• Stadtleben
  • Interview über die EXPERIMENTDAYS zur Stadtentwicklung

Stadtleben

Interview über die EXPERIMENTDAYS zur Stadtentwicklung

Michael_LaFond_MareenSchollBei den EXPERIMENTDAYS geht es um selbst organisiertes, gemeinschaftliches, ökologisches Wohnen. Gibt es in Zeiten von steigenden Mieten und Gentrifizierung noch Raum für alternative Wohnprojekte?  
Michael LaFond Es stimmt, die Umsetzung von alternativen Wohnprojekten wird schwieriger. Auf der anderen Seite wird die Öffentlichkeit in Sachen Wohnen immer wacher. Wir sind ein bisschen optimistisch.

Welche Möglichkeiten alternativen Wohnens gibt es bereits in Berlin?  
LaFond In einer großen Stadt wie Berlin gibt es dazu mindestens 50 verschiedene Ansätze. Das beginnt mit Wagenburgen, geht weiter zu Hausprojekten, die in ehemals besetzten Häusern entstanden sind, und schließt kleine und große Genossenschaften und neuerdings Baugemeinschaften mit ein.

Was sind derzeit die innovativsten Wohnprojekte in Berlin?  
LaFond Im Sinne der Vielfalt würde ich zwei Projekte auswählen: Das wäre der Werkpalast Lichtenberg: Leute aus Lichtenberg hatten eine leer stehende Plattenbau-Kita entdeckt und haben mit Unterstützung einer gemeinnützigen Stiftung das Gelände sowie das Haus gekauft und als Genossenschaft ökologisch zu einem Wohnhaus saniert. Sie haben einen Plattenbau zu einem ökologischen Wohnprojekt upgecycelt. Im Entstehen ist außerdem das Spreefeld-Projekt: An der Köpenicker Straße in Mitte, zwischen Deutschem Architektur Zentrum und Spree, sollen Genossenschaftswohnungen in Passivhäusern entstehen. Interessant ist dabei die Kombination von privater und öffentlicher Nutzung, das heißt, das Gelände am Spreeufer bleibt öffentlich zugänglich.

Warum sollte man zu den EXPERIMENTDAYS gehen?  
Mareen Scholl Weil man sich dort umfassend über kreative, nachhaltige Stadtentwicklungskulturen informieren kann. Kern der EXPERIMENTDAYS ist die Projektbörse, auf der man konkrete Beispiele unterschiedlicher Formen gemeinschaftlichen Wohnens, aber auch alternative Banken und Stiftungen findet, die solche Projekte unterstützen. Außerdem findet ein partizipatives Wohnlabor statt, das experimentcity camp, in dem Partnerprojekte und Gäste wohnen und wo man sich in Workshops einbringen kann.

Wer sollte die EXPERIMENTDAYS besuchen?  
LaFond Menschen, die sich für Wohnungspolitik interessieren oder sich mit Selbstorganisation beschäftigen, egal ob es sich dabei um Garten- oder Kiezkulturprojekte handelt. Es sollten auch Menschen kommen, die Neues in Berlin entdecken wollen. Bei den EXPERIMENTDAYS gibt es viele Stadtführungen, die Leute können mit uns Wohn- oder Kiezkulturprojekte kennenlernen.
    

Interview: Eva Apraku
Foto: Oliver Wolff

Experimentdays 2012
in der ufaFabrik, Viktoriastraße 10-18, Tempelhof,
15.–23.9.,
Präsentation des von id22 neu he­rausgegebenen Buches „CoHousing Cultures. Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen“: Fr 21.9., 20 Uhr, www.experimentdays.de

DEMONSTRATION GEGEN DEN AUSVERKAUF DER STADT AM 22.9.

 

weitere Kurzinterviews:

KAMPF UM DEN ERHALT VON BERLINS ÄLTESTEM SCHÜLERLADEN

 

STARTSEITE KULTUR UND FREIZEIT IN BERLIN  

Mehr über Cookies erfahren