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Jahrhundertläden: Bildgießerei Hermann Noack in Friedenau

BildgiessereiDie wesentlichen Berliner Einkaufsmeilen: konsumtechnisch durchformatiert. Überall Ketten, Franchises, Filialen. Einmal drin, könnte man überall sein: Amsterdam, London, Köln, Wanne-Eickel.
Dabei gibt es sie noch, die schier ewigen Läden, meist in Nebenstraßen. Familiengeschäfte in dritter, vierter, fünfter Generation: die „Jahrhundertläden“. Da ist zum Beispiel die Bildgießerei, die Hermann Noack 1897 gründete und zwei Jahre später in die Friedenauer Fehlerstraße verlegte. Oder das Fuhrunternehmen Gustav Schöne in Neukölln, seit 1894 in vierter Generation geführt, wo neben anderen Kutschen auch die Altberliner Droschke aus dem Rühmann-Film „Der eiserne Gustav“ steht. Oder der älteste Laden von allen, Konditorei & Cafй Buchwald, wo schon 1852 zunächst in Cottbus, um das Jahr 1900 dann in Moabit, Baumkuchen hergestellt wurden.
Die Filmemacherin Sabine Zimmer und Fotografin Claire Laude sind durch die Berliner Kieze gestreift, sie haben 32 Geschäfte gefunden, die nur scheinbar aus der Zeit gefallen sind, weil sie ihr trotzen, seit Langem. Entstanden ist ein schönes, fast wehmütiges Buch. Erst wenn solche Läden einmal nicht mehr sein sollten, wird man spüren, was alles fehlt. Der Charakter, die Atmosphäre. Aber hoffentlich dauert das noch ein weiteres Jahrhundert, mindestens.    

Text: rik
Foto: Claire Laude


„Berliner Jahrhundertläden“ Sabine Zimmer, Claire Laude; ?Lehmstedt, ?144 Seiten, ?160 farb. Abb., 19,90 Ђ


Ausstellung?
Galerie exp12, ?Senefelder Straße 35, Prenzlauer Berg,
Do+Fr 16-20 Uhr ?Sa+So 10-20 Uhr, ?
bis Sa 9.10.
www.artipool.de/

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