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Spendenaktion

Für Rosi: Berlins bunteste Kampagne stärkt Frauen im Kampf gegen Krebs

Die Diagnose Krebs ist oft nicht nur mit Angst, sondern auch mit warten verbunden – warten darauf, dass die Chemotherapie anschlägt, dass man zurückkehren kann in ein Leben, ohne die Angst vor dem Tod. Im Rahmen der Aktion „Für Rosi“ werden jetzt zum zweiten Mal Spendengelder gesammelt, um die Chemotherapieräume der Frauenklinik der Charité freundlicher zu gestalten.

Auffällig bunte Plakate werben dafür in der ganzen Stadt. Die Message macht Gänsehaut: Deine Mutter, deine Schwester, deine Tochter, deine Freundin – Krebs kann sie alle treffen.

Man sieht sie derzeit an prominenten Stellen im Berliner Stadtzentrum: Die Aktion "Für Rosi" soll Brustkrebs-Patientinnen Mut und Kraft spenden.
Man sieht sie derzeit an prominenten Stellen im Berliner Stadtzentrum: Die Aktion „Für Rosi“ soll Krebs-Patientinnen Mut und Kraft spenden. Foto: Für Rosi

Bei Frauen unter 50 Jahren ist Brustkrebs nach wie vor die häufigste Todesursache. Aber auch anderen Krebsarten wie Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs fordern jährlich tausende Todesopfer.

Mit voranschreitendem Alter steigt das Risiko, dass man den Krebs nicht mehr gut behandeln, geschweige denn heilen kann, aber auch schon junge Frauen mit hohen Heilungschancen verbringen oft Monate und Jahre bei der Chemotherapie in Kliniken.

Um diese intensive, aufreibende Zeit für die Patientinnen möglichst angenehm zu gestalten, läuft derzeit die zweite Spendenkampagne „Für Rosi“ – insgesamt 300.000 Euro sollen eingenommen werden, um die Chemotherapieräume der Berliner Frauenklinik der Charité freundlich umzugestalten.

„…ein Therapieansatz, der die Lebenswelt der Patientinnen miteinbezieht“

Mit der Aktion wolle man zum Vorbild für alle Therapieräume in Deutschland werden, sagt Professor Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Charité. Der Therapieansatz gehe „über das Medizinische hinaus und beziehe die Lebenswelt der Patientinnen mit ein“.

„Bei Krebs sind häufig monatelange, teilweise jahrelange Therapien notwendig. Und die Infusionen dauern in der Regel drei bis sechs Stunden oder länger. Wir wollen diese Zeit für unsere Patientinnen sinnvoll nutzbar machen.“

Die schwierigste Zeit im Leben vieler Krebs-Patientinnen soll durch ein durchdachtes Licht- und Duftkonzept sowie gemütliches Mobiliar erträglicher werden. Die sonst eher zweckorientierten Klinikräume werden dadurch einladend und sorgen für ein Gefühl von Normalität, beruhigen und spenden Kraft.

Für Rosi: Ins Leben gerufen von einer Tochter, die ihre Mutter an Brustkrebs verlor

Schon im April 2020 sammelte Tina Müller, Unternehmerin und Initiatorin der Initiative Rosi, mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext 100.000 Euro. Der persönliche Ansatz der Aktion „Für Rosi“, die Slogans „Deine Mutter, deine Schwester, deine Tochter…“, sind inspiriert von Müllers eigener trauriger Geschichte.

2009 erfuhr sie von der unheilbaren Brustkrebserkrankung ihrer Mutter Roswitha, genannt Rosi. Tina Müller rief die Initiative Rosi ins Leben und begleitete ihre Mutter bis zum Tod.

„Für Rosi“-Plakat am U-Bahnhof Paradestraße: Statistisch erhält jede achte Frau einmal im Leben die Diagnose Brustkrebs. Foto: Für Rosi

Die sterilen Therapieräume seien in den letzten Jahren von Rosis Leben zu ihrem zweiten Zuhause geworden, erzählt die Unternehmerin Müller. Ihr sei es daher umso wichtiger, dass sich auch andere Frauen „in dieser schwierigen Phase wieder als vollwertige Menschen fühlen und ihre Zeit lebenswert gestalten können“.

Die 300.000 Euro sollen nicht nur in die Raumumgestaltung fließen, sondern an der Klinik sollen auch inhaltliche Angebote wie Kosmetik- und Ernährungsberatungen sowie Yogakurse für Krebs-Patientinnen etabliert werden.

Die freundliche Umgebung soll dann nicht nur die Psyche der Patientinnen, sondern auch deren Genesung fördern. In Gedenken an Rosi.

  • Die Website der Aktion „Für Rosi“ findet ihr hier.

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