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Neue Entwürfe von Graft und Robertneun werden real

Das wurde aber auch Zeit: Graft und Robertneun, zwei der innovativsten Berliner Architekturbüros, können hier endlich aus ihren Visionen reale Wohnhäuser entstehen lassen

www.robertneun.de

Beide Architekturbüros sind für das Gegenteil von 08/15-Lösungen bekannt. Graft  Architekten haben unter anderem die futuristisch-bunte Innengestaltung des Hotels Q! Berlin in der Knesebeckstraße verantwortet. Robertneun haben den Club Week-End und die Bar Tausend ausgebaut, für ihr Frischeparadies Friedrichshain, ein Delikatessen-Großmarkt, bekamen sie 2009 den Architekturpreis Berlin.
Wenn jetzt zwei der bekanntesten jungen Berliner Architekturbüros hier ihre ersten Mehrfamilienhäuser bauen, werden von ihren Projekten auf jeden Fall Impulse erwartet. Und die Entwürfe lassen hoffen – zum einen auf hell-schimmernden Fassadenschick in der Torstraße, zum anderen auf Industriecharme am Gleisdreieck.

Tom Friedrich und Nils Buschmann von Robertneun sind für ein großes Areal am südlichen Rand des Gleisdreiecks verantwortlich. „Am Lokdepot“ heißt die circa 20?000 Quadratmeter große Fläche, angrenzend an die alten Lokschuppen des Technikmuseums, die der Grundstücksentwickler UTB bis 2015 mit 220 Wohnungen bebauen will. Im Wesentlichen besteht der Entwurf von Robertneun aus einem langen Riegel, der den Charakter des alten Bahngeländes mit einer rötlichen Stahl-Ziegel-Konstruktion aufnimmt. Zwischen Duden- und Monumentenstraße sollen unterschiedliche Haustypen realisiert werden – vom Zweigeschosser bis hin zum mehrgeschossigen Block. Dazu bestimmt viel Grün den Entwurf: in Form von Gewächshäusern in den Wohnungen, von Terrassen, privaten Gärten und – eine Besonderheit des Projekts – auch von öffentlichem Grün. Der Riegel wird über dem neuen Gleisdreieck-Park erschlossen, kann von jedem durchquert werden, und soll somit das Gegenteil einer „gated comunity“ sein. Mit dem Landschaftsarchitekturbüro Loidl, das auch den Park entworfen hat, wollen Robertneun hier, wie bei dem Bau selber, mit Kopfsteinplaster und Robinienbepflanzung an den alten Industriecharme anschließen.

Öffentlich zugänglich und erschwinglich wird das Gebäude der Graft-Architekten an der Torstraße eher nicht sein. Bewegt sich das Robertneun-Projekt mit Preisen ab 2?600 Euro pro Quadratmeter im gehobenen Baugruppenniveau, ist das Graft-Haus mit seiner exklusiven Innengestaltung eher dem Edel-Segment zuzuschlagen – allerdings auch ohne Bunker-Mentalität nach außen. Die schimmernde Fassade, leicht gekippt und zurückweichend, soll transparent wirken und mit Licht und Schatten spielen. Auch weil Graft das Haus als Teil der Torstraße geplant haben, wird diese Fassade die Architektur der umliegenden Gründerzeitbauten aufnehmen und „da nicht autistisch rausfallen“, wie Wolfram Putz von Graft sagt. Anzuschauen ab diesem Herbst auf der Torstraße 149.

Text: Iris Braun
Foto: www.robertneun.de

www.robertneun.de
www.amlokdepot.de
www.graftlab.com
www.tor149.de

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