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Neue Saison für Hertha BSC in der 1. Liga

/JohnBrooksZweimal in drei Jahren war Hertha BSC jetzt Meister. In anderen Städten wäre das eine große Sache, doch in der Hauptstadt muss man die Sache notgedrungen tiefer hängen: Es war ja jeweils in der zweiten Liga, und dort gehört der größte Berliner Fußballverein gefühlt nicht hin.
Mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt beginnt am 10. August der nächste Versuch von Hertha, sich in der obersten Spielklasse des deutschen Fußballs zu bewähren. Das wird eine spannende Sache, mit mehreren wichtigen Protagonisten, vom Trainer Jos Luhukay, der seine geschickte Pädagogik nun unter erhöhtem Druck neu bestätigen muss, über das Laktatwertsorgenkind Ronny bis zu Manager Michael Preetz, der endlich beweisen möchte, dass auch er in der Lage ist, eine Ära zu prägen, und das auf nachhaltigere Weise als sein übermächtiger Vorgänger Dieter Hoeneß, der viele der Schulden hinterließ, die Hertha bis heute schwer drücken.

Doch es gibt einen jungen Mann, an dem sich dieser Moment vielleicht am besten festmachen lässt: John Anthony Brooks, geboren 1993 in Berlin, die Mutter Deutsche, der Vater Amerikaner. Seit 2007 spielt Brooks, nach Stationen bei Blau Weiss Berlin, dem Lichtenrader FC und bei Hertha Zehlendorf, nun bei Hertha. In der vergangenen Saison wurde er Stammspieler auf einer Position, auf der eine Mannschaft in der Regel eine Persönlichkeit mit großer Autorität braucht – hinten zentral, in der Innenverteidigung, wo einerseits nichts anbrennen darf, andererseits aber auch das Spiel nach vorn gleich einmal intelligent eröffnet werden soll.

Brooks ist zwanzig Jahre alt, also noch deutlich zu jung für die Kategorie Führungsspieler. Doch das Interessante an ihm ist nicht zuletzt, dass er jetzt schon den Eindruck erweckt, er könnte einer werden.
Zuvor muss man allerdings sehen, wie er sich gegen Mario Götze (die neue „falsche Neun“, wie es unter Experten heißt, beim FC Bayern) oder gegen Henrik Mkhitaryan (den neuen Superzehner bei Borussia Dortmund) bewährt. Bisher hatte er es ja eher mit Gegnern von der Sorte Edmond Kapllani zu tun, jener Angreifer des FSV Frankfurt, gegen den Brooks zu Beginn der vergangenen Saison einmal ziemlich schlecht aussah.

Er überwand die unglückliche Vorstellung jedoch schnell und stellte sich dann bald auf die Aufgabe ein. Neben Fabian Lustenberger, dem bei den Fans derzeit beliebtesten Hertha-Spieler, konnte Brooks in aller Ruhe an seinem Spiel arbeiten. Er hat selten spektakuläre Aktionen, stattdessen überzeugt er vorerst durch Gelassenheit, Stellungsspiel und gutes Zweikampfverhalten. Rechtzeitig haben die Verantwortlichen bei Hertha aber auf jeden Fall schon einmal den Vertrag von Brooks bis 2017 verlängert. Damit ist sichergestellt, dass er den Verein allenfalls gegen eine Ablöse verlassen könnte, sollte er 2013/14 den Durchbruch schaffen.
Bei den Fans hat Brooks inzwischen auch schon einen ironischen Namen: Manche nennen ihn „Jerome II“, nach Jerome Boateng, der Berlin im Unfrieden verließ und inzwischen Champions-League-Sieger ist. Das soll Brooks auch einmal werden, aber wenn, dann bitte mit Hertha, meinen die Fans. Zeit genug hätte er jedenfalls noch mit seinen erst 20 Jahren.

Text: Bert Rebhandl
Foto: City-Press-GbR

Hertha BSC vs. Eintracht Frankfurt
Olympiastadion, Samstag 10. August, 15.30 Uhr,
Karten unter www.herthabsc.de

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