Stadtleben

Fahrradfahren in Berlin

Fahrradfahrer in BerlinDie Fußgängerzonen am Alexanderplatz, der Gehweg am Landwehrkanal in Kreuzberg und die breiten Bürgersteige am Kurfürstendamm. Sie alle haben etwas gemeinsam. Ja, auch Fußgänger – gemeint sind aber diesmal die Fahrradfahrer. Diese müssten zwar eigentlich auf der Straße oder auf Radwegen fahren, wirklich daran halten tut sich aber kaum jemand. Nicht nur Berlin wächst unaufhörlich, sondern auch seine Fahrrad fahrende Gemeinschaft. Die Zahl der Berliner, die täglich auf Mountainbike, Rennrad, Hollandrad und Co. durch die Stadt kurven wird momentan auf 500 000 geschätzt – das sind rund 20 Prozent mehr als vor sechs Jahren. Da ist es kaum verwunderlich, dass auf den Straßen (und Bürgersteigen) oft das reinste Chaos herrscht. Teilweise wird es dabei richtig gefährlich: Allein im letzten Jahr verunglückten im Berliner Straßenverkehr 4700 Radfahrer, elf starben. Dass diese Bilanz nicht allein von den Radfahrern zu tragen ist, liegt auf der Hand.

Fahrradfahren auf dem BürgersteigDennoch, „Verkehrsgerechtes und umsichtiges Verhalten ist gerade bei Radfahrern von besonderer Bedeutung, weil sie wenig geschützt und dadurch erhöhten Gefahren ausgesetzt sind.“ sagt Polizeipräsident Dieter Glietsch und unterstreicht damit die Eigenverantwortung der Radfahrer. Die Berliner Polizei setzte bisher auf phasenweise verstärkte Fahrradkontrollen. So achteten Beamte vom 1. bis zum 13. April 2009 besonders auf gefährliches Verhalten, wie das Befahren von Gehwegen und Fußgängerzonen. Für die ertappten Verkehrssünder gab es Bußgelder, es sei denn man war mit ausreichend Gegenargumenten gewappnet. Diese Strategie verhalf einer Kollegin zum gebührenfreien Weiterfahren auf dem Gehweg. Richtig zu greifen scheint die Taktik insgesamt nicht. Sobald das Auge des Gesetzes wegschaut, ist (fast) jede Läuterung vergessen. Obwohl der neue Bußgeldkatalog mit teils empfindlichen Strafen auch für Radfahrer droht. Eine rote Ampel zu überfahren schlägt mit 100 EUR zu
Buche, Telefonieren mit dem Handy kostet 25 EUR, Näheres in der vom ADFC zusammengestellten Tabelle HIER:

Klar ist, jeder sollte im Straßenverkehr Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen, ganz egal, ob er auf zwei, drei oder vier Rädern unterwegs ist. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Fakten für Fahrradfahrer.

Berlins Entwicklung zur Fahrrad-Metropole hat natürlich auch seine guten Seiten. Hinter dem Radeln in der Hauptstadt steht mittlerweile nicht mehr nur der Gesundheitsgedanke – Fahrradfahren ist Lifestyle. Umweltbewusstsein hin oder her, wer sich auf den Drahtesel schwingt und das Auto stehen lässt, schont nicht nur die Natur und immer knapper werdende Ressourcen, Radfahren spart auch Geld. Und das liegt nicht erst seit der Weltwirtschaftskrise im Trend. Apropos Wirtschaft: Wie wär’s mit einem neuen Fahrrad? Hier haben wir einige empfehlenswerte Fahrradgeschäfte Berlins zusammengestellt. 

Fotos: Bernd Sauer-Diete/tip

Mehr:

www.adfc.de

FAHRRADLÄDEN IN BERLIN

BLOGBEITRAG VON OLIVER GEHRS (Dummy)ÜBER RADFAHRER

Mehr über Cookies erfahren