• Stadtleben
  • Empfehlungen für Pfingsten 2013 in Berlin

Stadtleben

Empfehlungen für Pfingsten 2013 in Berlin

MUSIK UND PARTY

Freitag, 17.5.

EOMACKillekill 012 Release Party
Mit „Spoock“ gelang Ian McDonnell alias EOMAC eine der besten und erfolgreichsten Veröffentlichungen des Berliner Labels. Und er inspiriert mit seinen extremen Klängen, einer düsteren Atmosphäre und eigenwilligen Rhythmen auch Kollegen wie Phon.o. McDonnell ist zudem Mitglied des Duos Lakker, dessen Veröffentlichungen von Größen wie Aphex Twin goutiert. wurden.

Suicide Circus, Revaler Straße 99, Friedrichshain, 24.00

Max Prosa Konzert
Die Verweise auf den großen Übervater Bob Dylan wird er nicht los – will er auch gar nicht. Nach dem überraschend erfolgreichen Debüt holt Max Prosa mit „Rangoon“ die große bedeutungsschwangere Textkeule heraus, dichtet und musiziert ohne Rücksicht auf Verluste, wirkt manchmal zu ambitioniert, verhebt sich bei den ein oder anderen Passagen, sollte aber dennoch für so viel Mut und Ehrlichkeit belohnt werden. Und wenn Song-Epen wie „Desolation Road“ als Vorbild standen, anyway, der Max ist jung und Prosa seine Waffe.

Heimathafen Neukölln 21.00

Savages im Lido
Das Frauen-Quartett euphorisiert nicht nur die leicht zu begeisternde britische Pop-Presse, auch deutsche Musikkritiker sind angetan. Dieser Tage erscheint das viel gelobte Debüt „Silence Yourself“, das mit Wave- und Gothic-Pop-Zitaten spielt, ohne sich dem 80er-Jahre-Trend anzubiedern. Ähnlich wie ihre Kollegen von Warpaint, die den Minimal- und Weird Folk vereinnahmten und ummodellierten, erschaffen Savages einen eigenen musikalischen Kosmos.

Lido 20.00

Julio Bashmore im WaterGate

Als Daft Punk ihr Meisterwerk „Homework“ 1997 veröffentlichten, war es um den damals 14-Jährigen geschehen. Der Hit „Da Funk“ infizierte ihn mit dem House-Virus, der sich bekanntlich im Erstellen von eigenen Mixtapes und in pädagogisch schädlichen Besuchen von Raves ausdrücken kann. Inzwischen ist Julio Bashmore in diesem Genre ein Superstar. Endlich beehrte der Brite die „Yes!“-Reihe von Oldie Mitja Prinz.

WaterGate 23.55


„Freaky Friday“ im SO36
Zum dritten Mal findet das Psycho-Punk-Rockabilly-Festival am Pfingstfreitag statt. Mit dabei u.a.: die britischen Rock’n’Roller King Kurt Chuck Harvey und seine Band Frantic Flintstones (UK / USA / D) den Abend als Co-Headliner bestreiten und die Kölner Minestompers, die den Abend eröffnen werden.

SO36 20.00, VVK, 15 EUR 

Samstag, 18.5.

SchlagerTrompete
Der Schlager feierte bereits in den 90er-Jahren eine kurze, aber heftige Wiederbelebung. Die neue Partyreihe in der Trompete möchte an die goldenen Jahre des deutschen Schlagers in den 60er- und 70er-Jahren erinnern. Lieder, bei denen man mal alle Sorgen loswerden, sich lieb haben oder mitsingen kann und der DJ moderiert – wie damals.

Trompete 20.00

Carnival Glow

Warm Up für den Karneval der Kulturen: Reggae, Soca und Dancehall mit Kes, Scrappy & The Tropical Storm Band, Triniboi Joocie, Ms Desire, Muzik Lil Muzik u.a.

