Stadtleben

Konsum und Klimaschutz

c - Janine-Willmstip: Es gibt ja bereits Internetportale, auf denen man sich über seinen CO2 -Verbrauch informieren kann. Was machen Sie anders??

Stephanie Schropp: Auf diesen Webseiten werden neben Konsum auch Aspekte wie Mobilität, Strom und Heizen mit einbezogen. Diese CO2-Footprint-Rechner machen das Ganze oft zu umfangreich und schrecken Nutzer ab. Einen Rechner, der sich speziell mit dem Konsum beschäftigt, gab es bisher nicht. Der Nutzer soll dabei lernen, richtig einschätzen zu können, was er beim nächsten Einkauf im Supermarkt beachten sollte.

tip: Wie funktioniert das??

Stephanie Schropp: Wir haben uns zunächst auf Lebensmittel beschränkt, weil Ernährung immerhin 15 Prozent der Pro-Kopf-CO2-Emissionen verursacht. Unser Angebot ist hauptsächlich ein Vergleichstool. Man kann dabei zwölf Produktgruppen – wie Obst, Gemüse, Fleisch – auswählen. Bei Obst beispielsweise kann man den von einem saisonalen Apfel verursachten CO2-Ausstoß mit dem eines asaisonalen vergleichen.  

tip: Welchen Nutzen haben Verbraucher darüber hinaus??

Stephanie Schropp: Wir versuchen unter anderem, eine Aufschlüsselung zu geben, welchen Anteil an den Gesamtemissionen Anbauweise, Transportart, Weiterverarbeitung und Verpackung haben. Viele denken, dass der Transport einen ganz großen Einfluss auf die CO2-Bilanz hat. Aber bei den meisten Produkten rufen Anbauart oder Weiterverarbeitung höhere Emissionen hervor.

tip: Am Ende des Ratgebers gibt es noch eine Detailseite …?

Stephanie Schropp: Da bekommt man nochmal konkrete Tipps für den Einkauf, aber auch weitergehende Informationen und Links, die auch die Weiterverarbeitung zu Hause betreffen. Unsere gemeinnützige CO2online GmbH kommt ja aus dem Bereich Energiesparen. Deshalb ist es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch die Zubereitung von Lebensmitteln einen Einfluss auf die Gesamtbilanz hat und dass es zum Beispiel sinnvoll ist, nicht auf höchster Stufe, aber mit Deckel auf dem Topf zu kochen.

Interview: Julia Rieder

Foto: Janine Willms

KonsumCheck www.klima-sucht-schutz.de (Start: 4.8.)

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