Stadtleben

Kultur günstig erleben in Berlin: Theater, Kunst und mehr für wenig Geld

Genau wie Bücher gehören Kunst und Kultur unserer Meinung nach zur absoluten Grundvesorgung. Das Theater, die Oper oder das Museum des Vertrauens sind schließlich immer für einen da, falls man sich informieren, schockieren oder inspirieren lassen möchte.

Damit man sich nicht aufgrund der eigenen Finanzsituation ganz genau überlegen muss, ob man sich nun geistig frischen Wind um die Nase wehen lässt, haben wir für euch Orte in Berlin herausgesucht, an denen ihr Kunst und Kultur in Berlin vergleichsweise günstig bis kostenlos erleben könnt.


Am Theatertag in die Schaubühne gehen

Die Schaubühne im Mendelsohnbau ist einer der Orte in Berlin, an denen ihr Kultur günstig erleben könnt – am Theatertag nämlich. Foto: Imago/Martin Müller

Gegründet 1962, residiert die renommierte Schaubühne seit 1981 im Mendelsohnbau am Lehniner Platz und zieht international anerkannte Künstler:innen wie Thomas Ostermeier, Nina Hoss und Lars Eidinger an. Immer wieder werden die Aufführungen an der Schaubühne mit Preisen bedacht und sind entsprechend beliebt, weshalb sich das Reservieren von Tickets lohnt.

Einmal im Monat findet an der Schaubühne der Theatertag statt, bei dem ihr alle Tickets mit Ausnahme der Preiskategorie VI zum halben Preis bekommt. Wann der Theatertag stattfindet, erfahrt ihr im Monatsspielplan.

Das Bauwerk im Stil der Neuen Sachlichkeit gehört zu den Theatern in Wilmersdorf, über die ihr hier mehr erfahrt.

  • Schaubühne am Lehniner Platz Kurfürstendamm 153, Wilmersdorf, 030/89 00 23, ticket@schaubuehne.de, Spielplan hier

Am Theater der Ernst-Busch-Hochschule die Talente von morgen sehen

Foto: Imago/Schöning

Bereits seit 1951 fungiert die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, wie sie vollständig heißt, als Talentschmiede für Film und Fernsehen. Hervorgebracht hat sie an festen Regie-, Theater- und Schauspiel-Größen etwa Thomas Ostermeier, Fritzi Haberlandt und Lars Eidinger sowie viele andere.

Wer heute schon die Talente von morgen bestaunen möchte, dem seien die kostenlosen Vorspiele der Ernst-Busch-Hochschule empfohlen.

  • Aufführungen in den Uferstudios Studio 14, Uferstraße 23, Wedding, sowie dem bat-Studiotheater Belforter Straße 15, Prenzlauer Berg, Programm und weitere Informationen hier

In die Neuköllner Oper gehen 

Wer sich überraschen lassen möchte, ist an der Neuköllner Oper an der richtigen Adresse. Foto: Imago/Schöning

Dass Oper auch modern, progressiv und kritisch sein kann, beweist die Neuköllner Oper. An der Karl-Marx-Straße, Neuköllns sozialer Schlagader, dient sie als feste Anlaufstelle für alternatives Musiktheater. Hier wird die Kunstform Oper immer wieder neu gedacht und auf kreative Weise umgesetzt: In Musicals, Opern- und Operettenbearbeitungen, Neukompositionen oder Cross-over-Formaten werden zeitgenössische Lebensrealitäten auf der Bühne gespiegelt und verarbeitet.

  • Neuköllner Oper e.V. Karl-Marx-Straße 131/133, Neukölln, Tickets ab 15 €, ermäßigt ab 11 €, Kinder bis 14 Jahre 5 €, 030/68 89 07 77, tickets@neukoellneroper.de, Programm und weitere Informationen hier

Die interaktive Dauerausstellung „Erlebnis Europa“ besuchen

In der interaktiven Dauerausstellung „Erlebnis Europa“ inklusive interaktivem Rollspiel wird das Konzept von Europa lebendig. Ins Leben gerufen wurde die Ausstellung auf Initiative des Europäischen Parlaments in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission. Erlebt im 360°-Grad-Kino eine Plenarsitzung oder schlüpft bei einem Planspiel in die Rolle von Europaabgeordneten oder Mitgliedern der Europäischen Kommission.

