Stadtleben

Merit Schambach – Die Grillfreundin

Senffrau_DvBAm Anfang war die Maus. „Senf passt zu allem“, tönte es aus dem Fernseher, woraufhin die Maus sichtlich begeistert vom Bananensenf naschte. So seriös „Die Sendung mit der Maus“ auch normalerweise ist, diese Behauptung konnten Merit und Christoph Schambach dann doch nicht recht glauben. Also gingen die beiden Hobbyköche schnurstracks in die Küche, um die These zu widerlegen. Einige Stunden später hatte das Ehepaar nicht nur leckeren Bananensenf, sondern gleich acht weitere Sorten erstellt. „Senf passt wirklich zu allem. Das ist echt der Wahnsinn“, behauptet Merit Schambach.

Und Senf passt sogar zu einer freischaffenden Fotografin mit 15 Berufsjahren, die keineswegs auf Wurstbeilagen, sondern Architektur spezialisiert war. Bevor aus dem Nebenprojekt ein Fulltime-Job wurde, dauerte es allerdings ein paar Jahre. Zunächst richteten die beiden nur einen Online-Shop ein, verkauften ihre Produkte auf Märkten und verteilten sie im Bekanntenkreis. „Eine Zeit lang hatten wir das Gefühl, wir werden nur noch wegen dem Senf zum Grillen eingeladen“, meint Merit grinsend.

Als der Bauboom in Berlin nachließ und sich deshalb ihre Auftragslage verschlechterte, beschloss sie, ihren bisherigen Job aufzugeben. „Außerdem hat mich dieses Gekrampfe, bis man das Honorar bekommen hat, irgendwann genervt. Ich musste immer noch mal nachhaken“, erklärt sie. Ganz anders in ihrer jetzigen Arbeit im SenfSalon in der Hagelberger Straße in Kreuzberg. Sie liebt den Kundenkontakt: „Man reicht etwas über den Ladentisch und bekommt das Geld, und dann ist Ruhe im Karton. Und wer es nicht kaufen will, der lässt es halt.“

Viele Kunden würden reinkommen und sagen: Eigentlich bin ich ja nicht so der Senf-Fan. „Dann ist mein Ehrgeiz geweckt und ich will herausfinden, welche Sorte dem Kunden am besten schmeckt.“ Wenn dann aus der anfänglichen Skepsis Begeisterung werde, sei das immer ein toller Moment. Wie er sich auch beim Handwerk des Senfmachens einstelle. „Zu sehen, wie etwas entsteht, und am Ende des Tages ein fertiges Produkt in den Händen zu halten, ist ein gutes Gefühl.“

Text: Henrike Möller

Foto: David von Becker

Übersicht: Weitere Erfolgsgeschichten aus Berlin

Mehr über Cookies erfahren