Stadtleben

Konrad Zuse Jahr 2010

Konrad Zuse mit Z3iPod im Ohr, Laptop im Bett, PC auf dem Schreibtisch – der Computer ist unser ständiger Begleiter. Selbst eifrige Nutzer müssen jedoch meist erst googlen, um zu wissen, wer ihn erfunden hat. Das soll sich ändern zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse, der am 22. Juni 1910 in Berlin geboren wurde und der Erfinder des Computers ist.
Noch bevor der Ingenieurstudent 1936 sein erstes Versuchsmodell Z1 im Wohnzimmer der Eltern konstruiert, erkennt er, dass sein Rechner nur mit dem dualen System eine Zukunft hat. Menschen tun sich leichter mit wenigen, aber komplizierteren Rechenschritten, die Maschine kommt eher mit einer Vielzahl einfachster Operationen zurecht. Für seine Z3 von 1941 – in der Fachwelt der erste programmgesteuerte und frei programmierbare Rechner in binärer Gleitpunktrechnung, der wirklich funktionierte – verwendet Zuse erstmals elektrische Relais. Es ist eigentlich ganz simpel. Strom fließt, der Stromkreis wird unterbrochen: Diese zwei Zustände liegen bis heute allen Operationen von Computern zugrunde – gebaut hat Zuse die Z3 in seiner kleinen Wohnung in der Kreuzberger Methfesselstraße.
Damals liegt die Erfindung in der Luft, einige Forscher tüfteln an neuartigen Rechnern oder einem Konzept dafür. Zuse aber schlägt die Richtung ein, die zum Computer heutiger Bauart führt. Nach dem Krieg gründet er in Hessen eine Firma zur Fertigung seiner Rechner. Das Zeitalter des Internets, der weltweiten Verknüpfung von Computern zum Netz von unzähligen Informationsquellen, nimmt Konrad Zuse kaum mehr wahr. Als man ihm 1985 einen PC verehrt, streckt er ihm а la Einstein die Zunge heraus. Seine Rechner sind schrankgroß – der neue ist ihm einfach zu klein. An Zuse erinnern Ausstellungen, Vorträge und Workshops.

 

Text: Birgit Loff

 

www.zuse-jahr.de, www.zuse.de

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