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Hauptstadt-Häfen

Häfen in Berlin: 12 Anlegestellen von nützlich bis schön

Eine Vielzahl von Kanälen durchzieht die Hauptstadt, hinzu kommen natürlich Havel, Dahme und Spree. Kein Wunder also, dass zahlreiche Häfen in Berlin die Ufer schmücken. 220 Kilometer der Stadt sind schiffbar, und entsprechend unterschiedlich sind auch die Anlegestellen: Einige sind längst nicht mehr aktiv und werden heute anderweitig genutzt, an anderen gehen Ausflugsdampfer und Transportschiffe vor Anker. 12 Berliner Häfen stellen wir euch vor.


Der Westhafen ist Berlins größter Hafen

Der Westhafen bei Dämmerung in der Dämmerung: Der größte Hafen Berlins. Foto: Imago/Sabine Gudath

Mit einer Fläche von 430.000 Quadratmetern ist der Westhafen in Moabit der größte Hafen Berlins. Pläne für den Bau des Westhafens gab es schon Anfang des 20. Jahrhunderts. Deren Umsetzung verzögerten sich jedoch unter anderem kriegsbedingt, sodass erst 1923 ein erster Teilbereich des heutigen Westhafens eingeweiht wurde. In den darauffolgenden Jahrzehnten erweiterte die Stadt Berlin den Hafen immer weiter, wodurch er temporär zum zweitgrößten Binnenhafen Deutschlands wurde.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges waren von 35 Kränen nur noch sechs intakt und mehr als 60 Prozent der Hafenanlage zerstört. Heute sind einige der Hafengebäude denkmalgeschützt und modernisiert. Und der Hafen selbst bekam im Rahmen des Berliner Hafenkonzepts von 2001 eine neue Container-Verladestation sowie eine Anlegestelle für Binnen-Kreuzfahrtschiffe. Zusätzliche Erweiterungen oder Ausbauten sind bereits in Planung. Bis heute ist er ein wichtiger Umschlag- und Lagerplatz für die Binnenschifffahrt.


Der Urbanhafen: Der erste Umschlagplatz auf Berliner Gewässern

Der Urbanhafen liegt am Landwehrkanal im Berliner Graefekiez. Er gehört zu den Häfen in Berlin, die schon jahrzehntelang nicht mehr als solche genutzt werden. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Zwischen 1891 und 1896 wurde am Landwehrkanal in Kreuzberg der Urbanhafen errichtet. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war er der einzige städtische Handelsplatz auf den Berliner Wasserstraßen. Heute erfüllt der Binnenhafen keine Hafenfunktion mehr. Mehr als 50 Jahre ist es her, dass der Hafen geschlossen und aufgeschüttet wurde. Auf seinem ehemaligen Gelände steht heute ein unübersehbarer, V-förmiger Erweiterungsbau des Krankenhauses Am Urban. Die Schiffe am Südufer des Hafens dienen lediglich der Gastronomie. Im ersten Corona-Sommer endete hier eine Boot-Demo, die heftig kritisiert wurde.


Früher einer der wichtigsten Häfen in Berlin: Der Osthafen

Nicht alle Berliner Häfen dienen noch der Schifffahrt. Der Osthafen ist heute Sitz von Medienunternehmen. Foto: Imago/Imagebroker
Nicht alle Berliner Häfen dienen noch der Schifffahrt. Der Osthafen ist heute Sitz von Medienunternehmen. Foto: Imago/Imagebroker

Der Osthafen war einmal ein Industriehafen. Eröffnet wurde er 1913 an der Stralauer Allee in Friedrichshain, um neben dem Berliner Urbanhafen als zusätzlicher, städtischer Umschlagplatz zu dienen. Zwischen den Jahren 1969 und 1989 wurden hier jährlich 2,2 bis 2,8 Millionen Tonnen Güter bearbeitet. 2002 wurde der Begriff „Hafen“ aus dem offiziellen Flächennutzungsplan der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung formal entfernt. Sein Gelände grenzt an die Berliner Spree, wo heute verschiedene Medienunternehmen, unter anderem auch die Plattenfirme Universal, ihren Sitz haben.


Nordhafen: Perfekter Ausblick von der Kieler Brücke

Der Nordhafen liegt am Schnittpunkt der Ortsteile Mitte, Moabit und Wedding. Auf der Kieler Brücke hat man eine tolle Sicht auf Himmel und Wasser. Foto: Imago/F. Anthea Schaap
Der Nordhafen liegt am Schnittpunkt der Ortsteile Mitte, Moabit und Wedding. Auf der Kieler Brücke hat man eine tolle Sicht auf Himmel und Wasser. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Der ehemalige Binnenhafen liegt am Schnittpunkt der Bezirke Wedding, Moabit und Mitte am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Erbaut wurde der Nordhafen von 1856 bis 1858. Zunächst diente er der Versorgung des städtischen Gaswerks im Bezirk Wedding und des Industriegeländes um den Hamburger Bahnhof. Einst konnten hier 38 Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 200 Tonnen parallel beladen und entladen werden.