  • Erlebnis Europa Unter den Linden 78, Mitte, tgl. 10-18 Uhr, Eintritt frei, 030/22 80 29 00, frage@erlebnis-europa.eu, weitere Informationen hier

Beim Theaterforum Kreuzberg vorbeischauen

Im ehemaligen Ballsaal „Köpenicker Hof“ könnt ihr den Inszenierungen des Theaterforums Kreuzberg beiwohnen. Foto: Theaterforum Kreuzberg/Manfred Eulenbruch

Klein, aber fein ist das Theaterforum Kreuzberg, das 1985 von einer Gruppe junger Schauspieler ins Leben gerufen wurde. Auf der freien Theaterbühne stehen vorwiegend wiederentdeckte Stücke unbekannterer Autoren im Mittelpunkt, wobei sich das Theaterforum dank seiner anhaltenden Experimentierfreudigkeit ein echtes Alleinstellungsmerkmal erarbeitet hat. Genauso können sich die Gastspiele aus aller Welt sehen lassen.

  • theaterforum kreuzberg Eisenbahnstraße 21, Kreuzberg, Tickets ab 12 €, ermäßigt ab 8 €, für Berlin-Pass-Inhaber 5 €, 030/70 07 17 10, info@tfk-berlin.de, Programm und weitere Informationen hier

Das PalaisPopulaire besuchen

Im Palais Populaire gibt es regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu bestaunen. Foto: Luis do Rosario

Im historischen Prinzessinnenpalais und ehemaligen Operncafé stellt die Deutsche Bank seit 2018 das PalaisPopulaire. Das Programm des internationalen Forums für Kunst und Kultur ist breit gefächert, dreht sich aber immer um Gegenwartskultur. Neben Ausstellungen aus der Sammlung Deutsche Bank werden unter anderem Präsentationen des „Artist of the Year“-Programms sowie dialogische Werkstattkonzerte geboten.

  • PalaisPopulaire Unter den Linden 5, Mitte, Mo 11-18 Uhr, Mi 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, Fr-So 11-18 Uhr, Eintritt kostenfrei, 030/202 09 30, palais.populaire@db.com, weitere Informationen hier

Den Museumssonntag ausnutzen

Am Museumssonntag in Berlin könnt ihr zahlreiche Häuser besuchen – zum Beispiel die Alte Nationalgalerie. Foto: Imago/Imagebroker/Therin Weise

Museumssonntag in Berlin heißt: freier Eintritt für alle. Und zwar an jedem ersten Sonntag im Monat. Das Projekt, an dem sich fast alle Berliner Museen beteiligen, startete im Sommer 2021 und ist ein voller Erfolg. Auch in Zukunft werden die Tage beibehalten, an denen ihr kostenlos in die Ausstellungen könnt. Alles, was ihr zum Museumssonntag wissen müsst, findet ihr hier.


Stummfilme im Babylon sehen

Das Babylon in Mitte ist in Berlin das einzige erhaltene Uraufführungskino der Stummfilmzeit. Foto: Imago/imagebroker

Um null Uhr für null Euro: So lautet das Motto der samstäglichen Stummfilmaufführungen im Babylon. Regelmäßig gibt es in der Reihe „Stummfilm um Mitternacht“ echte Klassiker zu erleben – und das sogar mit Live-Orgelbegleitung. Von uns gibt es eine wärmste Empfehlung, und zwar nicht nur für die Nostalgiker:innen und Cineast:innen unter euch. 

