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Kältehilfe im Hostel: Pfefferbett gibt Obdachlosen Quartier

Ungewöhnliche Zeiten brauchen auch ungewöhnliche Lösungen. Die Verordnungen zum Infektionsschutz gestatten derzeit nur Übernachtungen aus geschäftlichen Gründen. Eigentlich schwere Umstände für Hostels wie das Pfefferbett am Senefelder Platz – daher bietet das Unternehmen seit dem 4. November Obdachlosen seine Betten an.

Kältehilfe im Industriekomplex: Das Hostel Pfefferbett auf dem Gelände der ehemaligen Pfefferberg-Brauerei. Foto: Daniel Wetzel/Pfefferbett

Gleicher Service wie für Tourist*innen: Die Kältehilfe im Pfefferbett

Als eines von insgesamt drei Hostels leistet das Pfefferbett in diesem Winter Kältehilfe. Koordiniert und finanziert wird das Projekt von der Berliner Kältehilfe und dem Berliner Senat. Zusätzlich unterstützen Sozialarbeiter*innen des Internationalen Bundes die Hotelangestellten.

Den Obdachlosen wird dabei der gleiche Service geboten wie sonst auch Tourist*innen, sie können normal einchecken und kriegen ein Zimmer zugewiesen. Am Einlass werden Mund-Nasen-Masken ausgehändigt und die Temperatur gemessen. Zwischen 19 und 22 Uhr können Zimmer bezogen werden, danach ist Sperrstunde. Dazu gibt es abends eine warme Mahlzeit. Abreise ist morgens bis spätestens acht Uhr, dazu wird ein Frühstückspaket ausgegeben.

Extra-Quarantänezimmer: Auch mit Symptomen wird hier niemand abgewiesen

Die Maßnahme soll für die nächsten fünf Monate aufrecht erhalten werden, Menschen ohne Wohnsitz können sich in diesem Zeitraum gar einen Platz reservieren. Zur Einhaltung von Abständen wurde die Kapazität der Betten halbiert, zudem wird darauf geachtet, dass die Obdachlosen möglichst in ihren bestehenden Gruppen Zimmer beziehen. Wer Symptome aufweist, wird aber nicht abgewiesen: Das Hostel hat dafür eigens Quarantäne-Zimmer eingerichtet. Auch gibt es gesonderte Zimmer für Frauen.

Das Pfefferbett Hostel liefert der Kältehilfe somit 90 von derzeit insgesamt 1.000 Übernachtungsplätzen für Wohnungslose in Berlin. Hostelleiter Mirko Meinert als „Hostel-Vati“ zeigt sich gegenüber dem RBB freudig und spricht von einem „Segen, dass wir wieder Gäste im Haus haben können.“ So könne nicht nur Menschen in Not geholfen werden, auch sein als Inklusionsbetrieb operierendes Unternehmen muss seine Mitarbeiter*innen so nicht in Kurzarbeit schicken.


Mehr Stadtgeschehen

Nicht nur Hotels, auch Kneipen leiden unter der Sperrstunde. Einen Überblick über den Maßnahmen des seit dem 02. November geltenden „Lockdown“ könnt ihr hier nachlesen. Hier gibt es Infos dazu, wo ihr euch einem Corona-Test unterziehen könnt. Was es mit den vielbesprochenen Schnelltests auf sich hat, erklären wir hier. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Berlin gibt es auf der Website der Stadt.

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