Astra Kulturhaus 23.00

SteveBlameSteve Blame im Lido
Bewies die andere MTV-Koryphäe namens Ray Cokes bei seinem jüngsten Berliner Auftritt ein nicht ganz so stilsicheres Händchen, so wird das Steve Blame nicht passieren. Dieser  MTV-Europe-Moderator war durch seine ruhige und umsichtige Art nicht nur ein angenehmer Reporter und Interviewer, es gelang ihm durch persönliche Ausstrahlung auch hinter die Fassade der Stars zu blicken – ohne diese bloßzustellen. Sein Buch „Emotionale Vaseline“ hinterfragt überraschend ehrlich, inwieweit Selbstzerstörung kreativ genutzt werden kann.

Lido 22.00

Konzert: Denseland
Es sind Klang gewordene Abgründe, die die drei Berliner Musiker Hanno Leichtmann, David Moss und Hannes Strobl produzieren. Unter dem Namen Denseland erschaffen sie minimalistische Elektronik-Kompositionen, in denen sich nur spurenhaft Melodien finden lassen. Man könnte die auf rhythmischen Strukturen basierenden Stücke auch als Geräusche-Techno bezeichnen, über dem sonore Textfragmente liegen.

Haus Ungarn 21.00

Lusotronics Festival
Der „lusophonische“, also portugiesische Sprachraum der Länder Angola, Brasilien, Mosambik und Portugal steht im Fokus des zweitägigen Festivals. Gerade in der letzten Zeit waren Stile wie Kuduro, Tecno Brega oder Baile Funk prägend für den internationalen Dancefloor. DJs und Künstler wie M.I.A., Santigold oder Diplo vereinnahmten die Klänge. Neben Batida, dem Projekt des angolanisch-portugiesischen DJs Pedro Coquenгo (heute und morgen), sind auch Bonde do Rolк (morgen) bereits einem größeren Publikum bekannt.

Gretchen 21.00

Sonntag 19.5.

The Magnetic North feat. Sarah Neufeld
Die Reihe „Musikbühne“ in der Volksbühne hat immer auch einen thematischen Aufhänger. Ein schnödes Konzert allein geht nicht. The Magnetic North möchten mit ihren musikalischen Ambitionen die Grenzen zwischen Pop und Neuer Musik auflösen. Ihr Werk „A Symphony of Orkney“ bietet mit seinem Sujet (die Legende der ungewollt schwangeren Betty Corrigal, die sich vor der schottischen Küste der Insel Orkney umbrachte) schon genug Anlass, dramatisch zu punkten. Neben der Band, der u. a. der Songwriter Erland Cooper und der Ex-The-Verve-Gitarrist Simon Ton angehören, sorgen ein Chor und ein Streicherensemble für die große musikalische Emphase. Den Abend eröffnet die Arcade-Fire-Violinistin Sarah Neufeld.

Volksbühne 20.00

Konzert: Tom Odell
Getragener Singer-Songwriter-Pop mit melancholischer Grundnote – auch Tom Odell reiht sich ein in die Heerscharen moderner Liedermacher. Von Lily Allen in London entdeckt, erscheint im Juni sein Debütalbum. Die Single „Another Love“ sorgte bereits für Aufsehen: Nach einem spartanisch instrumentierten Intro entwickelt sich die Ballade zum Herzensbrecher-Schwulst, der dann unvermittelt abbricht. Er wird uns noch lange leiden lassen, der junge Tom Odell.

PrivatClub 20.00

 

Montag 20.5.

Gliss

Warum lange um den heißen Brei herumreden? „Fucked Up Art Pop“ nennt das dänisch-amerikanische Trio um die Sängerin Victoria Cecilia sein musikalisches Anliegen. Und das klingt ambitioniert, kratzig, elektronisch eingefärbt und tendiert Richtung Indie-Rock. Das empfanden auch Bands wie Glasvegas, The Horrors oder die Editors so und buchten Gliss für die Support-Shows.

