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Nicht mehr allein

Freunde finden via App: Digitale Mittel gegen analoge Einsamkeit

Eigentlich ist Berlin eine riesige Kontaktbörse, der perfekte Ort, um Freunde zu finden. Überall warten Menschen auf die nächste lebensverändernde Begegnung. Nachdem die Corona-Pandemie die sprudelnden Quellen sozialer Interaktion trockengelegt hat, sieht es hier wie auch überall sonst eher mau aus. Neuankömmlinge können kaum einen Freundeskreis finden, Alteingesessene den ihren nicht erweitern. Gut, dass es technische Hilfsmittel zum Kontakte knüpfen gibt – auch abseits von Tinder. Welche App ist die beste, um Freunde in Berlin zu finden? Wir stellen die beliebtesten Angebote vor – denn wer zieht schon gern alleine los?


Bumble: Freunde finden per App in sicherer Umgebung

Bumble will niemanden ausgrenzen. Foto: Tim Kröplin

Wisch dir eine:n Kumpel:ine. Stark vereinfacht sähe so das Konzept von Bumble aus. Das tindereske Bildschirmstreicheln macht die App aber nicht so besonders. Vielmehr geht es um gegenseitigen Respekt und gelebte Sicherheit. Nutzer:innen können aufdringliche bis zu beleidigende Personen melden, die werden – nach einer Überprüfung – kurzerhand gesperrt. Kontakte knüpfen in einem Safe Space.

Die App bietet drei Modi: Dating, Business und Freunde. Bei letzterem werden nur Kontakte des gleichen Geschlechts vorgeschlagen. An sich logisch. Gemischtgeschlechtliche Freundschaften sind zwar möglich, aber in Zeiten, in denen (vorwiegend Männer) sogar Apps wie Ebay-Kleinanzeigen zur Partnersuche (vorwiegend Frauen) nutzen, ist so eine Unterteilung leider nötig. Gelungen ist, dass etwa nicht-binäre Personen die Wahl haben, wem sie gezeigt werden möchten. Niemand wird ausgeschlossen.

Gibt es ein Match, haben Nutzer:innen 24 Stunden Zeit, Kontakt aufzunehmen. Danach wird er gelöscht und die Suche geht weiter. Für Unentschlossene gibt es die Pro-Version für rund 33 Euro im Monat, bei der abgelaufene Matches erneuert werden können.

  • Bumble verfügbar für iOS und Android

Meetup: Auch für besondere Interessen

Freunde finden per App: Meetup filtert nach Interessen. Foto: Tim Kröplin
Freunde finden per App: Meetup filtert nach Interessen. Foto: Tim Kröplin

Gemeinsame Interesse lassen sich nur über Gespräche finden. „Du magst Zierfische? Ich auch!“ und ab geht’s ins Tiergeschäft. Oft ist es mühselig, sich durch Kennenlernfloskeln zu arbeiten, bis das erste Gold in Form von Gemeinsamkeiten zum Vorschein kommt. Um das abzukürzen, gab es früher Facebook, das nun im Totenbett vor sich hinsiecht. Meetup möchte diese Lücke ausfüllen.

Dort finden sich allerlei Interessengruppen von Abnehmen bis Zukunftsforschung. In denen werden Events vorgeschlagen, sich verabredet oder einfach gequatscht. Große persönliche Treffen finden derzeit zwar nicht statt (ihr wisst schon, Corona), aber digital ist ebenso einiges möglich, etwa via Zoom. Ein Bereich, mit dem viele mittlerweile wohl erfahren genug sind.

  • Meetup verfügbar für iOS und Android

Twindog: Wenn Hunde verbinden

Hunde-Tinder klingt schräg, ist aber ganz nett. Foto: Tim Kröplin

Wo wir schon bei Interessensgruppen sind: Twindog ist Tinder für Hunde. Halter:innen erstellen ein Profil für ihren Hund, und andere können via Swipe entscheiden, ob sie es gut finden. Ein, sagen wir, besonderes Konzept. Schlecht ist es aber nicht. Bei einem Match können sich Nutzer:innen über ihre Tiere austauschen, gegebenenfalls einen gemeinsamen Spaziergang vereinbaren.

Fehlt nur noch der richtige Ort – die schönsten Hundewiesen in Berlin haben wir für euch herausgesucht. Praktisch, oder? Freunde übers Haustier finden ist jedenfalls eine nette Option, solange die Hunde miteinander zurechtkommen.

