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Parks in Berlin

Mauerpark zwischen Karaoke und Kleinkunst: Heiß geliebt, innig gehasst

Der Mauerpark gehört zu Berlins beliebtesten Parks – aber auch zu denen, in die viele Berliner keinen Fuß setzen wollen. Der Erholungswert ist streitbar, immerhin hat die Erweiterung, die 2020 eingeweiht wurde, die Anlage deutlich aufgewertet. Neue Sitzecken, Schaukeln, öffentliche Toiletten – das zieht noch mehr Publikum. Die Atmosphäre ist einzigartig. Aber auch nicht für jede*n.

An warmen Tagen ist die Kakophonie aus Laienmusikanten, besoffenen Touristen und Karaoke kaum erträglich. Und trotzdem: In keinem anderen Berliner Park treffen sich so viele Menschen wie hier. Nirgendwo ist es an Sonnentagen und unter normalen Umständen voller. Eine Hassliebe für Einwohner, Berlin in Reinkultur für Besucher.

Der Mauerpark ist einer der beliebtesten Parks in Berlin – wenn nicht gerade Corona ist, sind hier teils Tausende auf vergleichsweise engem Raum unterwegs. Foto: Imago/Zöllner
Der Mauerpark ist einer der beliebtesten Parks in Berlin – wenn nicht gerade Corona ist, sind hier teils Tausende auf vergleichsweise engem Raum unterwegs. Foto: Imago/Zöllner

Karaoke im Amphitheater

Man kommt hierher, weil was los ist. Familien, die im großen Stile grillen (inklusive voller Tisch- und Stuhlmontur). Der wöchentliche Flohmarkt, der spätestens ab Vormittag Opfer seines Ruhms ist. Sonntags-Karaoke im Amphitheater. Neue Graffiti. Tätowierte Typen verkaufen Essen und Getränke aus Boxen, die sie auf ihre Fahrräder geschnallt haben. Als wenn keine Corona-Pandemie herrscht. Momentan ist es im Mauerpark deshalb nur voll. Und trotzdem super.

Wie der Name verrät, befindet sich der Mauerpark am ehemaligen Mauerstreifen zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg. Er ist schmal und lang gestreckt. Am Gleimstraßen-Ende gibt es statt platt getretenem Gras immerhin ein hübsches Birkchenwäldchen.

Kultauftritt: Ásdís María mit einem sehr eigenwilligen Cover von Miley Cyrus‘ Wrecking Ball.

Hier war mal ein Exerzierplatz

Geschichte: Der östliche Teil des Parks wurde vor dem Mauerbau als Exerzierplatz genutzt. Ab 1961 wurde das Gebiet teil des Grenzgebiets zwischen West- und Ost-Berlin. Nach der Wiedervereinigung entschied man sich, den Mauerstreifen zur öffentlichen Grünfläche zu machen. Die Allianz Umweltstiftung spendete 4,5 Millionen Mark zur Gestaltung des Parks. Die Eröffnung fand 1994 statt.

Seitdem wurde die Fläche des Parks im Jahre 2005, 2013 und 2016/17 erweitert, zuletzt nun 2020. Der Verein Freunde des Mauerparks e.V. engagiert sich seit 15 Jahren für den Park. Um den Neubau von 600 Wohnungen, die unmittelbar an das Grün angrenzen, gab es lange heftigen Streit.

Diese Besonderheit gibt es: Seit circa 15 Jahren finden am 30. April Walpurgisnacht-Feierlichkeiten mit Lagerfeuern und künstlerischen Darbietungen statt. Das Ende des Winters wird im Mauerpark mit Trommeln, Rasseln und vielen anderen Instrumenten angestimmt, dazu finden Feuershows statt. Jedoch mussten die Feierlichkeiten 2019 wegen Lärmbeschwerden abgesagt werden. Zurzeit wird auf eine Walpurgisnacht 2021 gehofft.

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#mauerpark #walpurgisnacht

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Hunde, Grillen, Lage: Was man über den Mauerpark wissen muss

Fun Fact: 2011 war der Mauerpark Namensgeber und Tatort eines Mordes für eine Tatort-Folge.

Sportangebote: Der Mauerweg führt direkt durch den Park und ist ideal für Jogger und Radfahrer. Zusätzlich grenze die Max-Schmeling-Halle und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, wo verschiedenste Sportveranstaltungen stattfinden, direkt an das Parkgelände.

Karaoke am Mauerpark (wenn nicht gerade Corona ist): Ein Massenevent – Alptraum für die einen, Kult für die anderen. Foto: Imago/SchDas hier öning
Karaoke am Mauerpark (wenn nicht gerade Corona ist): Ein Massenevent – Alptraum für die einen, Kult für die anderen. Foto: Imago/Schöning

Grillen: Das Grillen ist auf ausgewiesenen Flächen von 8 bis 20 Uhr, Juni bis August sogar bis 21 Uhr, erlaubt. Generell ist zu beachten, genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern zu halten. Des weiteren darf der Grill nicht auf den Boden oder in dessen Nähe betrieben werden. Für die abgebrannte Kohle gibt es dafür vorgesehene Asche Container. Und bitte lasst euren Müll nicht liegen!

Öffnungszeiten: Der Park ist jederzeit geöffnet.

Besuch mit Hund: Es gibt ein umzäuntes Hundeauslaufgebiet im südlichen Teil, in dem Hunde frei laufen dürfen. Im restlichen Park, müssen sie an der Leine geführt werden. Leider dürfen Hunde nicht auf Spielplätze mitgeführt werden.

Besuch mit Kindern: Es ist fast immer viel los und daher gibt es auch viel zu beobachten: die Graffiti Künstler an der ‚Hinterlandmauer‘ oder die Hunde in ihrem Auslaufgebiet. Zusätzlich gibt es auch den Regenbogen Spielplatz im westlichen Teil des Parks. Er ist zwar eher klein, aber dennoch super für einen entspannten Nachmittag draußen. Er bietet Rutschen, Schaukeln sowie einen überdachten Sandkasten an. Weitere Schaukeln finden sich auch gleich neben dem Amphitheater.

Immer was los: Auch im Winter findet gelegentlich mal ein Spontankonzert statt. Vom Riesen-Rave bis zum Ausdruckstanz hat es im Mauerpark schon alles gegeben. Foto: Imago/Zöllner.
Immer was los: Auch im Winter findet gelegentlich mal ein Spontankonzert statt. Vom Riesen-Rave bis zum Ausdruckstanz hat es im Mauerpark schon alles gegeben. Foto: Imago/Zöllner.

Wie komme ich zum Park:

U-Bahn:

  • U2: Eberswalder Straße
  • U8: Volta Straße, Bernauer Straße

Tram:

  • M10: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Wolliner Straße, U Eberswalder Straße
  • M1, 12: Schwedter Str., U Eberswalder Straße

Buslinien:

  • 247: Wolliner Straße, Demminer Straße
  • N2: U Eberswalder Straße

Adresse: Eberswalder Straße 110437 Berlin

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