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Kleine Freuden

Der Frühling kommt nach Berlin: Auf diese 12 Dinge freuen wir uns

Offiziell ist noch Winter, aber es geht bergauf. Der Januar und der halbe Februar 2021 haben uns mal wieder gezeigt, dass das Wetter auch noch garstig kann – nun klopft der Frühling in Berlin an. Und wir brauchen das, ganz, ganz dringend. Denn der Winter hat uns mürbe gemacht. Zum Glück gibt es jetzt einige kleine Dinge, die endlich wieder gehen – und auf die wir uns echt wie blöd freuen.


Die Sonne scheint uns wieder auf den Kopf

Endlich wieder Sonne auf dem Kopf: In Berlin wird es nach einem verhältnismäßig harten Winter endlich wieder wärmer. Foto: Imago/STPP

Es ist echt Zeit. Seit gefühlt September haben wir ungefähr so viel UV-Licht abbekommen wie eine Tropfsteinhöhle. Das ist ganz großer Mist, denn Vitamin D, das von Sonneneinstrahlung freigesetzt wird, ist schon ziemlich wichtig für uns. Mal abgesehen davon, dass manch Solarium-Junkie langsam zum Weißbrot wird. Kann also nicht schaden.


Wir sind die Picknicker

Sonnenuntergang über dem Teufelsberg in Berlin. Abends braucht es zwar weiterhin eine Mütze, bis dahin kann man aber wieder ohne Eiszapfen am Teller picknicken. Foto: Imago/A. Friedrichs

Ja, wir reden hier nicht von Dutzenden Menschen in geselliger Runde. Sich einfach mal wieder mit seinem Take-away-Essen aus Berlins besten Restaurants an den Kanal oder auf die Mauer setzen zu können, ohne sich den Tod zu frieren (und die Hot Wings ice cold zu genießen), ist ein Geschenk. ZUMAL wir ja weiterhin nicht in echten Restaurants essen dürfen. Und uns langsam wirklich sattgesehen haben an unseren Wohnzimmern.


Spaziergang ohne gefühlte 17 Lagen

Idyllisches Berlin nahe der Krummen Lanke – bald wird es auch wieder grüner. Foto: Imago/Photothek

Ja, wir kennen mittlerweile die besten Spaziergang-Strecken Berlins in- und auswendig. Eilig liefen wir sie, gern mit einer Begleitung, auf und ab, um nicht den Verstand zu verlieren – aber schön war es so mittel. Denn auch wenn es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt: Es ist schon ganz geil, mal wieder ohne lange Unterhose, Handschuhe, Mütze, Schal, Thermohemd und Taschenwärmer vor die Tür zu gehen.


Frühling heißt: längere Tage!

Sonnenuntergang auf der Gneiststraße im Prenzlauer Berg – Berlins Tage werde im Frühling endlich wieder länger. Foto: Imago/Seeliger

Man könnte sagen: Es ist Pandemie, was haben wir denn davon, dass es draußen länger hell ist – wir dürfen ja eh nichts. Humbug! Erstens macht Home-Office mit natürlicher Beleuchtung doch noch mehr Spaß. Zweitens haben wir bald nicht mehr pünktlich zu Feierabend das Gefühl, der Tag sei absolut gelaufen: Mit dem späteren Sonnenuntergang – und den kann man in Berlin toll sehen – kommt ein wenig Hoffnung zurück in Corona-Zeiten: Sollte es doch wieder besser werden? Ja, es wird!


