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Neue Agentur opendoorsberlin.de von Ulrike Dettmann

Ulrike-dettmannÜber Ihre Agentur ermöglichen Sie Berlin-Touristen, stundenweise zu Gast in Berliner Wohnungen zu sein. Wie gehen Sie da vor?  
Ich habe einen Pool an Berliner Gastgebern, der sich ständig erweitert. Mit denen vereinbare ich Samstagstermine, an denen sie besucht werden möchten. Für jeden Gast bekommen sie fünf Euro. Die Berlin-Touristen, die sich zu einer Wohnungs-Tour angemeldet haben, treffe ich samstags zwischen elf und 13 Uhr in einem Galerieladen in Prenzlauer Berg. Dort holen sich die Touristen für 38 Euro pro Person drei Adressen von Gastgebern ab. Zuvor nehme ich aus Sicherheitsgründen die Passnummern auf und bespreche kurz, was bei den Besuchen beachtet werden sollte. Dann machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg.

Welche Anforderungen stellen Sie an die Berliner Gastgeber, die Sie in Ihren Pool aufnehmen?
Die einzige Anforderung ist, dass sie im S-Bahn-Ring von Berlin wohnen. Ansonsten finde ich wichtig, dass es möglichst vielfältige Gastgeber sind. Das macht ja gerade den Reiz aus, denn so ist ja auch Berlin. Da wird es die Familie aus Prenzlauer Berg geben, den Neuköllner Studenten oder den Maler aus dem Wedding.

Auch türkische Großfamilien?
Noch hat sich zwar keine angemeldet, aber das kommt bestimmt noch. Das wäre super!

Wie soll so ein Besuch ablaufen?
Das obliegt der Verantwortung der Gastgeber. Manche bieten Tee an, manche führen vielleicht nur in der Wohnung herum, und bei manchen wird Musik gemacht. Meine persönliche Vision ist: Man ist zu Hause, dann klingeln Leute, die werden mit Getränken bewirtet und gucken sich die Wohnung an. Dann kommen vielleicht die Nächsten, und die Ersten gehen wieder. Ich stelle mir eine lockere, fröhliche Stimmung vor, eine lustige, kleine Party am Samstagnachmittag. Für manche Gastgeber ist es auch eine Art Selbsterfahrung: Was passiert mit mir, wenn völlig unbekannte Menschen in meiner Wohnung stehen?     

Interview: Eva Apraku

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