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Jackie A. entdeckt… Der beste Sex der Welt

Jackie A.

Abends lief da diese Sendung. Sie hieß „Make Love“ und es ging um Sex und den männlichen G-Punkt. Mein Mann putzte gerade die Armaturen im Bad und ich fragte mich, ob ich ihn schnell rufen sollte. Dann beschloss ich, doch erst mal allein zu schauen und bei der nächsten Gelegenheit die neuen Fachkenntnisse souverän einfließen zu lassen. Doch bald schon verloren die Ausführungen der Sexualtherapeutin im Aufmerksamkeitsranking gegen den heimischen Wäscheberg. Es schien mir auch nicht übermäßig reizvoll, wie von der Sexologin empfohlen, mit spitzen Fingern im Anus meines Partners nach der Prostata zu fahnden. Stattdessen suchte ich im ganzen Haus Socken für die Buntwäsche zusammen. – Moment mal, wir reden hier jetzt aber nicht über Sex, oder doch? Das ZDF hat damit angefangen! Und sie machten es nicht schlecht. Ich habe nur einen einzigen Tipp beizusteuern. Er entwickelte sich unter den Bedingungen einer pleite-gegangenen Diktatur und ist in der Betriebsamkeit des Kapitalismus leider viel zu selten umsetzbar: Lungern Sie rum und tun Sie gar nichts, benehmen Sie sich wie eine verdammte Made im Speck! Vielleicht verlieren Sie so ihren Job, Ihre Wohnung und verarmen – aber ich garantiere Ihnen, dass Sie vorher wahnsinnig tollen und entspannten Sex hatten. Das Gehirn ist ein unfaires Organ, es bringt einen nie nach Terminplan, sondern vorzugsweise im Langeweile-Modus in Stimmung, was in der Konsequenz bedeutet: keine Pläne zu machen, sich träge in Matratzenlandschaften rumzuwälzen, wegzudösen und beim Wachwerden zu denken: „Ach Mensch, Sex wär’ jetzt aber auch nicht schlecht!“ Wie schön, wenn dann der Partner gerade nackt und freudestrahlend neben einem liegt.  
Das Wetter macht eine laszive „Made im Speck“-Performance gerade sehr einfach, denn sexy Maden dümpeln gerne an warmen Gewässern und auf bemoosten Terrassen. Überwältigt vom gleißenden Sonnenschein fühlen sie sich erotisch, selbst wenn sie blass und 110 Kilo schwer in ihren Ketchup-Majo-Pommes herumrumstochern. Maden im Speck ziehen intuitiv die Natürlichkeit fröhlicher Speckringe der Beengtheit synthetischer Strapsgürtel vor. Sie mögen Berührungen auch mit kuchenklebrigen Tastorganen und suhlen sich hemmungslos in unvorteilhaften Posen in den Laken faulen Glücks. Nein, das sieht nicht schön aus und lässt sich auch nur schlecht fürs TV aufbereiten. Darum gebe ich es Ihnen besser schriftlich: Maden im Speck haben den besten Sex der Welt.

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