Berghain/Alte Kantine 21.00

Foto_Martin_Eder_RuinRuin
Dark Ambient Die Live-Performance der düster-apokalyptischen
Bilder des Malers Martin Eder wird nicht im Kunstblut-Splatter-Rausch
enden. Mit seinem Projekt Ruin vertont der Künstler seine Visionen und
surrealen Traumsequenzen zu Dark-Ambient-, Drone-Doom- und tiefen
Black-Metall-Exzessen. Im Gegensatz zur verstörenden, detailverliebten
Bildgewalt bestehen die Kompositionen aus dekonstruierten Musikfetzen
und industriellen Loops.

Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, 20.00, Karten-Tel. 24 06 57 77



STADTLEBEN/SONSTIGES

c_Daniela_IncoronatoKarneval der Kulturen
Über eine Million Zuschauer werden beim Straßenumzug am Pfingstsonntag erwartet, circa 4?000 Akteure in 79 Gruppen tanzen, musizieren und präsentieren ihre Kostüme beim farbenfrohesten Umzug der Welt. Allein 71 der teilnehmenden Ensembles kommen aus Berlin und buhlen um den Pokal für die schönste Darbietung oder den fantasievollsten Wagen. Die Jury besteht u. a. aus Theaterintendanten, Designern und Architekten. Im Anschluss laden zahlreiche Sound­systeme und DJs zu den Aftershow-Partys in die Clubs dieser Stadt. Schon ab Freitag findet außerdem das Straßenfest rund um den Blücherplatz statt.

Hermannplatz Neukölln, So 19.5., 12.30-20.30

Schwules_Museum_Hass_Fussballspieler_c_Privatbesitz_BerlinNeueröffnung des Schwulen Museums
25 Jahre lang residierte das Schwule Museum am Mehringdamm, irgendwann wurden die Kreuzberger Räumlichkeiten einfach zu klein. Ein Umzug war unumgänglich. In Tiergarten fand sich eine ehemalige Druckerei, die mit 1?600 Quadratmetern nahezu doppelt so viel Fläche bietet. Neben dem Museum selbst gibt es so auch Platz für Archiv, Bibliothek, Veranstaltungsräume und ein Cafй. Zur feierlichen Eröffnung sind in der Gruppenschau „Transformation – Update“ künstlerische Fotografien zu sehen sowie Gemälde von Jochen Hass aus den Jahren 1950 bis 1955.

Schwules Museum Fr 17.5., 19.00

tip-Bühnenredakteur Peter Laudenbach liest
Als er die Rollkoffer-Invasion, die Hipster-, Ballermann- und Party-Touristen nicht mehr sehen konnte, hat tip-Redakteur Peter Laudenbach eine gut gelaunte Abrechnung mit den lästigen Besuchern geschrieben: „Die elfte Plage. Wie Berlin-Touristen die Stadt zum Erlebnispark machen“ (Edition Tiamat). Die Buchpremiere mit Überraschungsgästen findet nicht ganz zufällig direkt an der Kreuzberger Tourismusmeile statt.

Buchladen Kisch und Co, Oranienstraße 25, Kreuzberg, Tel: 030 6148087 Fr 17.5., 20.00

Ladies Day: 42. Oleander-Rennen
Der Pfingstsonntag ist traditionell der „Ladies Day“ – natürlich mit Hutwettbewerb. Hier kämpfen zudem Deutschlands Langstrecken-Stars um den mit 55.000 Euro dotierten Sieg des 42. Oleander-Rennens. Der legendäre Lauf ist eines von vier Gruppen-Rennen der Berliner Saison, geht über die extreme Distanz von 3200 Metern und ist somit das längste Rennen der gesamten deutschen Galoppsaison.

Galopprennbahn Hoppegarten So 19.5., 14.00

Nacht der offenen Kirchen

Das kirchliche Pfingstfest wird zum Anlass genommen, die Gotteshäuser an einem Abend mit allen Sinnen erleben zu können. Zu Konzerten, Diskussionen, Führungen, Kirchturm-Besteigungen, Orgel-Vorführungen und Lesungen bei Kerzenschein laden die Kirchen aller christlichen Konfessionen ein, auch mal ohne einen Gottesdienst diese Orte zu besuchen. Eröffnet wird die Lange Nacht am Brandenburger Tor, Höhepunkt ist das internationale Chorkonzert im Berliner Dom (20 Uhr).

