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Grüne Tage der nachhaltigen Lebensmittelkultur

Pestizide auf den Feldern, Antibiotika im Fleisch, Geflügel ohne Auslauf und Tageslicht, genmanipulierte Getreidesorten u.v.m.: „Wir haben es satt!“ meinen über 20000 Menschen aus ganz Deutschland, die sich am 19. Januar zur Agrardemo einfinden werden, weil die Industrialisierung der Landwirtschaft endlich aufhören soll. Stattdessen wird eine nachhaltige und tierfreundliche Agrarpolitik in Europa gefordert: „Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“.
GruenetageDer Termin ist nicht zufällig gewählt, sondern fällt bewusst mit dem internationalen Agrarministergipfel während der grünen Woche zusammen. Dann trifft sich die industrielle Agrarlobby mit der Politik, die sich bisher noch immer mit ihren Vorstellungen von Landwirtschaft in den Verhandlungen durchsetzen konnte. Da sowohl die Entscheidung zur EU-Agrarreform ansteht wie auch die Bundestagswahl in Sicht ist, ist lautstarke Meinungsäußerung besonders gefragt.

Bei einer Demo belassen es die Veranstalter aber nicht. Sie setzen stattdessen die „Grünen Tage“ in der Markthalle IX als Alternativprogramm zur Grünen Woche an, in deren Zentrum ein bunter Markt für nachhaltige Lebensmittelkultur mit regionalen Erzeugern und Initiativen steht: Eine regionale Leistungsschau für Menschen, die nicht nur an den Endprodukten, sondern auch an deren Entstehung interessiert sind. Hier sind nicht nur die bekannten Wochenmarkthändler am Start, de ebenfalls allesamt regionale Produkte verkaufen, sondern weitere 30 Erzeuger und Initiativen wie z.B. Stadtbienenhonig, Die Agronauten e.V., Wohlfahrth Schokoladen oder Slowfood Berlin.
Am Freitag (18.1.) soll außerdem, organisiert von der Genuss- und Geschmacksplattform Slowfood Berlin, die sich u.a. für regionale Geschmacksvielfalt einsetzt, gemeinsam eine Suppe gekocht werden. Damit das besser von der Hand geht, wird eine „Schnippeldisko“ inszeniert. Bis zu 400 junge Menschen werden erwartet, die zirka eine Tonne Gemüse zerkleinern sollen, aus dem die Suppe für die Demonstranten am 19.1. gekocht werden soll. Eine schöne, verbindende Geste, erst recht bei den Temperaturen.

Agrar Demo
Sa, 19.1. 2013, 11 Uhr

Treff vor dem Berliner Hauptbahnhof; Demonstration zum Kanzleramt ab 12 Uhr

Grüne Tage

Do, 17.1.2013, 19 Uhr
Marktgespräch: »Bauernland in Bauernhand – Stoppt das Landgrabbing in Rumänien«

Fr, 18.1.2013, 12–19 Uhr:
Markt für nachhaltige Lebensmittelkultur
Ab 18 Uhr Schnippeldisko – Gemüse schnippeln für die Suppe auf der Demo mit dem Slow Food Youth Network

Sa, 19.1.2013, 8–10 Uhr: Bauernfrühstück zur Stärkung vor der Demo
9–16 Uhr: Markt für nachhaltige Lebensmittelkultur

Außerdem gibt es weitere begleitende Aktionen,
z.B. eine Aktion zum Recht auf Nahrung am Sa 19.1., Konzert mit Mellowpark und Johanna Zeul im Bi Nuu
siehe www.deine-stimme-gegen-armut.de

Mehr:
www.slowfood-berlin.de
www.projekt-umdenken.de
www.markthalleneun.de
www.meine-Landwirtschaft.de

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