Stadtleben

Kristallnacht reloaded

Inzwischen hat sich die Jüdische Gemeinde verständlicherweise empört und die Landesschülervertretung pflichtgemäß für die peinlichen Ausschreitungen entschuldigt, die sich im Rahmen einer Demo gegen die Bildungspolitik am 12. November zutrugen und bei denen eine Ausstellung im Foyer der Humboldt-Uni zu jüdischen Unternehmern im Nationalsozialismus stark beschädigt wurde.

Frei nach Goethes Mephisto waren die Demonstranten hier jedoch auch eine Kraft, die zwar das Böse tat, aber auch Gutes damit schuf. Denn so kurz nach dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht wurde uns so anhand agitierter und anscheinend wenig aufgeklärter Demonstranten vorgeführt, wie leicht immer noch besinnungslose Randale und Mitläufertum entstehen können. Hinterher ist man dann natürlich betreten und hat von Sinn und Inhalt der zerstörten Ausstellung „nichts gewusst“. Man hat halt mitgemacht.

Unfreiwillig lehrreich und augenscheinlich wird so auch die wichtige Botschaft der Demo transportiert: Bildung tut Not!

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