19.+20.5. 2013, Alles Infos unter www.offenekirchen.de

FÜR KINDER UND FAMILIEN

Ritterfest_PotsdamRitterfest in Potsdam

Über Pfingsten verwandelt sich der Volkspark Potsdam in eine mittelalterliche Welt. Tapfere Ritter treten zu Turnieren an, Gaukler und Narren sorgen für Belustigung, Hörner werden geblasen und Harfen gezupft und Kinder können sich bei Theater- und Märchenspielen ins Reich der Fantasie entführen lassen. Ein historischer Markt und viele Stände mit Köstlichkeiten und kühlen Getränken runden das Spektakel ab.

Volkspark Potsdam 18.-20.5., 10.00

Jazz im Bürgerpark Pankow
Das Familienfest bringt Vorlieben von Erwachsenen und Kindern unter einen Hut. Während die Größeren das Programm genießen, können sich die kleinen Besucher auf Hüpfburgen austoben. Ein Kunstmarkt, Ausstellungen und eine große Kunst-Auktion lassen keine Langeweile aufkommen. Zum 5. Geburtstag von „Jazz im Park“ steht das Programm unter dem Motto „The Best Of“. Am Start sind u.a. Ruth Hohmann, die in diesem Jahr von der Berlin-Swing-Band begleitet wird oder auch Günther Fischer mit seiner Band sowie Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra.

Bürgerpark Pankow Sa 18. +So 19.5., 11-22 Uhr, Mo 20.5., 11-21 Uhr

4. Ritterfest auf dem Schloss Oranienburg 
Historisches Ritterfest mit Mittelalter- und Rittermarkt, Gauklertheater, Akrobatik & Feuershow mit den „Flugträumern“
Ritterlager der „Midgards Feuerbund“. Natürlich gibt es auch die passenden Kämpfe mit Gerätschaften wie Axt, Schild,
Schwert und Morgenstern. Angehende Ritter können die Ritterschule besuchen, Armbrustschießen, Messerwerfen oder Ponyreiten.

Schloss Oranienburg, 18.- 20.05.2013, 10-19 Uhr
Wegezoll: Kinder bis 5 Jahre frei, Kinder ab 6 Jahre 4 Ђ, Schüler/Studenten 5 Ђ, Erwachsene 6 Ђ, Familienkarte 15 Ђ  

Pferde-Schnupperkurs beim KJRFV
Kinder von 5 bis 10 Jahren können die Welt der Pferde und Ponys in
Theorie und Praxis während eines Pfingst-Schnupperkurses kennenlernen.

Schnupperkurse an Pfingsten, 18.-21.05.2013 (Sa-Di), tgl. 9-12 Uhr oder 12.30-15.30 Uhr
100 EURO pro Teilnehmer/-in
Kinder-und Jugend-, Reit-und Fahrverein Zehlendorf e.V. (KJRFV), Robert-von-Ostertag-Str.1
14163 Berlin, Tel: 030 802 61 16, www.kinderreitschule-berlin.de
Bürozeiten: Mo-Fr 15.00-17.30 Uhr

Familien-Geländespiel im FEZ

Unter dem Motto „gemeinsamer Familienspaß“ begeben sich Familien am
Pfingstwochenende auf ein „Outdoor-Abenteuer“ quer über das FEZ-Gelände.
In verschiedenen Touren können Überlebens-, Spiel- und Naturkompetenz
trainiert werden. Unter anderem werden Flaschenwerfen, Floßbau und
Holzhacken angeboten. Eintritt frei! Materialkosten sind gesondert zu
entrichten.

FEZ am 18. + 19. Mai 2013


Fotos: Sandra Ludewig, Michael Tewes, Bruno Lazaro, Andrew Whitton, Martin Eder/Ruin, Daniela Incoronato, Privatbesitz Berlin

Mehr über Cookies erfahren