In der Nachkriegszeit wurde der Nordhafen stark beschädigt und Schiffe wichen immer öfter auf den benachbarten Humboldthafen aus. 1966 entschied sich die Stadt Berlin schließlich dazu, den Betrieb am Westufer stillzulegen. Die früheren Hafenanlagen wandelte man in Grünflächen um, sodass man heute bei Schönwetter besonders schön an diesem Ort flanieren kann. Und für Sonnenuntergänge im Sommer gibt es kaum einen besseren Geheimtipp als die Kieler Brücke. Andere schöne Orte für Sonnenuntergänge findet ihr hier.


Historischer Hafen: Begegnungsort für Technik, Natur, Kultur und Kunst

Häfen in Berlin
Der Historische Hafen in Berlin ist einer der Häfen in Berlin, die bereits im Mittelalter für den Umschlag von Waren genutzt wurde. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Der Historische Hafen Berlins befindet sich an der Fischerinsel und der Mühlendammschleuse unweit des Märkischen Museums in Mitte. Bereits im Mittelalter fuhren mit Waren beladene Schiffe über Köpenick und Fürstenwalde zum Mühlendamm. An seiner Anlegestelle befinden sich auch heute noch wahre Perlen.

Echte Sammlerstücke unter den historischen Schiffen sind zum Beispiel die Schleppdampfer Volldampf und Andreas. Betrieben von der 1990 gegründeten Berlin-Brandenburgischen Schifffahrtsgesellschaft e. V. (BBSG) wird an diesem Hafen die historische Binnenschifffahrt erhalten und besonders gefördert. Zudem stellt der Historische Hafen heute einen einmaligen Raum für Begegnung, Natur, Technik sowie Kunst und Kultur dar.


Hafen Neukölln: Gemütlich flanieren an der Uferpromenade

Häfen in Berlin
Der Hafen Neukölln gehört zu den Häfen in Berlin, die sich wunderbar für einen gemütlichen Spaziergang bei schönem Wetter eignen. Foto: Imago/Jürgen Heinrichs

Der Neuköllner Hafen entstand im Zuge der Erbauung des Teltowkanals Anfang des 20. Jahrhunderts und besteht aus einem Oberhafen und einem Unterhafen. Verbunden werden beide durch die Schleuse Neukölln. Hier werden vordergründig Recycling-Güter verladen. Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant, den Hafen als innerstädtisches Zentrum für Logistik für Bau- und Wertstoffe zu nutzen.

Außerdem ist der Hafen Neukölln Teil eines rund zwei Kilometer langen Wanderweges, der zum Hafen Britz-Ost führt. Ein Teil der Uferpromenade wurde im Jahr 2011 für 850.000 Euro modernisiert. Bei gutem Wetter empfiehlt es sich, hier gemütlich zu flanieren. Der Neuköllner Hafen hat übrigens nichts mit dem Heimathafen Neukölln zu tun – einem Kulturraum an der Karl-Marx-Straße.


Rummelsburger Hafen: Heimathafen der Reederei Riedel

Häfen in Berlin
Der Hafen Rummelsburg ist einer der neu erbauten Häfen in Berlin. Foto: Imago/Schöning

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Standort des heutigen Rummelsburger Hafen von verschiedenen Firmen für die Lagerung von Mineralölen genutzt. Nach 1945 ging das Grundstück in Besitz der Mineralöl-Firma Minol über, die an der Spree eine Schiff-Tankstelle betrieb. Zudem befand sich hier 60 Jahre lang das Kraftwerk Rummelsburg, welches 1966 schließlich stillgelegt wurde. Auf seinem Gelände entstand von 2010 bis 2012 der Rummelsburger Hafen. Man erbaute ihn ausschließlich für Nutzung durch Fahrgastschiffe. Heute dient er als Heimathafen für die Fahrgastschiffe der Reederei Riedel, einer der Anbieter von Schifffahrten und Bootstouren in Berlin.


An der Uferpromenade des Humboldthafens kann man wunderbar spazieren

So schaut es aus, wenn man zum Sonnenuntergang vom Humboldthafen aus auf den Hauptbahnhof blickt. Foto: Imago/Imagebroker

Zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Berliner Hauptbahnhof befindet sich das Becken des Humboldthafens. Bevor hier von 1848 bis 1850 ein Hafen für den Güterumschlag errichtet wurde, befand sich hier der Hohe Weinberg. Benannt ist der Hafen nach dem Naturforscher Alexander von Humboldt. Zwischen 2008 und 2013 wurden die rund sechs Meter hohen und 700 Meter langen Uferwände größtenteils erneuert. Heute steht der T-förmige Hafen unter Denkmalschutz. Seine Uferpromenade eignet sich hervorragend für Abendspaziergänge, an denen man den Sonnenuntergang und die Spiegelung des Hauptbahnhofs, dem Herz des Hauptstadtverkehrs, im Wasser bewundern kann.


