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Hans-Joachim Flebbe über den Zoo-Palast

Flebbetip: In der Astor Film Lounge gibt es Häppchen zum Filmerlebnis – für den Zoo-Palast, der ja auch ein Denkmal der Berliner Kino­geschichte ist, wird es aber wohl mehr Ideen bedürfen, um ihn zu erhalten?

Hans-Joachim Flebbe: Mit dem Zoo-Palast wollen wir erreichen, dass man sich in die große Zeit des Kinos zurückversetzt fühlt, für die der Zoo-Palast immer stand. Diese Atmosphäre soll durch eine aufwendige Inneneinrichtung entstehen. Hinzu kommen drei neue Kinos im Cinemaxx-Stil mit großen Leinwänden, aber eben auch mit phantasievoll gestalteten Wänden und Lampen. Das Kino soll wieder zum Filmpalast werden, mit mehr Personal als in anderen Kinos. Die Besucher sollen spüren, dass wir uns freuen, dass sie da sind und nicht zu Hause vor dem Fernseher sitzen.

tip: Welche Filmformate soll es geben??

Flebbe: Technisch wird der Zoo-Palast dann das in Deutschland am besten ausgerüstete Kino sein. Wir werden analog vorführen, noch, aber natürlich auch digital, logischerweise auch 3D. Der höchste Standard muss allein schon wegen der Berlinale sein. Ich gehe davon aus, dass sie wieder in den Zoo-Palast zurückkehrt.
 
tip: Wie unabhängig vom Startplan können Sie programmieren??

Flebbe: Die Filmverleiher sind froh, dass der Zoo-Palast wieder zur alten Stärke zurückfindet. Das Publikum, das wir im Wesentlichen ansprechen, sind die über 30-Jährigen und entsprechend wird auch die Filmauswahl aussehen. Also keine billigen Actionreißer oder Splatterfilme, eher der gehobene Unterhaltungsfilm. Natürlich wird der Zoo-Palast auch wieder zum Familienkino.

tip: Wer steht hinter der Premium Entertainment GmbH??

Flebbe: Ich habe einen Geschäftspartner in der Schweiz, einen Investor, der die Idee „Premium-Kino“ von Anfang an gut fand. Weil es das in der Form europaweit noch nicht gibt, eröffnen wir im Dezember in Genf die nächste Astor Film Lounge, und später noch eine in Lausanne. Es ist auch geplant, in Rom und Paris aktiv zu werden.

tip: Das Loungekino setzt da an, wo das Verzehrkino der 70er gescheitert ist, beim Nebengeschäft. Was machen sie besser??

Flebbe: Unsere Idee ist ja, die Filme nicht nur so bequem wie möglich genießen zu können, sondern auch in der technisch besten Form und mit bestem Service. Die Besucher sind anspruchsvoller geworden und wollen auch am Platz bedient werden. Im Gegensatz zum Verzehrkino von früher ist bei uns mit Beginn des Hauptfilms Schluss, denn das Bedienen am Platz während der Vorstellung stört ja den Filmgenuss.    

tip: Ist Filmgenuss allein nicht ein bisschen langweilig??

Flebbe: Wir bieten ja auch mehr! Nehmen Sie das Robbie Williams Konzert, das wir hier live über Satellit aufgeführt haben. Da haben die Leute auf den Stühlen getanzt, das war eine Atmosphäre wie bei einem Livekonzert.

Interview: Nicolaus Schröder

Foto: Benjamin Pritzkuleit

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