  • Twindog erhältlich für iOS und Android

Rendezwho: Spaß am Verborgenen

Freunde finden App: Rendezwho
Rendezwho bringt etwas Geheimnisvolles mit sich. Foto: Tim Kröplin

Der Name deutet zwar darauf hin, aber bei Rendezwho geht es nicht ausschließlich ums Dating. Es wäre auch herrlich öde, noch eine Dating-App auf den übersättigten Markt zu werfen. Allein das Konzept hebt sich von der Konkurrenz ab. Zwei Menschen werden völlig unabhängig vom Standort irgendwo auf der Welt verbunden.

Zunächst erfahren Nutzer:innen nur, wie weit der Kontakt entfernt ist, ansonsten gibt es nichts. Kein Foto, keine Angaben zur Person. Alles eingehüllt im dichten Nebel der Anonymität. Gelichtet wird er über Fragen und Aufgaben vonseiten der App. Kommt was Passendes zum Vorschein, suchen sich Nutzer:innen einen Treffpunkt aus.

  • Rendezwho erhältlich für iOS

Ameego: Comeback der Kontaktanzeigen

Nicht wirklich das schönste Design, die Idee hinter der App ist trotzdem gut. Foto: TIm Kröplin

Manchmal wischen, manchmal Gruppen suchen, manchmal Hundeprofile anschauen. Apps, um Freunde zu finden, gehen bisweilen unübliche Wege. Ein Konzept, ein Relikt längst vergessener Zeit, ist die Kontaktanzeige. Ameego holt sie in die Gegenwart. Nutzer:innen stellen eine Anfrage an die Community, in der sie schreiben, was genau sie planen, und darauf können sich Interessent:innen melden. Eine Stunde haben sie dafür Zeit, danach verschwindet die Anfrage wieder. Für spontane Treffen ist das ganz praktisch.

  • Ameego erhältlich für Android

Strava: Über Sport neue Freunde finden

Sportler:innen für gemeinsame Einheiten lassen sich wunderbar über Strava finden. Foto: Tim Kröplin

Sport hilft, sich wenigsten für eine Stunde von der aktuellen Situation abzulenken und den emotionalen Ballast an die Seite zu stellen. Kein Wunder, dass sich auf Instagram gefühlt mehr Clips zu Homeworkouts als Product Placements finden lassen. Auch Joggen und Radfahren stehen derzeit Hoch im Kurs, sie haben einen Run. Über Strava können Hobby- wie auch Leistungssportler:innen ihre Aktivitäten aufzeichnen, Trainingseinheiten verwalten und sich mit anderen austauschen.

Ein soziales Netzwerk für Bewegungsfans. Wer noch Trainingspartner:innen sucht, wird dort fündig. Und daraus können wiederum Freundschaften entstehen. Ist übrigens auch für Sportmuffel geeignet.

  • Strava erhältlich für iOS und Android

Friendsup: Nur Freundschaft, keine Avancen

Freunde finden App: Friendsup
Friendsup richtet sich ausschließlich an Nutzerinnen. Foto: Tim Kröplin

Da, wie bereits beschrieben, viele Männer nicht verstehen, dass Freunde suchen nicht mit Geschlechtspartner finden gleichzusetzen ist, braucht es Alternativen. Friendsup ist so eine. Die App richtet sich explizit an Nutzerinnen, die ihren Freundeskreis erweitern wollen. Wie auch bei den klassischen Datingapps werden Kontakte in der Umgebung angezeigt. Und wieder gilt das Wischprinzip. Links nein, rechts ja. Auserwählte bekommen darauf ein Cheers zugesendet und können darauf eine Nachricht versenden.

  • Friendsup erhältlich für iOS und Android

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Falls ihr einen Ort fürs erste freundschaftliche Treffen sucht, sind hier 12 schöne Orte am Wasser. Oder ihr sucht euch gemeinsam ein Hobby im Grünen: Zum Beispiel das Gärtnern in einem dieser Gemeinschaftsgärten. Was immer ohne Einschränkungen geht: Der Spaziergang. 12 schöne Routen stellen wir hier vor. Und wie läuft es mit der Liebe? Über die Geilheit der Apokalypse beim Dating im Lockdown schreiben wir hier.

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