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Neue Suchmaschine Bing made by Microsoft

Der Erfolg von Suchmaschinen im Internet scheint auf den ersten Blick auch immer etwas mit ihren Namen zu tun haben. „Yahoo“ und „Google“ wurden bald zu geflügelten Wörtern – etwas kauzig, mehr oder weniger originell und plakativ prägten sie sich schnell ein. Von ehemaligen Konkurrenten mit sperrigeren Namen wie Inktomi oder Altavista dagegen spricht kaum noch jemand. Dementsprechend war die Spannung groß, wie wohl der gerade mit dem angekündigten Vista-Nachfolger „Windows 7“ alles andere als inspirierte Marktriese Microsoft seine neue Suchmaschine nennen würde, die laut großspurigen Ankündigen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Des Rätsels Lösung: Bing.
Aber wirklich … „Bing“?! Gut, „Bingo“ war sicher schon vergeben. „Bling“ hätte in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Spartrieb sicher kontraproduktiv gewirkt. Und „Ping“ dann doch etwas altbacken … Natürlich waren die Vorgänger Live Search und MSN Search völlig in­dis­kutabel, aber mit dem leicht lächerlich klingenden „Bing“ (Crosby?) hatte MS auch nicht wirklich einen Geistesblitz. Immerhin kann es nur besser werden – so wurde Live Search beispiels- und peinlicherweise noch nicht einmal genutzt, als Microsoft seinen Usern Geld dafür anbot …

Da hilft nur, inhaltlich zu überzeugen. Glaubte sich einst Yahoo unschlagbar und wurde dann von zwei Studenten mit einer gewieften Idee (Häufigkeit von Links/Quer­verweisen im Web zu zählen) überrumpelt, so zeigt auch wiederum Bing, dass das Nonplusultra im Bereich der Suchmaschinen noch längst nicht erreicht ist und substanzielle Verbesserungen durchaus möglich sind. Zwar ist die deutsche Version, bing.de, noch im Betatest, doch der sogar zwei Tage vor dem offiziellen Launch gestartete US-Service, www.bing.com, punktet gleich mit besseren, da detailreicheren Kriterien bei der Suche nach Bildern. Neben den Größen lässt sich hier auch nach Farbe, Layout, Stil und Personen bingen, äh … suchen – und das sogar mit weiteren Unterfunktionen. Auch bei Videos gibt es hilfreiche Suchkriterien wie Länge, Qualität, Quelle oder Format.

Noch sind Google & Co. mit der Fülle der Ergebnisse überlegen – erfahrungsgemäß sind aber meist eh nur die ersten paar Ergebnisseiten wirklich hilfreich. Und siehe da – bei Bing kann man nicht nur suchen, sondern tatsächlich auch etwas finden. Die Ergebnisse überzeugen im Gegensatz zu Google mit Relevanz, nicht bloßer Popularität. Sogar die Suche nach mehreren Wörtern frustriert nicht. Und zuletzt ist auch noch die Startseite hübsch mit wechselnden Bildmotiven gestaltet. Vielleicht spricht man ja bald von „bingen„, und nicht mehr „googeln“ – bis der nächste Trend folgt.

Text: Claudia Wiegand

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