• Stadtleben
  • Kurzinterview zu „Research in Architecture“ an der TU

Stadtleben

Kurzinterview zu „Research in Architecture“ an der TU

JoergStollmann_StefanieBuerkleImmer mehr Menschen leben in Riesenstädten. Wie gehen Sie als Architekten und Stadtplaner mit dieser Herausforderung um?  
Jörg Stollmann:
Wir forschen dazu. Und wir wollen als TU mit verschiedenen Fachbereichen zeigen, wie diese Forschung die Zukunft mitgestalten kann. Themenschwerpunkte der „Research“-Ausstellung sind neben dem Wandel der Städte ressourcenschonendes und klimagerechtes Bauen. Und wir zeigen historische Bauforschung, also den Beginn des Wohnens in antiken Städten. Denn irgendwo hat es ja angefangen.

Was macht man heute als Stadtplaner mit bereits wild wuchernden Riesenstädten?   
Dafür gibt es Beispiele im Ausstellungsschwerpunkt „City“. Wir zeigen unter anderem ein Projekt für klimaeffiziente Architektur und Siedlungsstrukturen im Iran. Am Reißbrett geplante Städte sind nicht mehr der Maßstab. Wir müssen auf dem aufbauen, was wir vorfinden.

Kann eine europäische Universität den Megacitys in Schwellenländern tatsächlich weiterhelfen?
Nur mit den lokalen Unis und Projekten zusammen. Es gibt diesen europäischen Kulturexport nicht mehr. Im Gegenteil, wir können in der Zusammenarbeit auch mehr über uns und unseren Lebensstandard lernen.

Berlin selber entspricht ja auch nicht wirklich dem Ideal einer ganzheitlichen Stadt.  
Nein, und ein ästhetisches Gesamtbild entspricht auch gar nicht dem Charakter dieser Stadt. Eigentlich ist alles, was es je an städtebaulichen Konzepten gegeben hat, schon einmal für Berlin durchdacht worden. Berlin ist für uns als Hochschule wie ein riesiges Archiv. Ansonsten gilt hier, was für alle großen Städte gilt: Man muss die verschiedenen Quartiere in ihrer Identität stärken und miteinander verbinden. Und man muss die Potenziale in der Bevölkerung nutzen.

Wie sind da Ihre Erfahrungen mit der Berliner Bevölkerung?  
Interessanterweise gab es bei einem Projekt zur Entwicklung der Gropiusstadt, das wir auch in der Ausstellung vorstellen, ganz viel Feedback der Bewohner. Bürgerbeteiligung gibt es nicht nur im Prenzlauer Berg.    

Interview: Iris Braun
Foto: Benjamin Pritzkuleit

Research in Architecture
Installation/Ausstellung, englisch, mit den Themenschwerpunkten „City“, „Energy“, „Heritage“ und „Research by Design“,
TU Berlin, Lichthof des Hauptgebäudes,
Straße des 17. Juni 135, Tiergarten, bis 23.1.


weitere Kurzinterviews:

Kurzinterview über Van Bo Le-Mentzels Projekt „Kharma Chucks“

Gespräch über das erste muslimische Seelsorgetelefon

Fiktives Interview zur Gründung Berlins

Johnny Strange von Culcha Candela über das Yaam

STARTSEITE KULTUR UND FREIZEIT IN BERLIN  

Mehr über Cookies erfahren