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Me, My Self(ie) And I – Nummer 11: Betriebsstörung

Jackie wartet

Wenn man bei einsetzendem Regen ohne Schirm auf die Tram wartet, seit einer halben Stunde das Wort „Betriebsstörung“ über die Anzeige flimmert und ein Mitwartender mit absurdem Bürstenhaarschnitt auf die Frage zur Situation nur ein „Weeß ick doch nich!“ übrig hat, dann fällt es schwer, sich an die tollen Seiten der Stadt zu erinnern. Was war jetzt noch mal so super an Berlin? Seine modischen Bewohner? Die witzig improvisierte Architektur? Die großartige Stimmung in öffentlichen Verkehrsmitteln? Betrachten sie dies hier als Notfallnotiz. Hier kommen fünf Argumente, warum Berlin der richtige Lebensort ist- immernoch.

1. Humor
Wenn man Humor als Kaffee-Typ beschreiben würde, dann wäre der Berliner kein Latte oder Cappuccino, sondern ein Pott Filterkaffee: geschmacklich ein Faustschlag in die Magengrube, dafür stark belebend.

2. BVG „Betriebsstörung – Bitte nutzen sie den eingerichteten Schienenersatzverkehr!“
Fährt die Tram nicht, fährt eine U-Bahn. Fährt die U-Bahn nicht, fährt die S-Bahn. Fährt die S-Bahn nicht, fährt ein Bus, und fährt der Bus nicht, kann man sich immer noch ein Taxi mit der verzweifelt guckenden Frau neben einem teilen.

3. Tanzen „Das schönste, was Füsse tun können, ist …!“
Kermit der Frosch hatte recht und sollte nach Berlin ziehen. Hier kann man es zu jeder Zeit und in jedem Alter tun – auch Sonntagnachmittags um 15 Uhr am Wasser in Kreuzberg. Beim letzten Open Air in diesem Jahr in der Ipse wehte goldenes Herbstlaub von den Bäumen über die Tanzfläche. DJ Sven Weisemann legte auf und Tanzende hatten allesamt dieses tiefe, von innen kommende Lächeln auf den Lippen. Unterdessen erlebte ein Mann mit Dreadlocks Bewusstseinserweiterung, als er sich mit dem Oberkörper am Stamm eines Laubbaums abarbeitete – Berlin kann ja so guttun!

4. Schnabulieren
Etwas Eigenartiges ist passiert, denn neuerdings gibt es die delikatesten Restaurants in der Stadt, die man sich überhaupt nur denken kann. Glauben Sie nicht? Dann gehen Sie jetzt ins Kochu Karu auf der Eberswalder Straße und bestellen bitte das Landhühnchen.

5. Kunst & Kultur
Dafür muss man nun wirklich nicht ins Theater. Die besten Performances hält der Berliner Alltag bereit, man braucht sich ja nur mal umschauen. Überleben als Kunstform- die Meister des Faches leben alle hier, ganz nach Kippenberger Art: „Ich geh kaputt, gehst du mit?“  – ich geh zumindest nicht weg!

 

 

Fünf Worte ans Handy: 

Jackie
Gehst du mit mir tanzen?

Siri
Mit dir geh ich überall hin.

Kommentare: [email protected]

Jackie A. liest Jackie A. – Der Podcast: Me, MySelf(ie) And I – Folge 11: Betriebsstörung

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