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Kurzinterview mit Ana Lichtwer über „Kreuzberg kocht“

Ana-lichtwer_c_Anna_SchrollWie entstand die Idee zu dem Buch??
ANA LICHTWER?Über die Fotografin Anna Schroll. Die hatte mit dem Buch „Gelebte Alternativen“ ihre Diplomarbeit gemacht. Dafür ist sie durch Deutschland gereist und hat rund ein Dutzend Menschen und Initiativen besucht, die gesellschaftliche Alternativen ausleben. Ich habe dann überlegt, dass man das auch für Kreuzberg machen und das Ganze mit Kochrezepten kombinieren könnte, denn Essen verbindet. Ich habe Anna Schroll angerufen und sie gefragt, ob sie mitmachen würde. Und ihre Reaktion war: „Wie lecker!“

Was sind das für Initiativen und Leute, die Sie im Buch vorstellen??
Es ist eine WG dabei, die sich donnerstags immer zum Kochen trifft. Oder ein Jesuit, der Exerzitien in Kreuzberg macht. Radio Multicult ist dabei oder eine Holländerin im Rentenalter, die Menschen besucht, die in Abschiebehaft sitzen.

Was haben diese Einzelpersonen und Initia­tiven miteinander gemeinsam??
Ich habe die Projekte mit der Frage danach ausgesucht, wer bei uns Verantwortung übernimmt und die Gesellschaft mitgestaltet – unabhängig von Fördergeldern oder Impulsen, die von außen kommen. Es sind große Projekte dabei wie das Archiv der Jugendkulturen, das mittlerweile eine Stiftung geworden ist. Und Einzelpersonen, wie eine Lehrerin aus der Lenau-Schule, die sich dort um die Schafe kümmert. Ein Engagement, das über ihren Lehrauftrag weit hinausgeht.

Sind die Kochrezepte auch durch eine Art roten Faden miteinander verbunden??
Im Nachhinein habe ich gemerkt, dass dieses Kochbuch zeitgenössische Berliner Küche repräsentiert. Denn das sind nicht mehr die Königsberger Klopse, die Teltower Rübchen oder die Leber mit Zwiebelringen, sondern es geht eher vegan und vegetarisch, manchmal auch mit Fleisch zu. Außerdem sind die Rezepte so international wie Kreuzberg.    

Interview: Eva Apraku
Foto: Anna Schroll


Ana Lichtwer, Anna Schroll, Cornelia Temesvаri: „Kreuzberg kocht“
Edition Berliner Büchertisch, 367 Seiten,
16,90?Ђ, Veranstaltungstermine zu dem Buch unter www.buechertisch.org

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