Stadtleben

Heut geh ich ins BE!

Das Theaterereignis des Jahres rückt näher!
Naja, zumindest das Theaterereignis des diesjährigen Sommerlochs. Vor einem
Jahr war das Theaterereignis des Sommerlochs der Krach zwischen Rolf Hochhuth,
der gerne eines seiner unsterblichen Stücke im BE gezeigt hätte, und Clausi
Peymann, der das nicht wollte. Radau! Beleidigungen! Ohrfeigen! Anwälte! Großer
Spaß. Dieses Jahr kommt’s schlimmer. Dieses Jahr zeigt Rolf Hochhuth wirklich
eines seiner gefürchteten Werke im BE, ein Musical namens „Inselkomödie“.
Thema: Frauen verweigern den Beischlaf bis ihre Männer statt in den Krieg zu
ziehen den Abwasch machen und dabei Hochhuth-Gedichte aufsagen, oder so
ähnlich. Mitwirkende: Unter anderem Joppi Hesters, 152 Jahre (und damit entschieden
jünger als Hochhuths Witze). Wahrscheinlich hilft es einem Schauspieler ja bei
Hochhuth-Inszenierungen, wenn er schon zwei Weltkriege hinter sich und als
Profi-Entertainer auch KZ-Besuche für die NS-Propaganda locker absolviert hat.
Da kommt es auf einen Hochhuth mehr oder weniger auch nicht mehr an. Eigentlich
bringen nur Schauspieler, die mindestens zwei Weltkriege und Dienstjahre in der
NS-Propaganda absolviert haben, die für Hochhuth-Stücke nötigen Voraussetzungen
mit. Die jungen Leute wissen doch gar nicht, worum es geht! Und wie das damals
war, als der Führer die Kunst der Operette noch schützte! Und dann die schöne
deutsche Nachkriegszeit, als sich die alten Nazis in Heesters Konzerten an die
Nächte vorm Volksempfänger erinnerten! In seiner Heimat, den Niederlanden, war
der Nazi-Entertainer Heesters dagegen eher weniger gern gesehen.



Peter
Laudenbach

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