Berlin verstehen

12 historische Karten von Berlin: Stadtgeschichte von 1600 bis heute

12 historische Karten von Berlin zeigen die Entwicklung der Stadt. Die Geschichte der Ansiedlungen an der Spree reicht zwar noch viel weiter zurück, nämlich knapp 800 Jahre. Aber wir beginnen mit der Zeit um 1600, als der Ballungsraum Berlin und Cölln städtischen Charakter annahm. 12 historische Karten, von 1600 bis zur Entstehung Groß-Berlins.


1600 – Eine Stadt entsteht

Berlin historische Karten
Berlin um 1600. Foto: Public Domain

Die ersten urkundliche Erwähnung von Cölln geht auf 1237 und für Berlin auf das Jahr 1244 zurück. 1309 erfolgte eine Städteunion der beiden Ansiedlungen und ab 1432 spricht man von einer Doppelstadt Cölln-Berlin. Diese historische Karte zeigt die Situation um 1600.


1652 – Nach dem Dreißigjährigen Krieg

Historische Karten: Berlin um 1652. Foto: Public Domain
Historische Karten: Berlin um 1652. Foto: Public Domain

Die Karte von 1652 zeigt den Grundriss der beiden kurfürstlichen Residenzstädte Berlin und Cölln, der Entwurf stammt von Johann Gregor Memhardt. Eingezeichnet sind die Kirchen und weitere wichtige Gebäude. Die Stadt hat gerade den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) überdauert.


1712 – Zeit von Friedrich I.

Berlin historische Karten
Berlin um 1712. Foto: Public Domain

Hier ein „gründlicher Abriß, der königlichen Haupt- und Residenz Stadt Berlin“ aus dem Jahr 1712. Weniger farbenfroh, aber dafür sind die wichtigen Straßen verzeichnet. Es war die Zeit von Friedrich I. Der Regent ließ französische Glaubensflüchtlinge in die Stadt kommen und förderte viele Bauprojekte, darunter auch Kasernen und Bürgerhäuser.


1739 – Zeit von Friedrich II.

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Historische Karte von Berlin um 1739. Foto: Public Domain

Die historische Karte aus dem Jahr 1740 ist eigentlich nur eine aktualisierte Kopie des Originals von 1739. Sie basiert auf dem Plan von Johann David Scheuen. Der Plan ist umrandet von 14 Ansichten und einem „Prospekt von der Stadt Berlin, von der Nord Seite anzusehen“. Im Plan eingezeichnet sind die Statuen von Friedrich Wilhelm und Friedrich I. Hinzu kommen Zeichnungen von alle Kirchen Berlins, von denen noch einige heute erhalten sind und zu den ältesten Gebäuden in Berlin gehören.


1769 – Zentrum der preußischen Macht

Berlin um 1769. Foto: Public Domain

Friedrich II., auch Friedrich der Große genannt, war ab 1740 König in Preußen, ab 1772 König von Preußen. Ein feiner historischer Unterschied. In seine Regierungszeit die das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus einläutete, fällt der Aufstieg Berlins zur europäischen Metropole. Berühmte preußische Architekten und Bildhauer prägten das Stadtbild, Kunst und Kultur konnten gedeihen, und das Königreich gewann an militärischer Bedeutung in Europa. Zwar ließ der legendäre Monarch viele repräsentative Gebäude in Potsdam errichten, doch Berlin war das Zentrum der preußischen Macht.


1798 – Klassizismus auf dem Vormarsch

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Berlin um 1798. Foto: Public Domain

Die historische Karte aus dem Jahr 1798 gleicht schon eher einem Stadtplan. Ein Verzeichnis von Straßen und wichtigen Gebäuden sorgt für einen guten Überblick. Man erkennt die Ausbreitung der Stadt, das alte Zentrum am Fluss steht nicht mehr alleine da, nahezu in jede Richtung wurden Gebiete erschlossen. Das späte 18. Jahrhundert war von Friedrich Wilhelm II geprägt, der von 1786 bis 1797 König von Preußen war. Er folgte damit seinem Onkel Friedrich dem Großen. In dieser Ära erfolgte die Umgestaltung der Stadt nach klassizistischen Idealen.


