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Kurz-Interview über die die Internet-Bettenbörse der SPD

Lars_Duesterhoff_c_OliverWolffHerr Düsterhöft, 150 Jahre gingen seit SPD-Gründung ins Land, bevor jetzt erstmals die Bettenbörse zum Deutschlandfest startet. Wieso hat das so lange gedauert?  
LARS Düsterhöft
Uns fehlte damals das Internet.

Neuland, nicht wahr?  
Nein! (lacht) Für die Kanzlerin ist das Neuland. Wir Sozialdemokraten konnten es ja gar nicht nutzen. Das letzte Fest dieser Art war 1994 in Dortmund. Aber so bringt man Leute heute zusammen.

Wie viele Berliner Sozialdemokraten wollen Genossen aus der Republik aufnehmen?
Das sind viele. Hunderte.

Sie stellen auch ein Bett bereit?
Eigentlich ist es eine ausziehbare Couch.

Reicht ja auch. Die SPD ist schließlich immer noch eine Arbeiterpartei.
Genau. Sozialdemokraten sind hart im Nehmen. Da wird auch kalt geduscht.

Was für Gastschläfer erwarten Sie?
Das weiß ich auch noch nicht. Mir ist es auch relativ unwichtig. Da ich eine Frau habe, ist es mir wirklich egal. Es muss also keine junge, gut aussehende Dame sein (lacht). Ein Mann ist auch vollkommen okay.

Was muss derjenige als Nachweis vorlegen? Den SPD-Ausweis? Einzahlungsbelege der letzten fünf Jahresparteibeiträge?
Nein, nein. Nichts dergleichen.

Da kann ja jeder kommen. Sogar ein Christdemokrat.
Das würde mich sehr überraschen. Aber den würde ich wahrscheinlich bekehren.

Wie beginnt der Tag: Morgens gemeinsames Singen der „Internationale“, dann Diskussion über Ferdinand Lassalle?
Das Erste eher nicht. Das Zweite könnte schon passieren: dass es harte Diskussionen gibt, dass man sich austauscht.

Wie ist der sozialdemokratische Berlin-Tourist prinzipiell so drauf? Erst kurz zum SPD-Fest, dann Pub-crawl und Berghain?
Der möchte natürlich viel mitkriegen. Er wird sicher zum Fest gehen, aber dann auch woandershin verschwinden.

Nicht nur beim Fest ist viel los. Am Abend davor zum Beispiel bei der SPD Pankow: Singen von „ArbeiterInnenliedern“ am Lagerfeuer. Pflichttermin für den Gast, oder?
Auf jeden Fall. Die meisten Lieder kennt man ja. Aber ganz ehrlich: Bei den älteren Arbeiterliedern sind wir nicht mehr so textsicher.

Stellt Peer Steinbrück ein Gastbett bereit?
Oh, das weiß ich nicht.

Weddinger Herbergsvater für lau, das täte dem Image des Kanzlerkandidaten sicher gut.
Ich glaube, dass sein Image doch ganz gut ist.

Interview: Erik Heier
Foto: Oliver Wolff

Deutschlandfest der SPD
u.a. mit Nena, Luxuslärm, Dick Brave & The Backbeats, Fools Garden, Die Prinzen,
Straße des 17. Juni, Mitte,
Sa 17. + So 18.8., jeweils ab 11 Uhr, zur Bettenbörsewww.150-jahre-spd.de

 

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