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Interview mit der Kreuzberger Grünen-Abgeordneten Heidi Kosche – 2

tip: Hat Ihre Laune wenigstens die Ankündigung des Bundeskartellamtes retten können, dass es die Berliner Wasserbetriebe wegen zu hoher Preise abmahnen wird.
Kosche: Meine Laune ist prima. Das Bundeskartellamt hat eine wahnsinnig tolle Arbeit gemacht. Kürzlich hatte ich Besuch von einem Juristen des Amtes, der mir das genauer erklärte. Die haben ein Vergleichsverfahren mit rund 40 Wasserlieferern gemacht, die größten Städte dann mit Berlin verglichen.

tip: Der Bescheid soll noch 2011 rausgehen. Ist das für Sie ein zweites Weihnachten?
Kosche: Ich werde ihn wohl offiziell nicht bekommen, weil ich vermute, dass sehr viele Betriebsgeheimnisse drinstehen. Aber ich hoffe, dass ich wieder anonym Unterlagen bekomme.

tip: Apropos Betriebsgeheimnisse: Sie haben das erfolgreiche Volksbegehren zur Offenlegung der Teilprivatisierungverträge der Wasserbetriebe von 1999 mitinitiiert. Wie weit sind Sie mit dem Durcharbeiten der 119 Ordner zur Teilprivatisierung, deren Zugang Sie sich zudem erklagt haben?
Kosche: Mir fehlen noch zehn Ordner. Und da bin ich immer noch am Klagen. Mein erstes Urteil kommt am 20. Dezember. Ich habe zwar einmal gewonnen. Aber es gibt noch eine ganze Menge Sachen, die ich nicht sehen darf. Besonders interessieren mich Unterlagen zu möglichen Alternativkonzepten von 1999.   

tip: Der neue Senat will die privaten Wasserbetriebe-Anteile von RWE zurückkaufen, aber nicht um jeden Preis.
Kosche: Die Privaten haben nach zehn Jahren das Geld, das sie dem Land Berlin für diese 49,9 Prozent gezahlt haben, jetzt schon wieder raus. Aber RWE fordert für sein Viertel der Aktien 800 Millionen Euro. Die rechnen zukünftig entgangene Gewinne rein. Ich finde das nicht richtig.

tip: Zwei Prognosen zum Abschluss, bitte. Erstens: Wann wird Berlins Wasser billiger?
Kosche: Ich würde sagen, im Frühjahr.

tip: Und zweitens: Sind nach dem Januar-Parteitag alle Berliner Grünen endlich wieder lieb zueinander?
Kosche: Wir reden ja auch jetzt lieb miteinander. Aber ich glaube, dieser Parteitag ist der Anfang einer inhaltlichen Auseinandersetzung, die so lange dauert, wie sie eben dauert.

Interview: Erik Heier

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