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Im Gespräch mit Robert Kastl zum CSD 2010

Robert-Kasteltip Das Motto des diesjährigen CSD heißt „Normal ist anders“. Was wollen Sie damit sagen?
Robert Kastl Mit diesem Motto stellen wir das Konzept der Normalität in Frage: Was ist normal? Und warum ist Anderssein, sind Schwule, Lesben,Trans- und Intersexuelle für die Gesellschaft überhaupt so ein Problem?

tip Trans- und Intersexuelle stehen neuerdings im Mittelpunkt?
Kastl Nach wie vor geht es uns um sexuelle Identität. Aber wir wollten von diesem klassischen Hetero-Homo-Gegensatz wegkommen. Es gibt auch noch andere sexuelle Identitäten, trans- und intersexuelle Menschen, von denen man in der Vergangenheit zwar wenig gehört hat, die aber genauso Akzeptanzprobleme haben wie Schwule und Lesben.

tip Haben Schwule und Lesben noch Akzeptanzprobleme?
Kastl In den letzten Jahrzehnten hat sich zwar viel zugunsten der Akzeptanz von Schwulen und Lesben getan. Es hat sich aber auch eine Gegenbewegung entwickelt. Die kommt nicht nur aus dem konservativen Lager, sondern vor allem aus dem religiösen Bereich, von muslimischer Seite genauso wie von christlicher, bis hinauf zum Papst. Glaubt man seinen Reden, dann sind Pille und Homosexualität verantwortlich für den drohenden Untergang der Welt. Die Zahl der Gewalttaten gegen Homosexuelle ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Auch in Berlin.

tip Welche visuellen Höhepunkte wird es bei der CSD-Parade geben?
Kastl Wir haben den Aufruf gestartet, im Engelskostüm zum CSD zu kommen. Engel sind weder männlich noch weiblich – sie sind beides. Oder: weder noch. Trotzdem gelten sie als positiv.Das passt zu unserem Motto.

Interview: Eva Apraku
Foto: David von Becker


CSD-Parade Kurfürstendamm bis Brandenburger Tor, 19.6., 13 bis ca. 17 Uhr
www.csd-berlin.de

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