1811 – Das Bürgertum erstarkt

Berlin um 1811. Foto: Public Domain

Von 1806 bis 1808 war Berlin von den Franzosen besetzt, anschließend erfolgte ein rasanter Aufstieg zu einer der bevölkerungsreichsten Metropolen Europas. Eine städtische Selbstverwaltung wurde gegründet, 1809 entstand die Berliner Stadtverordnetenversammlung. Damit löste sich die preußische Stadt langsam von ihrem feudalen Erbe und der Ära der Monarchie und machte sich langsam auf dem Weg zur Republik. Auch das Bürgertum erstarkte in jener Zeit und eine eigenständige bürgerliche Kultur entstand.


1840 – Wandel zur Metropole

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Berlin um 1840. Foto: Public Domain

Der Verkehr hat sich revolutioniert, die Eisenbahnen entstanden, die Industrialisierung war auf dem Vormarsch. Im Jahre 1840 glich Berlin nicht mehr einer mittelalterlichen Siedlung an der Spree, wo die Untertanen des gnädigen Regenten ihrem Tagwerk nachgehen, sondern zunehmend einer modernen Stadt. Berlin wuchs über die Stadtmauern hinaus, die ersten Mietskasernen entstanden, aber auch die negativen Aspekte der Urbanisierung wie Kriminalität, Chaos, Lärm und Luftverschmutzung begannen ein Problem für die Bewohner zu werden.


1871 – Hauptstadt des Deutschen Reichs

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Berlin um 1871. Foto: Public Domain

1871 veränderte sich politisch alles. Das Deutsche Reich wurde gegründet, Wilhelm I wurde Kaiser und Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs. Berlin war mittendrin in den politischen Wirrnissen des späten 19. Jahrhunderts. Die Stadt wuchs zur Millionenmetropole, der Reichstag wurde gegründet und bekam ein eigenes Gebäude, Wasserwerke, zentrale Schlachthöfe, Bahnhöfe, Straßen und neue Parks entstanden. Die Wohnquartiere schossen in und um Berlin aus dem Boden.


1895 – Fin de Siècle

Berlin um 1895. Foto: Public Domain

Der Plan aus dem jähr 1895 zeigt Berlin mit sämtlichen Vororten und vollständiger Stadt- und Ringbahn. Man kann darauf bereits die heute bestehende Ausbreitung der Stadt erkennen. Die meisten Bezirke existieren schon, auch wenn sie offiziell noch nicht zur Stadt Berlin gehören. Berlin war eine Arbeiterstadt, mit billigen Mietskasernen, dunklen Hinterhöfen und qualmenden Schornsteinen. Doch noch brach die Moderne nicht komplett aus.


1907 – Die moderne Stadt

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Berlin um 1907. Foto: Public Domain

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg nahm die Stadt ihre jetzige Form endgültig an. Allerorts wurde gebaut, so geht das Zitat des Kunstkritikers Karl Scheffler, Berlin sei „dazu verdammt: immerfort zu werden und niemals zu sein,“, auf das Jahr 1910 zurück. Das Sechstagerennen ging an den Start, die Menschen fuhren mit der U-Bahn, schwammen im Wannsee, spazierten im Tiergarten und amüsierten sich in den großen Ballhäusern. Die Straßenbahnen fuhren über den Alexander- und Potsdamer Platz, das Telefonnetz wurde immer dichter und man kaufte in den neuen Kaufhäusern von Tietz und Wertheim ein. Der Puls der Moderne gab in Berlin den Rhythmus an.


1920 – Groß-Berlin entsteht

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Berlin um 1920. Foto: Public Domain

Am 1. Oktober 1920 entstand Groß-Berlin, mit der Eingemeindung der umliegenden Städte, Ortschaften, Landgemeinden und Dörfer wurde Berlin so quasi über Nacht die drittgrößte Metropole der Welt. Nur London und New York waren größer. Berlin stieg zu einer modernen Stadt auf und wurde zum Inbegriff des pulsierenden Lebens in den Goldenen Zwanzigern.

Ein Jahrhundert ist seitdem vergangen, ein Weltkrieg, die Teilung der Stadt, 28 Jahre Mauer und die Wende folgten. Seit 30 Jahren entwickelt sich Berlin friedlich und vereint weiter und gilt als eine der spannendsten Städte der Welt. Auch die Karten haben sich verändert. Nach der Ära der Pharus- und Falk-Pläne kam Google Maps.


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