Jackie A. entdeckt...

Frühling for Präsident!

Berliner, öffnet euer Haar, sattelt die Einhörner und Chihuahuas, auf geht’s im Galopp hinaus ins Freie! Gebt dem Frühling alles, was ihr habt: Verstörend gute Laune, euren nackten Hüftspeck, eine musiklose Tanzeinlage. In Zeiten unwirscher Wetterphänomene kann es stündlich wieder vorbei sein, daher gilt: Jetzt oder nie! Um das Optimum aus der inneren und äußeren Aufbruchsstimmung herauszuholen, habe ich folgenden Sieben-Punkte-Plan aufgestellt:


  1. Cocktail/ Frühlingsbier im öffentlichen Raum ab 15 Uhr: Ebbe im Portemonnaie, aber einen pinken Flamingo im Gin Tonic – that’s the Spirit! Harald Juhnke würde das begrüßen. Zu Recht.
  2. Prioritäten setzen. In den Startups in Kreuzberg und Mitte wird dem nächsten Burnout entgegengeschuftet, Frühlingsprofis aber wissen: Kein Karriereziel, kein Bonus ist mit dem Kollektivereignis „Erster Frühlingstag, grundlos empfundenes Glück im Park“ aufzuwiegen.
  3. Karibik jetzt! Wann warst Du das letzte Mal im Yaam? Hin da! Über den Flohmarkt zwischen Batik-BH’s, Gothic-Prinzessinnen-Outfits, afrikanischem Imbiss und Marihuana-Wölkchen Richtung Stand flanieren. Danach an der Strandbar unter dem Gewicht eines Melancholie-Anfalls zusammenbrechen, sich selbst fragend: Warum bin ich so selten hier?
  4. Neue Frisur! Zum Beispiel bei „Hair Sweet Hair“ im Holzmarkt/Bar 25. Die Typveränderung ruhig mal auf die Spitze treiben: als Winter-Yeti rein in den Laden, als psychedelischer Frühlingsblüher in violett wieder raus. Wem das zu weit geht, der kann sich an einen der Holztische vor die Freiluftbar setzen und warten, bis die übernächtigten Gäste aus dem Club rüber kommen und vorm DJ Pult zu einem Hildegard-Knef-Song rumwabern: Mehr fröhlicher Frühlingsdachschaden geht nicht.
  5. Eis! Zum Schlesischen Tor fahren, bei „Duo Sicilian Ice Cream“ zwei Kugeln des besten Gelato der Stadt* essen (*subjektiver Eindruck von Jackie A. & Ehemann).
  6. Frühlingspragmatismus: An der Kreuzung hat Dich ein Aggro-Idiot fast über den Haufen gefahren? Die Getränkepreise in deiner Lieblingsbar kannst Du Dir nicht mehr leisten? Punkt eins: Immerhin lebst Du noch. Punkt zwei: Touristen bringen den Umsatz, bedürftige Berliner besitzen einen von der tip-Kolumnistin zertifizierten Freibrief, Getränke unauffällig (!) mitzuführen, because „Yes, we can!“ bzw. nimm das, Gentrifizierung.
  7. Jeder Tag ohne Regen und Grauschleier ist ein verdammter Feiertag, also bitte benimm dich auch so.

Einen aufregenden Frühling wünscht Jackie A.

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