  • Babylon Rosa-Luxemburg-Straße 30, Mitte, 030/242 59 69, Programm und weitere Infos findet ihr hier

Kunst schauen in einer der unzähligen Berliner Galerien

Brutalismus at its finest: Seit 2015 befindet sich die renommierte Galerie König in der ehemaligen Kirche St. Agnes in Schöneberg. Foto: Imago/Schöning

In den vielen Berliner Galerien gibt es Kunst häufig sogar ganz kostenfrei zu bewundern. Nicht lange suchen müsst ihr diese in den klassischen Galerienvierteln wie um die Auguststraße, am Checkpoint Charlie in Mitte, der City West, der Potsdamer Straße oder im Wedding. Aber auch abseits der üblichen Verdächtigen gibt es die eine oder andere versprenkelte Galerie zu entdecken. Wichtige und besondere Ausstellungen auch in Galerien findet ihr in unserer Übersicht.


Dem Futurium einen Besuch abstatten

Das Futurium beschäftigt sich schon heute mit den Fragen von morgen. Foto: imageBROKER/Jürgen Henkelmann

Wenn ihr das nächste Mal am Hauptbahnhof vorbeikommt, könnte sich ein Abstecher ins Futurium lohnen. Dank interaktiver Ausstellungen erfahrt ihr in dem Forum für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik schon heute, was die Welt von morgen bewegt. Da das Futurium donnerstags bis 20 Uhr geöffnet hat, gehört es übrigens zu den Orten, an denen ihr auch nach der Arbeit noch abends ins Museum könnt. Hier erfahrt ihr mehr zum Futurium: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos.

  • Futurium Alexanderufer 2, Mitte, Mo 10-18 Uhr, Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr, Eintritt frei, 030/408 18 97 77, weitere Informationen hier

Eine frische Perspektive auf die Gegenwart: Theatervorführungen im TD Berlin

Mit seinem wöchentlich wechselnden Programm befindet sich das TD Berlin immer am Zahn der Zeit. Hier das Ensemble um das Open-Air-Stück „Neue Republik“. Foto: TD Berlin

Mitten in Mitte, unweit des Bahnhofs Alexanderplatz, befindet sich das TD Berlin im ehemaligen Fernmeldeamt Ost. Den einen oder anderen von euch dürfte das Theater noch unter seinem ehemaligen Namen Theaterdiscounter bekannt sein. Mit Ramsch hat die 2003 gegründete Institution zum Glück ganz und gar nichts am Hut: Das wöchentlich wechselnde Programm beschäftigt sich stets mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und versteht sich dabei als Ort der Reflexion und Aushandlung.

  • TD Berlin Klosterstraße 44, Mitte, Eintritt 15 €, ermäßigt 9 €, mit berlinpass 6 €, mit Treuekarte ist der 6. Besuch gratis, 030/28 09 30 62, info@td.berlin, Programm und weitere Informationen hier

Einer Tanzperformance in der Tanzfabrik beiwohnen

Zeitgenössische Tanzaufführungen gibt es bei der Tanzfabrik Berlin zu sehen. Hier ein Foto von Julian Webers Stück „Allonge“. Foto: Tanzfabrik Berlin

Seit 1978 ist die Tanzfabrik Berlin das Zentrum für zeitgenössischen Tanz in Berlin. Zu sehen gibt es hier neben zeitgenössischem Tanz, Performances und Showings Publikumsgespräche sowie experimentelle Formate. Ab September geht es hier mit dem Bühnenprogramm weiter.

  • Tanzfabrik Berlin Uferstraße 23, Wedding und Badstraße 41 a, Tickets kosten nach dem „Pay as you can“-Prinzip 10 bis 25 €, Programm und weitere Infos hier

Am Kultursommerfestival teilnehmen

Laue Sommernächte an der Kolonnaden Bar lassen sich durchaus aushalten. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Wenn es um erschwingliche Kultur geht, können und wollen wir euch das Kultursommerfestival nicht vorenthalten. Nach seinem Startschuss 2021 geht es dieses Jahr in die zweite Runde. Und das mit einer geballten Ladung Events, denn Kultursommer bedeutet: 90 Tage Kultur unter freiem Himmel.

Vor dem Hintergrund der vergangenen beiden Coronajahre bezeichnete Kultursenator Klaus Lederer die Events als „ein gemeinsames Durchatmen, eine Feier des Lebens und der Kunst“. Ziemlich genau das also, was wir jetzt wohl alle gebrauchen können. Das Programm und weitere Informationen findet ihr hier.


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