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Karl-Theodor zu Guttenberg verabschiedet sich

guttenbergKnapp zwei Wochen nach dem Beginn der Plagiats-Affäre ist Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurückgetreten. „Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten“, sagte der CSU-Politiker. In seiner Stellungnahme erklärte Guttenberg am heutigen Dienstag, der Rücktritt sei der schmerzlichste Schritt seines Lebens: „Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“ Bundeskanzlerin Merkel hatte zuvor ihren Rundgang auf der Computer-Messe Cebit in Hannover überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Zum Rücktritt ihres Verteidigungsministers äußerte sich die Bundeskanzlerin allerdings nicht.

Weiter sagte Guttenberg: Er trete auch zurück, weil das Amt des Verteidigungsministers, die Bundeswehr, die Wissenschaft und die ihn tragenden Parteien Schaden zu nehmen drohten. Guttenberg wird vorgeworfen, wesentliche Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben, ohne diese Passagen als Texte anderer Autoren zu kennzeichnen. Er hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber gravierende handwerkliche Fehler eingeräumt und auf seinen Doktor-Titel verzichtet. Auch der Doktorvater von Karl-Theodor zu Guttenberg, der emeritierte Bayreuther Jura-Professor Peter Häberle, war zuletzt auf Distanz zu seinem ehemaligen Doktoranden gegangen. Zudem hatten in einem offenen Brief mehr als 20.000 Doktoranden Bundeskanzlerin Merkel und zu Guttenberg eine Verhöhnung deutscher Universitäten vorgeworfen.

Foto: Peter Weiss

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