Stadtleben

„Fightgirl Ayse“ im Kino in Berlin

Darüber vernachlässigt sie ihr Studium und gefährdet damit die von ihrer Familie erhoffte Karriere als Ärztin. Als ihr unbedingter Selbst­behauptungswille dazu beiträgt, dass die Verlobungsfeier ihres Bruders in eine Schlägerei ausartet und die Verlobung aufgelöst wird, ist das Chaos perfekt – auch wenn der Kampf in der Küche etwas von einem Liebesbalzen hat.
Die Art, wie Ayse zunächst unkontrolliert zuschlägt, ebenso wie eingeschobene Fantasien lassen auf tief sitzende Verletzungen schließen, aber der Film von Natasha Arthy („Alt, neu, geliehen und blau“) will nichts erklären, sondern Konfliktlinien offenlegen. Überzeugend: Semra Turan in der Titelrolle – auch im wirklichen Leben ein Kung-Fu-Champion. Wenn sie am Ende auf der Straße Rad schlägt, weiß der Zuschauer, dass sie ihre Dämonen besiegt hat.

Text: Frank Arnold

Sehenswert

Fightgirl Ayse (Fighter) Dänemark 2007; Regie: Nata­sha Arthy; Darsteller: Semra Turan (Ayse), Nima Nabipour (Ali), Cyron Bjшrn Melville (Emil);
Farbe, 97 Minuten

Kinostart: 1. Januar 2009

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