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Kitsch oder Kunst?: Glasbläser-Handwerk in Berlin

Berlin_Glas_e.V._-__Verena_BorellTim Belliveau dreht den langen Metallstab langsam mit beiden Händen, dann zieht er ihn vorsichtig aus der Luke des Ofens. An der Spitze des Stabes hängt eine gelbglühende Kugel aus zähflüssigem Glas. „Es sieht aus wie Honig“, sagt Phillip Bandura und lacht. Dann hilft er seinem Kollegen das glühende Glas vom Heizofen weg zu einer Werkbank zu bringen. Das Glas muss jetzt schnell bearbeitet werden, bevor es abkühlt und hart wird.

Timothy Belliveau und Phillip Bandura sind Glaskünstler aus Kanada, mit ihrem Künstlerkollektiv „The Bee Kingdom“ waren sie bereits international erfolgreich. Im Herbst sind die beiden nach Berlin gekommen, um Berlin Glas e. V. mit aufzubauen. Den Verein hatte die amerikanische Glaskünstlerin Nadania Idriss 2009 gegründet. Ihre Mission: Glaskunst in Berlin einen Raum geben. Als sie nach Deutschland kam, sei sie sehr verwundert gewesen, dass Glaskunst hierzulande oft als Kitsch verschrien ist. In den USA und Kanada sei die Glasbläserei ganz selbstverständlich Teil des Kunststudiums: „Ich will zeigen, dass die Glasbläserei eine Kunstform ist und ihr ein berechtigter Platz in der zeitgenössischen Kunst zusteht“, sagt die Künstlerin. Um dieses Ziel zu erreichen gibt sie zusammen mit den beiden Kanadiern Belliveau und Bandura Kurse im Glasblasen. Bereits erfahrene Künstler können das Studio mieten.    

Text/Bild: Verena Borell

Glasbläser-Kurse von Berlin Glas e. V.
The Parkhaus, Straßburgerstraße 6-8, Prenzlauer Berg,
Tel: 315 667 24,
www.berlinglas.org

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