Endlich die neuen Klamotten ausführen

"Irgendwie sah das im Internet anders aus" – was ihr euch im Winter zusammengeshoppt habt, könnt ihr im Frühling endlich durch Berlin tragen. Foto: Imago/Photopress Müller
„Irgendwie sah das im Internet anders aus“ – was ihr euch im Winter zusammengeshoppt habt, könnt ihr im Frühling endlich durch Berlin tragen. Foto: Imago/Photopress Müller

Wer nicht in finanzieller Not war und ist, hat im Lockdown nicht selten ein wenig bis ein wenig zu viel Zeit mit Shopping verbracht – überwiegend digital, und gern Klamotten. Und weil viele, die rausmussten, Arbeitsuniformen haben, und viele, die drinnen blieben, ihre Pyjama-Hosen durchgesessen haben, liegt der ganze Plunder weitestgehend unberührt herum. Wozu einen schicken Pulli anziehen, wenn wir ihn unter einer dicken Jacke verstecken, die wir auch nirgendwo ausziehen bei der Runde um den Block? Eben. Jetzt wird es wärmer – und wir zeigen, was wir haben.


Sport ohne Verletzungsrisiko

Durchs Regierungsviertel joggen – in Berlin wird auch Fitness schnell zum Sightseeing. Foto: Imago/Marius Schwarz

Ja, wir haben sie gesehen, diese Meister*innnen der Disziplin, diese Menschen, die ihren Schweinehund nicht nur besiegt, sondern auch irgendwo an der A2 mit verbundenen Augen ausgesetzt haben. Die auch bei Schnee und Eis joggen gingen, als wäre der Marathon 2020 nicht abgesagt worden. Jetzt trauen wir uns auch wieder raus – und zugegeben, nach diesem Winter ist ein bisschen schnellere Bewegung auch ganz gut für uns.


Mehr Applaus für Frühblüher

Frühling: Frühblüher sind die heimlichen Stars der Pflanzenwelt – wie hier vor der Dorfkirche Alt-Tegel. Foto: Imago/Gora
Frühblüher sind die heimlichen Stars der Pflanzenwelt – wie hier vor der Dorfkirche Alt-Tegel. Foto: Imago/Gora

Hier ein Krokus, da ein Schneeglöckchen: Nichts ist eine stabilere Bank als Frühblüher. Während uns in der Küche der Thymian zwei Minuten nach Kauf unter den Fingern wegstirbt und die Balkonpflanzen schon beim ersten Wind theatralisch ihre Existenz beenden wollen, sind Frühblüher die Kämpfer der Natur. Selbst, wenn die Temperaturen nochmal unter den Gefrierpunkt gehen, selbst, wenn es Mitte Februar nur 27 Sekunden warm ist: Sie sind da. Und lassen sich nicht unterkriegen. Toll!


Ein Wegbier in Ehren

Anfassen bitte nur die Mitbewohner*innen, es ist ja weiterhin Pandemie. Ansonsten freuen wir uns aber, mal wieder ein Wegbier mitnehmen zu dürfen. Foto: Imago/Seeliger

Erstens ist das Wegbier als Konzept im richtigen Winter kein durchdachtes, weil uns eh schon kalt ist. Zweitens konnten wir in den vergangenen Wochen qua Corona-Verordnung unser Wegbier nicht mal mit Glühwein substituieren – weil Alkoholkonsum draußen generell verboten war. Nun aber, mit dem neusten Update, erlaubt der Senat uns das Trinken an der frischen Luft wieder. Warum? Weil die Gefahr der marodierenden Grog-Horden auf größeren Plätzen gebannt ist. Ob das alles Sinn ergibt? Man weiß es nicht. Aber das Wegbier nehmen wir manchmal ganz gern wieder mit.


Musik, auch wenn sie schlecht ist

Dieses süße Bild aus dem Mauerpark ist in diesem Jahr zwölf Jahre alt. Ob es mit der Karriere bei dem damals jungen Mann geklappt hat, wissen wir nicht. Kann sich aber gern melden. Foto: Imago/Zöllner

Was haben wir sie manchmal gehasst, diese Musikant*innen, die vor Restaurants, in Parks, in der Stadtbahn, an jeder Ecke Berlins aufspielen. Wenn wir uns in Ruhe unterhalten wollten, oder weil wir ungünstig an der Lärmeinflugschneise von atonalem Trommeln, schräger Klassik und grauenhaftem Nachwuchs-Rap saßen. Nun freuen wir uns auf das ganze Theater: Ohne Konzerte, ohne Raves, ohne Erlebnisse, werden wir dem nächsten white guy, der meint, „Wonderwall“ zu singen und dabei Gitarre zu spielen, sei kreativ, trotzdem ein paar Groschen in den Koffer werfen – einfach, weil es wieder geht. Und bald nerven sie uns dann ja doch wieder, die diversen Typen in Berliner Parks.


