Stadtleben

Kochsendungen

Ich gestehe: Ich schaue mir Koch­sendungen an. Es geht beim ZDF mit „Lichter, Lafer, Lecker“ los und geht über Vox, RTL II zu DMAX. Zurzeit ist Gordon Ramsey mein Held. Es ist eine wahre Freude wie der Brite von sich selbst überzeugte, aber erfolglose Gas­tronomen erst auseinander nimmt, und dann wieder erfolgreich aufbaut. Die schlimmste Folge, bei der es einem garantiert gruselt und ekelt, ist die über das indische Restaurant in New York. Kakerlaken und Schimmel überall, bäh!

Kochen_Foto_von_Paul-Georg_MeisterUnd Gordon Ramsay redet Tacheles, und wie er sich immer über die Ehefrauen auf der emotionalen Ebene anschleicht! Böse! Die geben ihren Männern den Rest, privat zu Hause, wenn sie erfahren haben, wie beschissen die Lage eigentlich schon ist. Dann noch die Geheimwaffe ­– „das Designerteam“ – und der Laden läuft. Dagegen sind unsere deutschen Jungs, die bei RTL agierenden Kochprofis Ralf Zacherl, Mario Kotaska, Stefan Marquard und Martin Baudrexel, richtige Weicheier. Die trauen sich nur an harmlose Gast­häuser, an Kan­tinen ran und erklären, wie man einigermaßen kochen und Geld verdienen kann. Nie ein lautes, böses Wort.

Gerne bin ich auch beim „Perfekten Dinner“ dabei, während ich in der eigenen Küche was Einfaches brutzele. Das macht Spaß. Nur bei der „Kocharena“ fehlt der gänzlich. Da nimmt sich die Jury ganz wichtig: Heinz Horrmann als Kritiker, Katja Burghardt (Chefredakteurin von „Essen & Trinken“) sowie Reiner Calmund (Ex-Fußball­manager). Es verdirbt einem den Appetit, wenn diese drei anfangen, ihr Urteil zu verbalisieren. Sie sollen doch einfach bloß die Karten mit den Punkten zücken, das reicht vollkommen. Denn ihre Argumente sind ziemlich dünn und haben wenig Pepp.    

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