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Lange Nacht der Wissenschaften: Flippern mit Gedanken: eine Technologie der TU Berlin

GedankenflipperTechnische Entwicklungen verändern die Welt oft radikaler und nachhaltiger, als es politische Entscheidungen oder gesellschaftliche Errungenschaften tun können. Man denke nur ans Radio, Flugzeuge oder das Internet, ohne diese Erfindungen würde unser Leben wohl komplett anders aussehen. Nun machen sich einige Forscher vom Fachbereich Maschinelles Lernen an der TU auf, die Welt ein weiteres Mal zu revolutionieren: mit dem Berlin Brain Computer Interface (BBCI), einer direkten Schnittstelle zwischen Hirn und Maschine. Der Gruppe um Professor Dr. Klaus-Robert Müller ist es gelungen, einen gewöhnlichen Flipper allein mit Gedankenkraft zu steuern, und zwar in Echtzeit.

Es ist weltweit das erste Experiment dieser Art, und es grenzt an Magie. Weder Knöpfe, Touchscreens oder Hebel werden benötigt, der Spieler nutzt einzig vorgestellte Bewegungen der linken und rechten Hand, die durch EEG-Signalmuster auf den Flipper übertragen werden und damit die Schläger aktivieren. Das Konzept hinter dem BBCI ist mit Sicherheit eine Zukunftstechnologie, deren Ausmaß heute noch nicht ab­sehbar ist. Erst einmal wird sie Menschen mit Behinderungen helfen, etwa um mental eine Schreibmaschine oder einen Rollstuhl zu steuern, und sie ist ein wichtiges Werkzeug für die Neurowissenschaften, mit dem Gehirnvorgänge sehr präzise analysiert werden können. Irgendwann werden wir so aber vielleicht unsere Fernseher, Autos und Lichtschalter bedienen – und zwar ohne die verkabelte Kappe.Gedankenflipper

Text: Jacek Slaski

Das Projekt wird im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft präsentiert:
TU-Berlin, Haus des Lernens, Raum FR 7024, Franklinstraße 28/29, Charlottenburg, Sa 13.6., 17-1 Uhr,
www.bbci.de

Infos zur Lange Nacht der Wissenschaften
Homepage Lange Nacht der Wissenschaften

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