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Idealistisch: das Schlosshotel Hubertushöhe soll Kulturpark für alle werden

Schlosshotel-HubertushoeheMit seinem sportlichen Outdoor-Outfit entspricht Rainer Opolka nicht unbedingt dem Bild eines millionenschweren Unternehmers. Und auch die Idee, die er und sein Zwillingsbruder Harald ausgeheckt haben, klingt fast ein bisschen zu idealistisch: Als die beiden Industriellen, die mit einer Firma für LED-Lampen ein Vermögen gemacht haben, Anfang 2012 von der Insolvenz des damaligen Fünf-Sterne-Schlosshotels Hubertushöhe erfuhren, kauften sie kurzerhand das Gebäude samt Grundstück für rund fünf Millionen Euro. Aber nicht, um selbst darin zu residieren: „Für uns stand fest, dass das Gelände für die Menschen der Region zugänglich bleiben soll. Wir möchten rund um das Schloss einen Kunst- und Literaturpark errichten, der keinen Eintritt kostet und bei den Besuchern wieder die Freude am Buch weckt, sie ein Stück weit elektrisiert“, erklärt Rainer Opolka.

Konkret heißt das: In den kommenden Jahren wird der naturbelassene, direkt am Dolgensee gelegene Schlosspark mit zahlreichen Schildern gespickt, auf denen Gedichte und Essays zu lesen sein werden, auch wird es Videoinstallationen und Skulpturen von lokalen Künstlern zu sehen geben. Die Brüder schreiben selbst Gedichte, gerne gibt Rainer Opolka Zitate von Heine bis Goethe zum Besten. „Der Park soll aber nicht nur Besucher aus Prenzlauer Berg anlocken, die sowieso regelmäßig kulturelle Angebote wahrnehmen. Wir möchten auch bildungsferneren Menschen den Zugang zur Kultur verschaffen“, betont Opolka, der sich unter anderem auch gegen Ausländerfeindlichkeit engagiert.

Der Park wird auf insgesamt 13 Hektar anwachsen, außerdem sollen eine Kunsthalle und eine Unterkunft für Schüler und Studenten gebaut und ein weiteres Bistro eröffnet werden. Allerdings wird all das noch eine Weile dauern, denn die baurechtlichen Genehmigungen kosten jede Menge Zeit: „Ich fürchte, dass der Park erst 2016 fertig sein wird.“ Dann soll auch das Schlosshotel, in dem zwar nach wie vor geheiratet, aber nicht übernachtet werden kann, wiedereröffnet werden. Und auch der Handel mit Kunst steht noch auf dem Plan. Denn so idealistisch die Idee der Brüder auch ist, ganz ohne nachhaltige Finanzierung geht es dann noch nicht.
Ein Besuch lohnt sich aber jetzt schon, der Park lädt zum Spazierengehen ein, in der Gaststätte Fischkate am Ufer gibt es kleine Speisen und es werden regelmäßig Veranstaltungen stattfinden – die nächste ist ein großes Kinderfest am 26. Mai. 

Text: Isabel Ehrlich

Schloss Hubertushöhe
Robert-Koch-Straße 1, Storkow, Öffnungszeiten Park und Fischkate
Mai–Oktober 11–17 Uhr, www.hubertushoehe.de

 

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