Die Liebe

Im Frühling unterwegs auf dem Weinbersgweg: Es wird endlich wieder wärmer in Berlin – das hilft auch in Sachen Liebe. Foto: Imago/Schicke
Im Frühling unterwegs auf dem Weinbergsweg: Es wird endlich wieder wärmer in Berlin – das hilft auch in Sachen Liebe. Foto: Imago/Schicke

Ja, das mit dem Flirten ist gerade Mist, weil wir jede neue Bekanntschaft eigentlich erstmal zum PCR- oder Schnelltest schicken müssten. Trotzdem: Im Park mal wieder Gesichter zu sehen statt tief ins Gesicht gezogene Schals und Mützen, das wird ein Traum für den Endorphin-Haushalt. Menschen anlächeln! Verschmitzt zwinkern! Eben doch ein bisschen flirten! Oder auch einfach nur den*die Liebste*n nicht verhüllt in einer schlafsackartige Jackenkonstruktion zu sehen. Wahnsinn.


Einfach mal ruhig machen

Einfach mal anhalten, statt nur durch Berlin zu hetzen. Foto: Imago/Westend61

Endlich müssen wir nicht mehr hetzen, weil der Schmalz in unseren Ohren gefriert, weil sich der Schneematsch das Jeansbein hochsaugt, weil die Bänke im wunderschönen Humboldthain alle nass sind. Wir haben wieder Zeit, weil zumindest die äußeren Umstände nicht sagen: Geh heim, leg dich wieder auf dein blödes Sofa, und schau halt noch mal, welche Berliner Drehorte des Damengambits du erkennst. Wir haben im Frühling wieder etwas mehr Zeit für alles, was wir draußen erledigen müssen, weil draußen nicht zum Kotzen ist.


Berlin, du bist eben wirklich wunderbar

Guten Morgen Berlin. Wir lieben die Stadt zu jeder Jahreszeit. Aber eben besonders, wenn im Frühling die Sonne scheint. Foto: Imago/Sattler
Guten Morgen Berlin. Wir lieben die Stadt zu jeder Jahreszeit. Aber eben besonders, wenn im Frühling die Sonne scheint. Foto: Imago/Sattler

Wir freuen uns vor allem auf: Berlin. Diese Stadt, die wir so lieben, die aus jeder Krise bisher noch irgendwas gemacht hat. Die Stadt, die uns ärgern wird, weil mit den ersten Sonnenstrahlen wieder irgendwo mehr illegale Raves stattfinden werden, weil wir im Park große Gruppen sehen werden, die denken, dass Sonne nicht nur geil (Seeed), sondern auch immun gegen Corona macht. Aber Wurst! Die ersten paar Tage Sonne werden wir versuchen, uns einfach nicht zu ärgern. Sondern dieses tolle Gefühl genießen, dass Berlin wieder erwacht, dass das Grau zu Bunt wird, dass das Leben zwar eingeschränkt, aber wieder ein bisschen zurückkommt.


Berlin bei Sonne entdecken

Nichts wie raus – zum Beispiel mal einen schönen Spaziergang im Osten Berlins machen. Wer die Stadt mal anders erkunden will: Es gibt durchaus die Möglichkeit, sich mal auf ungewöhnliche Spaziergänge zu begeben. Lieber in den Wald? Diese Forste in Berlin empfehlen wir euch.

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