Beispiel mit einer Stange, Rettungsleiter, einem Seil oder einem Rettungsring“, so die Polizei.

„Wenn Sie sich der Unglücksstelle auf dem Eis nähern, legen Sie sich auf das Eis und robben oder gleiten Sie. Hierdurch verteilen sie Ihr Gewicht auf eine größere Fläche.“ Bei Unsicherheiten lieber nicht zu viel riskieren – denn auch für Retter*innen besteht beim Betreten von Eis Lebensgefahr.


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