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Folge 176: 10 Tipps für die Social-Media-Disco

Spanner-Fenster-Floor


Kater Holzig, Prince Charles, Q-Dorf, Facebook -Letzeres ist doch auch so ein Club. Nur heisst hier der Tresen „Timeline“ und die Backstagearea findet man in einer „geschlossenen Gruppe“. Auch hier gibt es Stammgäste, anstrengende Monologe und plumpes Flirtgebaren. Es gibt den neuesten Gossip, ein paar wirklich gute Momente, peinliche Bekanntschaften und eine Hand voll cooler Säue – also jene, die im Club Breakdance drauf hatten oder die richtigen Sprüche. Auf Facebook sind es die Wortaktobaten/innen mit den schlauwitzigen Updates, die oft schneller als andere sind.  Leider ist der Türsteher unkonzentriert, weil meistens am twittern, und so rutschen ihm jede Menge komischer Gestalten durch. Darunter Leute, die einem an der Tanzfläche viel zu dicht ins Ohr schreien,weil sie ausschließlich in GROSSBUCHSTABEN KOMMUNIZIEREN, VERSTEHST DU, WAS ICH MEINE? oder Leute, die jede einzelne deiner Meldungen mit einem halbseitigen Negativkommentar beantworten. Quelle solch ungünstigen Verhaltens ist häufig Unwissenheit und vor einiger Zeit verfasste ich einen Knigge mit Benimm-Empfehlungen für Clubs. Diese möchte ich nun für meine Social-Media-Stamm-Disco vervollständigen, und wenn nur zwei Leute die Tipps berücksichtigen, sehe ich meinen Beitrag für ein schöneres Facebook, als erfüllt an.

1) Wer nach einer bestätigten Freundschaft, als erstes Aufforderungen verschickt, Fanseiten oder Gewinnspiele zu liken, gehört entfriendet.

2) Wer komplexe Themen per FB-Kommentarfunktion durchdiskutieren will, versucht vermutlich auch vorm DJ Pult in der Wilden Renate die  Reaktivität von Kohlenstoffatomen mit Doppelbindung zu erläutern. – Fehler!

3) Egal, was sie dir erzählen: Bill Gates verschenkt keine Millionen Dollar und du gewinnst auch kein iPhone, wenn du einen Status likest. Der Barmann im Kingsize gibt dir ja auch keine Flasche Schampus aus, nur weil du ihm stolz deinen „Daumen hoch“ präsentierst.

4) Bitte beruhige dich. Dass es im Sommer heiss ist oder im Winter schneit, kommt vor und muss nicht extra kommentiert werden. – Oder rennst du wirklich ins Watergate zurück und rufst: „Leute, es schneit!“, weil du auf dem Nachhauseweg ein paar Schneeflocken abbekamst?

5) Das Rumgeschreie, nachdem FB mal wieder sein Layout veränderte, ist absurd und die Forderung „Wir wollen unser altes Layout zurück“ so sinnvoll, wie sich im Berghain darüber zu beschweren, dass jemand die Wand hinterm DJ Pult gestrichen hat.

6) Gilt für die WC-Tür im Cassiopeia  genauso, wie für die Facebook-Wall: Smileys und Herzchen sparsam verwenden, immer origineller: ein paar schlaue Worte.

7) Kommunikation im Facebook-Universum ist wie ein Gespräch in einer ländlichen Grossraumdiskothek, prädestiniert für Missverständnisse. Daher sachlich bleiben und nie, ich wiederhole, nie etwas persönlich nehmen.

8) Nicht nerven! Wer zehn von zehn Statusmeldungen kommentiert, sollte sich fragen: ist meine Meinung wirklich ein Mehrwert oder ist ‚einfach mal die Fresse halten‘ vielleicht doch die bessere Alternative?

9) Mein Verdacht: Wer auf FB viel „anstuppst“, tippt auch Tanzenden von hinten auf die Schulter. Beides ist, vor allem als erste Kontaktaufnahme, eher fragwürdig.

10) WER NUR IN GROßBUCHSTABEN SCHREIBT, BEKOMMT HAUSVERBOT.

Mit Liebe, Deine Jackie A.

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Zwischen Disko und Dispo – Folge 176: Tipps für die Social-Media-Disco

 

 

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