Der Hafen Lichterfelde ermöglichte bis 1998 die Versorgung des Kraftwerks

Häfen in Berlin
Blickt man über den Hafen Lichterfelde nach Süden, schaut man direkt auf das Kraftwerk Lichterfelde. Foto: Imago/Agefotostock

Der Hafen Lichterfelde wurde zwischen 1900 und 1906 am Teltowkanal errichtet. Weil 1950 die Zufahrt in den Westen über den Teltowkanal durch die DDR gesperrt wurde, war der Lichterfelder Hafen mehr als 30 Jahre lang nur über einen langen Umweg von Osten über die Havel, die Spree und den Britzer Verbindungskanal erreichbar.

Erst als von 1970 bis 1974 das Heizkraftwerk Lichterfelde unmittelbar am Hafen Lichterfelde erbaut wurde, wurde seine Nutzung wieder attraktiv, weil er den Abtransport von Heizöl und die Versorgung des Kraftwerks mit Kühlwasser ermöglichte. Seit das Kraftwerk 1998 vollständig auf Erdgas umgestellt wurde, ist der Hafen nicht mehr in Benutzung. Heute gibt es nur noch wenige Bootsanleger im Hafen Lichterfelde.


Im Hafen Treptow kann man es sich im Grünen und am Wasser gut gehen lassen

Der Hafen Treptow ist nur einer der vielen Häfen in Berlin, die in einer grünen Gegend liegen. Foto: Imago/Pop-Eye
Der Hafen Treptow ist nur einer der vielen Häfen in Berlin, die in einer grünen Gegend liegen. Foto: Imago/Pop-Eye

Am Südufer der Spree in Alt-Treptow nähe des Treptower Parks liegt der Treptower Hafen. Nur wenige Jahre, nachdem der Bootshafen 1954 zum Wasserbahnhof Treptow ausgebaut wurde, ereignete sich hier das größte Unglück der Berliner Fahrgastschifffahrt. Am 5. Juli 1951 kamen auf einem Ausflugsdampfer 30 Personen, darunter 28 Kinder, ums Leben.

Grundsätzlich diente er als Heimathafen sowie als Hauptanlegestelle der Weißen Flotte Berlin. Diese war in der DDR Teil der Berliner Verkehrsbetriebe und schloss sich nach der Wiedervereinigung Berlins 1992 mit der Stern und Kreisschifffahrt zusammen. Heute ist der Hafen Treptow ein beliebter Ort, um sich in einer naturreichen, grünen Gegend am Wasser eine Auszeit zu gönnen. Auch deshalb hat die Stern- und Kreisschifffahrt 2020 im Treptower Hafen eine Touristeninformation für Besucher:innen eröffnet.


Der Südhafen Spandau wird noch immer für den Umschlag von Gütern genutzt

Der Südhafen Spandau ist liegt an der Havel in Berlin. Er wurde 1911 eröffnet. Foto: Imago/Joko

1911 wurde der 14,7 Hektar große Südhafen mit einem Ober- und einem Unterhafen eröffnet. Geht man von seinem Frachtaufkommen aus, ist der Südhafen Spandau nach dem Westhafen der größte Hafen Berlins. Der Binnenhafen an der Havel wird von der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (BEHALA) betrieben. Auch wenn der Hafen bis heute für den Güterumschlag genutzt wird, gibt es hier außer Industriegelände und zwei großen Kränen wenig Ästhetisches zu entdecken.

Seit 1986 befindet sich im Oberhafen eine Fabrik für Reinigungs- und Kosmetikmittel, und einer der großen, bis vor wenigen Jahren noch leerstehenden Container wird seit 2017 als Unterkunft für Geflüchtete genutzt.


Tempelhofer Hafen: Ein geschichtsträchtiger Binnenhafen am Teltowkanal

Das Hafenbecken des Tempelhofer Hafen liegt am Teltowkanal in Berlin. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Der Tempelhofer Hafen mit seinem riesigen Speichergebäude wurde zwischen 1901 und 1908 errichtet und trug als wichtigster Umschlagplatz für das Industriegebiet Tempelhof-Ost bedeutend zum wirtschaftlichen Aufschwung Tempelhofs bei. Bevor die Sowjetarmee im Frühjahr 1945 einmarschierte, setzten SS-Truppen den Speicher in Brand. Der Berliner Senat baute diesen nach Kriegsende wieder auf und nutzte ihn als Reservelager, bis die Senatsreserven nach dem Mauerfall 1990 vollständig aufgelöst wurden.

2007 begann die Errichtung des neuen Tempelhofer Hafen auf dem rund drei Hektar großen Grundstück am Südende des Tempelhofer Damm. In die Entwicklung des Areals wurden bisher 100 Millionen Euro investiert. 2009 eröffnete das Einkaufszentrum Tempelhofer Hafen, wo mehr als 70 Geschäfte zum gemütlichen Shoppen einladen. Heute gehört der Hafen zum sogenannten „Teltow-Vermögen“ und steht, wie viele Berliner Häfen, unter Denkmalschutz.


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