• Stadtleben
  • Im Gespräch mit Martin Brosch über den Tempelhofer See 2.0

Stadtleben

Im Gespräch mit Martin Brosch über den Tempelhofer See 2.0

TempelhoferSeeHerr Brosch, sind Sie zufrieden mit den Bebauungsplänen, die nun im Oktober beginnen?
Martin Brosch
Schauen wir erst mal, ob sie überhaupt starten. Aber falls das Wasserbecken wirklich kommen sollte, wird das ein ganz lustiges Pilotprojekt, so eine Art Prototyp, ein Tempelhofer See 1.0. Man probiert ein bisschen die Technik aus, macht bekannt, dass es dort ungenutzte Wasservorräte gibt und so weiter. Vielleicht kriegen die Leute dann Lust auf mehr. Das wäre schön.

See 1.0, Sie geben den Plan eines Mega-Sees 2.0 also nicht auf?
Nein, auf keinen Fall. Wir fühlen uns durch die aktuellen Entwicklungen in unserem Vorhaben bestärkt. Aber es ist eben noch zu früh für so einen großen Entwurf. Unser Projekt ist ein Plan für die Zukunft. Die Berliner müssen an den Punkt kommen, an dem sie sagen „Ja, das wollen wir!“. Und so was dauert. Das muss wachsen. Ideal wäre, wenn das eine Art Selbstläufer wird und die Idee immer weiter kommuniziert wird. Aber nicht im Wutbürger-Stil, sondern eher auf eine inspirierte Art und Weise. Wir haben die Hoffnung, dass Leute, die wirklich kompetent sind und was zu sagen haben, den Plan aufgreifen und ihn dann mit einer gewissen Seriosität bekannt machen.

Warum ist eine 1,8 Millionen m2 große Seefläche, wie Sie vorschlagen, der beste Nutzungsplan für das Tempelhofer Feld?  
Es gibt bisher keine Alternative. Alle anderen Vorschläge bespielen nur kleine Bereiche der Fläche. Dabei will man eigentlich – und das ist auch irgendwo festgeschrieben – unbedingt die Weite des Tempelhofer Feldes erhalten. Also bleibt nur noch unser Plan eines großen Sees, wenn man Zerstückelung vermeiden will.

Wie wollen Sie solch ein Großprojekt bezahlen?
Mit dem Senatshaushalt lässt sich das natürlich nicht finanzieren. Eine von vielen denkbaren Möglichkeiten wäre, dass die Berliner irgendwann so begeistert sind von der Idee eines großen Sees mitten in der Stadt, dass sie bereit sind, dafür zu spenden. Uns schwebt also eine Art Crowdfunding vor. Wenn dieses kollektive Gefühl erst mal erweckt ist, zählt Geld nicht mehr.

Interview: Henrike Möller
Foto: Martin Brosch/FBS-GmbH

Vision: Tempelhofer See
Mehr unter: www.tempelhofersee.de
Aktueller Bebauungsplan des Senats auf der Seite der Tempelhofer Freiheit:
www.tempelhoferfreiheit.de/ueber-die-tempelhofer-freiheit/planung-entwicklung/parkentwicklung

 

Mehr Tipps der Redaktion:

Sepideh Zarrin Ghalam hat mit Freunden in Berlin die Organisation Oriental Heritage Without Borders gegründet, die sich für das
Kulturerbe des Orients und dessen Erhalt einsetzt

Die Filmemacherin und Satirikerin Marion Pfaus („Rigoletti“) sammelt Spenden für den Rückbau des Stadtschlosses.

Im Gespräch mit Lala Süsskind und Jörg Steinert über ein Denkmal für Magnus Hirschfeld

Im Gespräch mit Karin Rothe über ihren Film „Betongold“, der sich mit der am eigenen Leib erlebten Gentrifizierung auseinander setzt

Marion Kiesow über 100 Jahre Clärchens Ballhaus

 

Übersichtsseite Kultur und Freizeit in Berlin

 

Mehr über Cookies erfahren