Stadtleben

Galerienwochenende

Vierzig Galerien können sich nicht irren. Vierzig Galerien müssen den Hype noch weitertreiben und veranstalten unter dem hübschen
internationalen Titel: „Gallery Weekend Berlin“ ihre Messen ohne Messeräume an-mieten zu müssen. Sie laden halt über die gemeine Lauf- und Eröffnungskundschaft hinaus ihre speziellen Kunden ein, sich ein schönes Wochenende in Berlin zu machen, und doch möglichst den einen oder anderen Euro auch für Kunst auszugeben. Es bleibt natürlich nicht aus, dass die ganze Galerienszene von dem Anmarsch der Sammler profitiert oder zumindest profitieren will, indem man seine Kunsträume ebenfalls entsprechend öffnet oder gar eröffnet.

Es ist schon verrückt. Nicht nur die vierzig einladenden Weekend-Galeristen werden darunter zu leiden haben an dem unüberschaubaren Angebot. Auch der Rest muss sich ganz schön strecken, um ins Visier der Kunstkonsumenten zu geraten. Da ist es
selbstverständlich einfach, wenn man wie Haunch of vension in der Heidestraße mit dem Namen Damian Hirst allein schon die Sachverständigen zwingt, auch dorthin zu gehen.

Oder man feiert seine Eröffnung bzw. Wiedereröffnung wie Matthias Arndt  in der Potsdamer Straße im Gebäude des Wintergartens. Das verspricht spektakulär zu werden, weil diese Straße immer noch neue Galerien oder Orte für Kunst bereithält. In der Lützowstraße 20, gleich um die Ecke neben dem Kumpelnest 3000, hat Julia Raab in einer
Ladenwohnung ihren Projektraum eröffnet. Unter dem Titel: „Berlin Roadshow.com“  präsentiert sie dort Gemälde von El Bocho, Skulpturen von Neon sowie Fotografien von Tseng Kwong Chi, der Keith Hering bei der Arbeit aufnahm. Das ist schon aufregend, diese Mischung von Kunstorten der unterschied-lichsten Art. Da unterscheidet sich die Potse doch erheblich von anderen Kunstghettos. Da wird kein bestimmter Geschmack serviert. Dort kann man sich noch überraschen lassen, wenn man denn neugierig genug ist.     

30. Mai bis 2.5.   

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