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Großveranstaltung

EXPO 2035 in Berlin: Nun gibt es konkrete Zahlen und Pläne

Ja, nein, doch? Vor wenigen Wochen erschien die Aussicht auf eine EXPO 2035 in Berlin realistisch, nachdem sich der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) öffentlich für eine Weltausstellung in der Hauptstadt ausgesprochen hatte. Kurz darauf wurde die Euphorie durch eine indirekte Absage der Senatssprecherin Christine Richter allerdings gebremst. Bis der offizielle Senatsbeschluss fällt, arbeiten die Initiator:innen der EXPO-Berlin-Bewegung dennoch weiter – und präsentieren Zahlen und Pläne.

Eine mögliche EXPO 2035 in Berlin soll die ohnehin grüne Stadt noch grüner machen und dezentral ausgebaut, in allen Kiezen erlebbar sein.
Eine mögliche EXPO 2035 soll Berlin grüner machen und dezentral in allen Kiezen erlebbar sein. Visual: KI/Global Goals Berlin

Eine Weltausstellung 2035 in Berlin? Diese Idee ging in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder durch die Medien. Berlin könnte seine offizielle Bewerbung für die EXPO 2035 beim zuständigen Bureau International des Expositions (BIE) in Paris Ende 2026 einreichen. Die Entscheidung darüber, wo die EXPO 2035 stattfinden wird, soll im Jahr 2028 fallen. Die Weltausstellungen selbst finden im Fünf-Jahres-Rhythmus statt.

Voraussetzung für eine offizielle Berliner Bewerbung ist jedoch zunächst eine formale Absichtserklärung des Senats sowie anschließend des Bundes. Obwohl sich Kai Wegner vor rund vier Wochen positiv zu einer EXPO 2035 in Berlin positioniert hatte, erteilten die Senatssprecherin Christine Richter und die Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) dem Projekt vor rund einer Woche eine indirekte Absage. Beide erklärten sinngemäß, dass kein Senatsbeschluss zur EXPO 2035 in Berlin zu erwarten sei.

In diesem Zusammenhang wurde auch die geplante Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele 2040 diskutiert. Medial wurden beide Großevents teils als konkurrierend dargestellt. Die Initiator:innen der EXPO 2035 in Berlin – Global Goals für Berlin e.V. und die EXPO 2035 Berlin GmbH – betonen hingegen, dass sich beide Projekte nicht ausschließen, sondern im Gegenteil gegenseitig unterstützen könnten. Eine EXPO 2035 könne sogar Vorteile für die langfristige Olympia-Planung mit sich bringen.

Entscheidung im Dezember – Global Goals Berlin und die EXPO 2035 Berlin GmbH arbeiten weiter

Am 16. Dezember 2025 fällt der offizielle Beschluss des Senats darüber, ob das Land Berlin eine Bewerbung der Hauptstadt für die EXPO 2035 unterstützt. Trotz der derzeit negativen politischen Prognose intensivieren Global Goals für Berlin e.V. und die EXPO 2035 Berlin GmbH ihre Arbeit aktuell sogar. Ziel ist es, die potenziellen Vorteile einer EXPO 2035 für Wirtschaft und Stadtgesellschaft stärker in die Öffentlichkeit zu tragen und die mögliche Koexistenz von EXPO und Olympia zu betonen.

Dabei verweisen die Initiator:innen auf konkrete Kennzahlen: Prognosen zufolge könnte eine EXPO 2035 bis zu 22 Milliarden Euro zusätzliches BIP-Wachstum für Deutschland bringen. Mehr als drei Milliarden Euro könnten in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fließen. Die Umsetzung gilt als kostendeckend, mit erwarteten Einnahmen und Ausgaben von jeweils rund 2,1 Milliarden Euro. Während der sechsmonatigen Laufzeit der EXPO werden bis zu 30 Millionen Besucher:innen erwartet. Vorgesehen sind zudem eine mögliche Sonderwirtschaftszone mit erleichterten Ansiedlungsbedingungen für Unternehmen sowie eine umfassende Transformation der Stadt entlang der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Als Leitthema der Bewerbung ist „Zukunft. Made in Germany“ vorgesehen.

Als mögliche Standorte für das EXPO-Hauptgelände werden Flächen von 100 bis 150 Hektar diskutiert, darunter das ehemalige Flughafengelände Tegel sowie Areale in Schönefeld im Süden Berlins. Ergänzt werden soll das Hauptgelände durch ein dezentrales Konzept: Sogenannte EXPO-Satelliten, also ausgewählte Berliner Gebäude und Kulturorte, etwa das Funkhaus Berlin, könnten im Rahmen der EXPO neu belebt werden. Kiez-Labs in der ganzen Stadt sollen Berlin im Kleinen und Kreativen präsentieren, während ein digitaler Global Solutions Hub als virtuelle EXPO-Plattform das Großereignis begleiten und weltweit zugänglich machen soll.

Wie breit der Rückhalt der EXPO-2035-Berlin-Bewegung bereits ist, zeigte sich auch bei einer Pressekonferenz am 9. Dezember im EXPO-Büro im Ludwig-Erhard-Haus der IHK Berlin, bei der zahlreiche wichtige Persönlichkeiten und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft zu Wort kamen und ihre Unterstützung für die Berliner EXPO-Bewerbung bekräftigten. Seit Monaten arbeitet das EXPO-Konzept-Team, bestehend aus Expert:innen und Wissenschaftler:innen aus den Bereichen Stadtplanung, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren, an einem realistischen Konzept für eine EXPO 2035 in Berlin.

Generalsekretär des BIE in Berlin

Aktuell hält sich zudem der Generalsekretär des Bureau International des Expositions (BIE) aus Paris für mehrere Tage in Berlin auf. Ein geplantes Treffen mit Kai Wegner sagte der Regierende Bürgermeister jedoch „aus terminlichen Gründen“ ab, wie am Montag, 8. Dezember, im „Checkpoint“ des „Tagesspiegels“ zu lesen war.

Hinter der Berliner EXPO-Initiative stehen der Verein Global Goals für Berlin e.V. sowie die EXPO 2035 Berlin GmbH, die das Projekt als überparteiliche und zivilgesellschaftlich getragene Initiative gemeinsam mit Akteur:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport vorantreiben.


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Eine Stadt erfindet sich neu: Das aktuelle Heft zur EXPO von tipBerlin & Global Goals für Berlin e.V. könnt ihr hier lesen. Lust auf ein Konzert? Alle unsere Konzerttipps findet ihr hier. Kulturhauptstadt Berlin erleben mit den Kulturtipps: Museen, Ausstellungen und Theater. Was Berlin täglich zu bieten hat, erzählen euch unsere Tagestipps, in allen Rubriken und Kategorien. Immer gut mit Tipps versorgt: Den tipBerlin Newsletter könnt ihr hier abonnieren.





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